Abwiegeln, täuschen, vertuschen

Wie Erlo Stegen mit einem Kriminaldelikt in der Leitung der Mission Kwasizabantu umging

Die Kronzeugin der Theologie Erlo Stegens, Lydia Thofozi Dube, hat jahrzehntelang, bis zum Sommer 2000, eine wichtige Rolle in der Mission Kwasizabantu gespielt. Von ihr wird in der Mission berichtet, sie sei im Jahr 1973 an einer Krankheit gestorben, habe nach ihrem Tod eine Begegnung mit Jesus Christus gehabt, habe sich durch diverse Prüfungen hindurchkämpfen müssen, um schließlich von ihm im Himmel angenommen zu werden. Gleichwohl , so beschrieb es der deutsche Theologe Dr. Kurt Koch in einem äußerst fragwürdigen Buch (Titel: „Im Paradies“), Jesus habe sie zurück zur Erde geschickt, weil ihre Freunde um sie weinten. Erst hatte sie also angeblich eine Begegnung mit Jesus – jetzt, 27 Jahre danach, ist sie kriminell geworden. Sie hat ihre eigene Entführung inszeniert und dafür Gangster aus Durban gedungen. Bei dem Überfall wurde eine ihrer Leibwächterinnen lebensgefährlich verletzt. (Frage: Wieso eigentlich haben Mitarbeiter der KSB-Mission eigene Leibwächter?)

Eine fingierte Entführung mit gedungenen Gangstern, eine schwere Körperverletzung – Erlo Stegen und die Leitung der Mission Kwasizabantu gingen damit um, als handele es sich um ein Kavaliersdelikt. Abwiegeln, Täuschen, Vertuschen – Erlo Stegen blieb seiner Linie treu. Als sein langjähriger Mitarbeiter Barney Mabaso die skandalöse Behandlung der Affäre erlebte, zog er die Konsequenzen – er verließ mit seiner gesamten Gemeinde Kwasizabantu. Mit ihm gingen inzwischen mehrere andere Gemeinden – sie haben von den Praktiken Stegens genug. Seitdem fordern europäische Gefolgsleute Stegens wie etwa der Leiter der Schweizer KSB-Sektion, Hans Koller, plötzlich Sach- oder Geldspenden von der Missionsstation Tugela Ferry zurück. Die Mission Kwasizabantu bemüht sich darüber hinaus durch Briefe von ihrem Rechtsanwalt, an die Liegenschaften der Mission Tugela Ferry heranzukommen. Erlo Stegen hat nach dem Abschied Mabasos und der Mission Tugela Ferry aus KSB in Deutschland versucht, Freunde Mabasos dahingehend zu beeinflussen, dass sie einstige Spenden für Tugela Ferry nachträglich als Spenden für die Mission Kwasizabantu deklarieren. So erhofft er einen Rechtsanspruch Kwasizabantus auf Grund und Boden sowie die Gebäude der Mission Tugela Ferry konstruieren zu können. (Offenbar reicht für ihn die Tatsache aus, dass die Mission in Tugela sich einst zu Kwasizabantu zugehörig fühlte, um daraus einen Besitzanspruch auf deren Liegenschaften abzuleiten.) Bislang war Stegen mit diesem Unterfangen jedoch erfolglos. Die nachfolgende Schilderung wurde zusammengetragen aus Berichten mehrerer Augen- bzw. Ohrenzeugen. Viele der Sachverhalte wurden in öffentlichen Versammlungen der Mission Tugel Ferry berichtet.

(Zur Erklärung: Thofozi = Lydia Dube, KSB = Kwasizabantu)

Am 12. September 1997 erhielt Barney Mabaso, Leiter einer Mission in Tugela Ferry, die er nach seiner Bekehrung zum Christentum aufbaute und die sich seitdem theologisch zur Mission Kwasizabantu zählte, einen Anruf von Kwasizabantu. Ihm wurde berichtet, dass Lydia Thofozi Dube, Mitglied der Leitung der Mission Kwasizabantu, in Umhlahli entführt worden war und dass Thobekile Mhlongo, ihre Leibwächterin, dabei schwer verletzt worden sei.

Am Tag darauf erhielt Mabaso erneut einen Anruf von KSB. Diesmal wurde ihm berichtet, dass man Thofozi auf offener Straße gefunden hätte. Thofozi sei unverletzt – keine Kratzer, nichts. Thobekile jedoch läge mit schwersten Verletzungen im Krankenhaus.

Am Mittwoch, den 22. März im Jahr 2000, also zweieinhalb Jahre später, kamen zwei Mitarbeiter von Kwasizabantu, Thulani Sabela und Sipho Mbeje, zu Barney Mabaso nach Tugela Ferry. Thulani berichtete, Justice Cele habe ihm folgende Geschichte erzählt (Justice arbeitet zusammen mit Jannie le Roux , dem Sicherheitschef von KSB, in einem Büro in Greytown): Jannie habe einen Telefonanruf in seinem Büro von Koos Greef (Schwiegersohn von Friedel Stegen und ehemaliger Mitarbeiter von KSB) erhalten. Koos habe ihn gefragt, wieso Sünde in KSB versteckt würde. Koos habe gesagt: „Jannie, du weißt, dass Thofozi und Heidi S. Verbrecher gedingt haben, um Fikile Mkhabela (eine weitere Leibwächterin Thofozis) zu töten, so dass Heidi Fikiles Position einnehmen kann.“ Daraufhin habe Justice Jannie gefragt, ob das der Wahrheit entspräche. Jannie habe geantwortet, er wisse davon.

Justice fragte Jannie, ob er diese Sache KSB-Leiter Erlo Stegen gemeldet hätte. Jannie erwiderte, dass er geschwiegen habe, weil ihn die Sache nichts angehe. Daraufhin habe Justice gesagt, Jannie solle sofort zu Erlo Stegen gehen und die ganze Sache so schnell wie möglich melden. Justice selbst sei dann zu den KSB-Mitarbeitern Sipho und Thulani gegangen, um alles, was er von Jannie gehört hatte, zu berichten.

Sipho und Thulani berichteten daraufhin die Geschichte erst Mama Nsibande (eine der zwei engsten Mitarbeiterinnen Stegens) und dann schließlich, auf ihr Anraten, Erlo Stegen selbst. Sie beließen die Angelegenheit dabei und erwarteten, dass Erlo Stegen nun etwas unternehmen würde.

Stegen unternahm offenbar nichts. Einige Wochen später kam Justice wieder auf die beiden zu und fragte Thulani und Sipho, was in der Angelegenheit getan würde. Sie sagten, dass sie es nicht wüssten. Nachdem sie mit Erlo Stegen gesprochen hätten, hätten sie nichts mehr davon gehört. Sie gingen nun wieder zu Mama Nsibande und fragten sie, was sich bezüglich der Sache tun würde. Mama Nsibande sagte nichts sondern schickte die beiden wieder zu Stegen. Sie gingen also wieder zum Missionsleiter, aber auch danach geschah nichts. Daraufhin fuhren sie in ihrer Ausweglosigkeit zu Barney Mabaso nach Tugela Ferry: Er genoss großes Vertrauen in KSB-Kreisen, weil er sich der Wahrheit in Wort und Tat stets verpflichtet sah. Sie berichteten ihm über die Hintergründe der Entführung und beklagten, dass Erlo Stegen nichts unternehme.

Wie Mitarbeiter in Tugela Ferry berichten, hat Barney Mabaso eine Woche lang über die Angelegenheit nachgedacht bevor er dann schließlich Montag, den 3. April, Mama Nsibande in KSB besuchte. Er berichtete ihr alles, was Thulani und Sipho ihm erzählt hatten. Nsibande erklärte daraufhin, von der Sache zu wissen. Mabaso teilte ihr mit, er beabsichtige, in dieser Sache zu Stegen zu gehen. Ihre Antwort: sie sei froh dass er gekommen sei, um über diese Angelegenheit zu sprechen.

Mabaso ging daraufhin zu Erlo Stegen und erzählte ihm die Geschichte, die Thulani und Sipho ihm berichtet hatten. Stegen gab zu, von der Angelegenheit zu wissen. Mabaso und Stegen trafen sich daraufhin mit Lydia Thofozi Dube und Mama Nsibande in Zimmer Nr. 5. Noch einmal schilderte Mabaso die Geschichte, so wie er sie kannte. Dann fragte er Thofozi ob sie irgend etwas davon wisse, dass ihre Entführung fingiert gewesen sei und ob sie womöglich selbst deren Urheber gewesen sei. Sie stritt dies entschieden ab. Ihre Antwort gab Mabaso Dritten gegenüber später so wieder: „Nein, absolut nichts. Die ganze Geschichte ist unwahr.“ Sie wisse absolut nichts von der ganzen Sache mit der Entführung – nichts davon, von wem und wie es arrangiert gewesen sei.

Am gleichen Tag gab es noch ein Treffen in der Angelegenheit mit insgesamt 12 Personen. Sipho und Thulani waren auch dabei. Erlo Stegen betete und sagte: „Ihr Leute die Geschichten liebt, sprecht jetzt!“ Augenzeugen berichten, es sei sehr deutlich gewesen, dass es ihm nicht gefiel, dass über die Angelegenheit gesprochen wird. Sie berichten auch, Lydia Dube habe die Anschuldigungen dieses Mal sogar unter Tränen abgestritten. Sie habe gesagt, sie wäre unschuldig und wisse absolut nichts von der ganzen Sache.

Fast zwei Wochen lang geschah nichts. Am Sonntag, den 16. April, gab es in Tugela Ferry einen Verlobungsgottesdienst, den Erlo Stegen leitete. Nach dem Gottesdienst wurde er mit dem Vorwurf konfrontiert, die Angelegenheit mit der Entführung und deren Hintergründe verheimlichen zu wollen. Er habe sich daraufhin ausweichend geäußert – es sei eine sehr sensible und schwierige Sache. Die Entführer hätten gesagt, dass sie diejenigen, die Licht in die Sache bringen, umbringen würden. Mabaso, so heißt es, habe ihm daraufhin gesagt: „Haben wir jetzt aufgehört Gott zu fürchten und angefangen uns vor dem Tod zu fürchten?“ Am Abend des gleichen Tages erhielten Mitarbeiter der Mission Tugela Ferry vom Stammeskönig Mabaso im Msinga-District die Mitteilung, Erlo Stegen habe ihn an diesem Tag besucht und sich danach erkundigt, ob er, der König, Negatives über Barney Mabaso zu berichten wüsste. Offenbar bereitete Stegen zu diesem Zeitpunkt bereits eine Kampagne der Verunglimpfung Barney Mabasos vor, die der „Erweckungsprediger“ später dann tatsächlich mündlich und schriftlich durchführte.

Am Dienstag, den 18. April 2000, gab es ein neues Treffen in der Angelegenheit. Erlo Stegen erteilte Lydia Dube das Wort. Nachdem sie bereits zweimal abgestritten hatte, irgend etwas von den Hintergründen der Entführung zu wissen, änderte sie nun ihren Kurs. „Geschwister“, sagte sie, „bitte vergebt mir. Ich möchte mich für das, was ich beim letzten Treffen gesagt habe, entschuldigen. Ich leugnete, dass ich etwas von meiner Entführung wusste, aber eigentlich gibt es etwas von dem ich wusste. Jannie und andere sagten mir, dass sie nicht zufrieden wären mit den Sicherheitsleuten (von Kwasizabantu), und sie entweder meine Mutter (Mama Dube) oder Onkel Erlo entführen wollten, um die Sicherheitsleute ein wenig wachzurütteln. Ich sagte, sie sollen nicht meine Mutter entführen, da sie an Bluthochdruck leidet und der Schock zuviel für sie sein könnte. Sie sollen auch nicht Onkel Erlo entführen, da er ein wichtiger Mann ist und das großen Unwillen hervorrufen würde. Ich sagte, dass sie lieber mich entführen sollten. Es tut mir sehr leid, dass ich alles geleugnet habe.“

(Nach zweimaligem Lügen nun plötzlich ein äußerst fragwürdiges Geständnis. Das allerdings warf mehr Fragen auf, als es Fragen beantwortete.

1. Am 16. April, zwei Tage vor dem plötzlichen „Geständnis“ hatte Erlo Stegen in Tugela Ferry – siehe oben – noch betont, die Entführer hätten gesagt, dass sie diejenigen, die Licht in die Sache bringen, umbringen würden. Wenn es sich aber, wie Lydua Dube zwei Tage später, am 18. April, behauptete, nur um eine mit Mitarbeitern abgesprochene Aktion handelt, um den Sicherheitsdienst von Kwasizabantu wachzurütteln – warum stoßen die „Entführer“ dann solche Morddrohungen aus? Sie machen in diesem Fall keinen Sinn.

2. Wenn die Kidnapper solche Drohungen ausgesprochen hätten, muss es sich also bei der Entführung und der schweren Körperverletzung um ein Unternehmen mit gewichtigerem Hintergrund gehandelt haben, als nur die Mobilisierung des KSB-Sicherheitsdienstes. Wenn Verbrecher jene mit Mord bedrohen, die Licht in eine Sache bringen, müssen sie Angst vor der Aufdeckung der Tat, vor ihrer Entdeckung als Täter und der dann fälligen Strafe gehabt haben.

3. Wenn Stegen von der Morddrohung wusste und davon am 16. April in Tugela Ferry berichtete – wo doch Lyda Dube bis dahin beteuert hatte, nichts mit der Entführung , somit also auch nichts mit den Entführern zu tun zu haben, – mussten ihm mit dem merkwürdigen Geständnis Lydia Dubes viele Fragen kommen.

Etwa die: Wenn es bei einer bestellten Entführung nur darum geht, den KSB-Sicherheitsdienst wachzurütteln – warum wird dann ein Mensch dabei so schwer verletzt, dass er noch Jahre danach Folgeschäden hat?

Oder die: Warum lügt Lydia Dube zuerst – dazu hätte es doch keinen Grund gegeben, wenn die Version mit dem Sicherheitsdienst tatsächlich gestimmt haben sollte.

Oder die: Was sollen solche Spielchen eigentlich – einen Sicherheitsdienst kann man auch mit legalen Mitteln auf Trab bringen.

Oder die: Wer waren die Entführer?

Oder: Haben die Entführer Geld für ihre Tat bekommen?

Oder: Warum haben sie Gewalt angewendet und Thobekile fast totgeschlagen?

Zu diesem Zeitpunkt stellte sich für die Mitarbeiter von KSB und für kritische Fragesteller nur noch eine Frage: Hat hier etwa Lydia Dube mit Erlo Stegen die neue Version der Hintergründe der Entführung abgesprochen? Waren sie sich vielleicht einig darin, weil sie in dieser Version ein geeignetes Mittel sahen, kritische Fragen über womöglich kriminelle Hintergründe zu verhindern? Hatten Stegen und Dube längst vereinbart, mit der Taktik des Verschweigens und Täuschens die Wahrheit zu vertuschen?)

Alle schwiegen. Einer fragte Erlo Stegen nach einer Weile: „Baba, wusstest du das?“ Stegen verneinte. „Wann hast du das zum ersten Mal gehört?“ fragte ihn jemand. Er sagte: „Gerade jetzt als sie sprach.“ Daraufhin sagte Mabaso: „Baba, was sie sagt, ist nicht die Wahrheit. Sie versucht dich zu beeinflussen; sie tut so, als ob sie bereit war, sich an deiner Stelle entführen zu lassen. Sie ist ein schlechter Mensch.. Sie muss aus unserer Mitte ausgeschlossen werden. Sie muss von Sizabantu verwiesen werden, ansonsten ist die Arbeit Gottes an diesem Platz tot.“ Stegen antwortete ihm laut Augenzeugen lapidar: „Aber sie hat ihre Sünde bekannt. Wir müssen ihr vergeben und ihr die Gelegenheit geben, Früchte der Buße zu zeigen.“ Stegen hatte nicht eine einzige Frage, er war mit der neuen Darstellung der Hintergründe der Entführung sofort zufrieden, eine Sanktion kam für ihn nicht in Frage.

(Zur Erklärung: Wenn in der Schule in Kwasizabantu ein Mädchen einem Jungen einen Liebesbrief schreibt, wird es rausgeworfen und von der Mission verwiesen – hier, bei einem kriminellen Vergehen eines Leitungsmitgliedes von Kwasizabantu mit schweren Folgen für ein Opfer, wird schnell die Lehre der Vergebung angewandt – gerade so, wie man es am besten braucht. Das Ziel Stegens war längst klar: die Angelegenheit musste unter den Teppich gekehrt werden. Denn es könnten viele Fragen gestellt werden: Was ist mit dem angeblichen Plan Lydias, Fikile Mhkabela töten zu lassen, damit Heidi S. deren Posten als Bodyguard einnehmen kann? Was ist mit den engen Beziehungen Thofozis zu Heidi S. noch in der Zeit, als Erlo Stegen Heidi S. bereits von Kwasizabantu verwiesen hatte, weil sie angeblich eine Satanistin war? Wie konnte eine der wichtigsten Mitarbeiterinnen Stegens eine solch enge Beziehung zu einer angeblichen Satanistin unterhalten – und in Kwasizabantu weiter predigen – usw.)

Der Rest des Treffens drehte sich um denselben Punkt, die Standpunkte waren unterschiedlich: Stegen meinte, Lydia Dube müsste Zeit gegeben werden, um Früchte der Buße zu zeigen, und Mama Nsibande meinte, sie könne nicht verjagt werden, da sie krank sei. Mabaso blieb dabei – Dube müsse von Sizabantu entfernt werden.

In den darauffolgenden Wochen geschah nichts, gegen Ende Mai häuften sich allerdings in Tugela Ferry die Anrufe von KSB-Mitarbeitern, die ihren Ärger darüber zum Ausdruck brachten, dass die Entführungsgeschichte noch immer nicht zufriedenstellend aufgearbeitet sei. Zu diesem Zeitpunkt, Ende Mai, klärte Mabaso einige der Mitarbeiter von Tugela Ferry über die bisherigen Geschehnisse auf.

Am Sonntag, den 28. Mai, führte Mabaso ein Gespräch mit Fano Sibisi – enger Mitarbeiter Stegens, einer der Chefs des missionseigenen Radio Khwezi und Präsident der KSB-Organisation „Christen für die Wahrheit“. Mabaso fragte ihn, warum nichts weiter zur Aufklärung in der Kidnapping-Geschichte geschah. Sibisi fragte, was Mabaso darüber dächte und wie die ganze Angelegenheit gehandhabt werden solle. Mabaso drückte daraufhin sein Erstaunen aus: „Ich bin überrascht, dass du mir so eine Frage stellst. Seit Beginn der Erweckung haben wir unseren Standard gehabt, den Gott uns in der Erweckung gelehrt hat. Wenn eine Person in Sünde gefunden wird und ihre Sünde nicht bekennt und sich bekehrt, wird sie ausgeschlossen von uns. Das war Onkel Erlos Art von Anfang an. Wir verstecken keine Sünde unter uns. Aber ich warne euch. Ihr behandelt das, als ob es eine kleine Sache wäre. Für mich ist es nichts kleines; ich nehme es sehr ernst.“ Sibisi meinte, dass er Mabasos Standpunkt den KSB-Leitern berichten wolle (obwohl die ihn längst kannten).

Eine weitere Woche war es totenstill. Dann rief Mabaso Sibisi an und fragte, warum er noch nichts gehörte habe von ihm. Sibisi gab zur Antwort: „Als ich von dir zurückkam, ging ich sofort zu Onkel Erlo und den Mamas. Ich habe ihnen erzählt was du gesagt hast.“ Mabaso sagte zu ihm, Sizabantu spiele mit dieser Sache herum. Er aber habe einigen Gläubigen in Tugela Ferry über die Handhabung der Angelegenheit berichtet. Sibisi versprach, offenbar beunruhigt darüber, dass nun Informationen über die peinliche Angelegenheit die Runde machten, er werde noch einmal mit den KSB-Leitern sprechen.

Am Donnerstag, den 8. Juni, kam ein Anruf von Sibisi – es gebe am Abend um 18 Uhr ein Treffen in KSB. Mabaso beschloss, mit drei seiner Mitarbeiter zu diesem Treffen zu fahren und riet ihnen, sie sollen nicht erst um Erlaubnis fragen, sondern sich bei dem Treffen einfach dazusetzen. Ihm war klar geworden, dass er Männer brauchte, die (später) bezeugen könnten, dass er die Wahrheit sprach, wenn er andernorts über das Treffen berichten würde.

Zu diesem Zeitpunkt äußerte Mabaso Vertrauten gegenüber, dass die Dinge in dieser Angelegenheit von KSB nicht aufrichtig behandelt würden, und dass große Anstrengungen unternommen würden, die Wahrheit der Sache nicht ans Licht kommen zu lassen.

Als die vier Männer aus Tugela Ferry in KSB ankamen, ging Mabaso zuerst zu einigen KSB-Mitarbeitern, die bei den letzten zwei Treffen dabei waren – aber sie waren über dieses neuerliche Treffen nicht informiert. Als sie in den Raum des Meetings kamen, trafen sie mehr Mitarbeiter als je bei den Gesprächen um die Entführung dabei gewesen waren – die meisten der Anwesenden waren jedoch zum ersten Mal dabei. Da waren Friedel Stegen, Kjell Olsen und dessen Frau Margret, Friedel Stegens Sohn Arno und eine Anzahl anderer Mitarbeiter, sowie Erlo Stegen, Mama Nsibande und Thofozi. Andere Mitarbeiter, die nach Beginn des Treffens kamen, wurden an der Tür wieder weggeschickt. Erlo Stegen sagte, sie würden nicht wissen worum es ginge – da sie nicht von Anfang an dabei gewesen seien. Die Strategie war klar: Der enge Führungszirkel Sizabantus war zusammengerückt, um zu verhindern, dass die Wahrheit auf den Tisch kommt.

Erlo betete und eröffnete die Zusammenkunft mit einem trickreichen Schachzug. Er sagte: „So wie beim letzten Treffen beschlossen wurde, dass ich gehen und beten sollte, was in der Sache mit Thofozi unternommen werden soll – ich habe nun gebetet und Gott hat mir geantwortet. Ich weiß jetzt, was für einen Entschluss ich zu fassen habe.“ Mabaso berichtete später Vertrauten, er sei mächtig überrascht gewesen über Stegens Worte, denn sie seien absolut nicht wahr gewesen. Am Ende des letzten Treffens sei man sich, ganz anders als Stegen es hier schilderte, in der Verfahrensweise völlig uneins gewesen. Es sei nicht erwähnt worden, dass er beten sollte um herauszufinden, welchen Beschluss er fassen müsse.

Es war ein abgekartetes Spiel. Stegen kündigte nun an, erst werde Thofozi sprechen, dann werde er sagen, was mit ihr geschehen solle. Thofozi sagte dasselbe, was sie auch beim letzten Treffen gesagt hatte – dass die Sache mit der Entführung dem Zwecke habe dienen sollen, den Sicherheitsdienst von Kwasizabantu zu erhöhter Wachsamkeit zu bewegen. Danach teilte Erlo Stegen seinen Beschluss mit: Thofozi sei von ihrer Arbeit als Mitarbeiterin entlassen. Er bete noch um zu sehen, wo er sie hintun solle. (Zur Erklärung: Solche „Entlassungen“ von Mitarbeitern hat es in Sizabantu des öfteren gegeben, sie sind völlig beliebig gehandhabt worden. Ein Mitarbeiter etwa, der als Seelsorger sexuellen Missbrauch an einer Frau begangen hatte, wurde ebenfalls erst als Mitarbeiter entlassen, konnte seinen Dienst jedoch alsbald fortsetzen. Was die Strategie „Schwamm drüber“ in dem Opfer des Missbrauchs für Gefühle auslösen mussten, war der KSB-Führung gleichgültig.)

Nach Erlo sprach Friedel Stegen, der ja zum ersten Mal bei einem der Treffen in Sachen Entführung dabei war. Er trat, wie immer, als bedingungslos treuer Advokat seines Bruders auf und sagte: „Thofozi, ich danke Gott, der in deinem Herzen gewirkt hat, dass du dich vor uns gedemütigt hast und deine Sünde bekannt hast. Ich danke Gott auch der zu unserem Leiter gesprochen hat und ihm offenbart hat, wie diese Angelegenheit gehandhabt werden soll. Ich glaube, dass ich im Namen von uns allen hier und der ganzen Gemeinde rede, wenn ich sage dass wir dir vergeben. Und wegen Onkel Erlos Entscheidung, es ist das Richtige. Wir stimmen zu.“ Dann sagte Mama Nsibande: „Wir danken Gott. Wir beteten für Thofozi und wir danken Gott. Er hat in ihrem Herzen gewirkt.“ (Es gehört zu den manipulativen Praktiken der Stegens, in solchen Fällen stets von „Wir“ zu sprechen. Wer dann aus dem „Wir“-Kreis ausschert, steht automatisch im Abseits.)

Es war die reine Manipulation. Barney Mabaso berichtete später Freunden, er habe zu diesem Zeitpunkt innerlich gekocht. Es gab nun einen heftigen Wortwechsel, den ein Anwesender später so schilderte:

Mabaso sagte zu Erlo Stegen: „Ich bin nicht einverstanden mit deiner Entscheidung, und ich akzeptiere sie nicht. Ich verlasse diesen Platz unzufrieden.“ Stegen antwortete: „Barney, hör zu: vor mehr als 30 Jahren betete ich zu Gott und er sandte den heiligen Geist. Ich habe darüber gebetet.“ Mabaso: „Das ist mir egal. Ich akzeptiere deine Entscheidung nicht.“ Und: „Ich danke Gott für das Evangelium. Wenn wir noch im alten Testament leben würde, wäre ich heute mit meinem Speer gekommen und hätte ihn durch ihren (Thofozis) Körper gestoßen. Aber weil wir im Zeitalter der Gnade leben, müssen wir sie nur aus unserer Mitte ausschließen.“ Mama Nsibande tadelte nun Mabaso wegen seiner Worte: „So kannst du nicht mit deinem Vater sprechen.“ Mabaso, inzwischen aufgebracht aufgrund der offensichtlichen Manipulationen: „Ihr spielt mit uns, als ob wir Kinder wären aber wir sind keine Kinder.“ Nachdem Mabaso geredet hatte, stand Arno Stegen, Sohn Friedel Stegens und rechte Hand Erlo Stegens, auf und griff zu dem alten Sizabantu-Trick, einen kritischen und unbequemen Mahner zum Sünder zu stempeln. Er sagte: „Ich habe heute zum ersten Mal von Thofozis Sünde gehört. Es ist wirklich schlimm. Aber was mich viel mehr schockiert ist die Art und Weise, wie Barney mit Onkel Erlo redet.“ Kjell Olsen, sozusagen der Pressesprecher Kwasizabantus, stand auf und sagte so ziemlich dasselbe. Die List funktionierte: der Kritiker Mabaso, der versuchte, Licht in ein kriminelles Delikt zu bringen, das von der KSB-Leitung unter den Teppich gekehrt werden sollte, stand in dem Raum plötzlich als der Verbrecher da und war in die Defensive gedrängt. Eine fingierte Entführung, eine schwere Körperverletzung – für KSB alles kein Problem. Das Problem war der unbequeme Kritiker. Mabaso sagte nun „Es tut mir leid, dass ich im Ärger geredet habe. Vielleicht bin ich heute Abend unter euch wie der Teufel. Als Jesus seinen Jüngern sagte, dass er nach Jerusalem gehen würde, versuchte Petrus ihn davon zu hindern. Jesus sagte zu ihm: ¢Weiche hinter mich Satan¢. Aber Petrus glaubte von ganzem Herzen dass er etwas Gutes tat – das Leben dessen, den er liebte, zu beschützen. Ich spreche aus Liebe zu Gottes Arbeit.“

Die listenreiche Bearbeitung des Kritikers Mabaso ging damit weiter, dass die KSB-Führung nun die Farbe wechselte wie ein Chamäleon und versuchte Mabaso einzuwickeln. Michael Ngubane sagte: „Geschwister, morgen haben wir Gottesdienste für alle Mitarbeiter. Wie können wir diese Gottesdienste haben wenn es unter uns so aussieht?“ Erlo Stegen sagte: „Ich kenne Barney seit vielen Jahren. Ich weiß, dass er ein Mann der Wahrheit ist. Er mag nichts, das nicht geradlinig ist. Ich denke der Grund, warum er so spricht, ist, weil er unter dem Eindruck steht, dass er für die Wahrheit kämpft.“ Fano Sibisi dazu: „Baba, ich bin so froh, dass du willig bist, dich in dieser Sache zu demütigen und die Wahrheit zu sagen. Ich kenne Barney auch in dieser Weise.“ Dann wandte er sich an Mabaso und sagte: „Nun Bruder, musst du dich auch dafür entschuldigen dass du gegen Onkel Erlos Entschluss warst?“ Mabaso, auf diese Weise in die Enge getrieben, blieb jedoch standhaft und antwortete: „Ich entschuldige mich für die Art und Weise in der ich gesprochen haben. Ich war ärgerlich. Aber ich entschuldige mich nicht dafür, dass ich gegen den Entschluss war, ich akzeptiere ihn nicht. Wenn ich später merke, dass ich falsch liege in der Sache, werde ich mich dafür entschuldigen – und nicht nur vor euch hier. Ich werde alle KSB-Gemeindeglieder im Auditorium zusammenrufen, und mich auf meinen Knien vor allen entschuldigen.“

Dann sprach Thulani zu Erlo Stegen. Er sagte: „Baba, ich hoffen nur, dass du den Tag nicht erleben wirst an dem du den Entschluss, den du in dieser Sache gefasst hast, bereuen wirst.“ Erlo Stegen, nun sehr aufgebracht: „Thulani, du bist die Ursache des Streites zwischen mir und Barney. Wenn du nicht nach Tugela Ferry gegangen wärst, um über diese Dinge zu reden, hätten wir heute Abend hier nicht diese Probleme.“ Thulani brach in Weinen aus und verließ den Raum. Barney Mabaso ging ihm hinterher und redete mit ihm. Er sagte zu Thulani: „Du hast die Wahrheit gesagt und wirst dafür kritisiert – nun weinst du deswegen, aber ich werde nicht weinen – ich gehe.“

Am nächsten Tag; Freitag, den 9. Juni, rief Mabaso alle Mitarbeiter der Gemeinde in Tugela Ferry zusammen, und die Teilnehmer des Treffens aus Tugela berichteten, was geschehen war. Er sagte, er habe diverse Anfragen von Zeitungen gehabt, die über verschiedene Missstände in der Mission Kwasizabantu berichteten. Er aber wolle nicht über Zeitungen oder andere Medien reden, sondern die Wahrheit über die Entführungssache von der Kanzel aus berichten.

Am 14 Juni erschienen Alpheus Mladalose, Arno Stegen, Fano Sibisi, Sipho und Thulani in Tugela Ferry. Sie sagten in Anwesenheit mehrerer Gemeindemitglieder von Tugela, sie wären mit dem Ziel gekommen, Mabaso zu bitten sich ihnen anzuschließen, so dass sie gemeinsam das Problem behandeln können. Wiederholt sagten sie, dass Erlo Stegen in einer Flut hinweggespült wäre, und dass alle zusammenarbeiten müssten, um ihn zu retten. Sie in KSB wären unfähig, ihm alleine zu helfen. Sie sagten, dass er sich bei einem Treffen am Vortag entschuldigt hätte für die Art und Weise wie er mit verschiedenen Menschen gesprochen hätte, und sie gebeten hätte, ihn zu korrigieren, wenn er Fehler gemacht habe. Sie sagten, er wäre nun weich, und bereit, sich zu ändern. Sie sagten auch, dass er sich entschuldigt hätte, weil der Eindruck entstanden wäre, dass er in Thofozis Sache nichts unternommen hatte.

Mabaso sagte ihnen, dass das Problem nicht nur oberflächlich sei. Eine Person, die angeklagt sei, einen Mordanschlag auf einen anderen Mitarbeiter geplant und initiiert zu haben, werde beschützt, – er, Mabaso, aber werde angeklagt, weil er das nicht akzeptiere. Er fragte sie: „Brüder, sagt mir, was habe ich falsch gemacht? Wo ist mein Fehler, so dass ich ihn in Ordnung bringen kann?“ Die Gesprächsteilnehmer aus KSB machten das Verwirrspiel nun perfekt und sagten im Gegenzug, dass sie keinen Fehler daran entdecken könnten, wie er die Sache behandelt habe. Plötzlich hieß es, das Problem liege bei Erlo Stegen. Deswegen seien sie gekommen, so dass man zusammenarbeiten könne, um ihm zu helfen. Erlo Stegen habe auch gebeten zu kommen, um über diese Dinge zu reden. Mabaso antwortete: „Er ist mein Vater. Es besteht keine Notwendigkeit für ihn, zu mir zu kommen; ich werde zu ihm gehen.

Am nächsten Tag, den 15. Juni, fuhr Mabaso gemeinsam mit drei Begleitern nach Kwasizbantu zu Erlo Stegen. Bei Stegen waren Fano Sibisi, Alpheus Mladalose und Thulani. Erlo Stegen betete. Dann begann er zu weinen. Das Gedächtnisprotokoll eines Anwesenden schildert folgende Unterhaltung: Stegen sagte: „Bitte vergebt mir; ich bin ein untreuer Diener gewesen. Ich habe meine Geschwister schlecht behandelt und harte Worte zu ihnen gesprochen.“ Er sagte allerdings nichts von Thofozis Geschichte. Mabaso sagte: „Von Anfang an bin ich wegen dem Guten gekommen. Nicht um irgendwelchen Schaden anzurichten, sondern um diese Sache zu klären.“ Stegen sagte: „Ich versichere dir, dass ich von Anfang an in der Sache gearbeitet habe und ich tat es nicht alleine“. Auch Mama. Nsibande sei von Anfang an damit befasst gewesen. Mabaso antwortete: „Baba, ich hätte verstanden was du jetzt gesagt hast, wenn Mrs. Nsibande nicht am 3. April so zu mir geredet hätte wie sie es tat, als ich zum ersten Mal wegen der Sache zu ihr ging. Sie sagte zu mir, dass sie so froh wäre, dass ich kam, um über die Sache zu reden, weil sie wirklich ein großes Problem damit hatte.“ Stegen sagte daraufhin: „Lasst sie uns jetzt rufen, so dass wir von ihr hören können.“ Als sie kam, fragte Mabaso sie: „Mama Nsibande, Onkel Erlo sagte, dass er von Anfang an mit dir zusammen Thofozis Sache behandelt hat. Ist das so?“ Sie antwortete: „Als diese Sache aufkam, war ich nicht hier. Ich war unterwegs zum Predigen. Ich wusste nicht davon.“ Dann erinnerte Mabaso sie: „Aber als ich am 3. April zu dir kam, sagtest du mir, dass du davon wusstest. Thulani und Sipho hatten es dir gesagt. Dann schicktest du sie zu Onkel Erlo.“ Sie sagte: „Jetzt erinnere ich mich. Sie haben mit mir darüber gesprochen.“ Mabaso: „Aber Onkel Erlo sagte, dass er von Anfang an mit dir diese Sache behandelt hat. Diese Sache wurde Anfang März nach KSB gebracht. Ich kam Anfang April.“ Nsibande: „Ich war nicht hier. Ich predigte.“ Ein klarer Widerspruch also zwischen den Aussagen von Stegen und Nsibande. Hier war nicht mehr zu überblicken, wer hier wem, wie und warum die Bälle zuspielte. Stegen sagte danach nichts

Das Gespräch weiter: Mabaso: „Ich bin besorgt, weil Jannie und Justice noch nie die Gelegenheit gegeben wurde, bezüglich der Entführung von Thofozi zu reden. Sie sollten gerufen und angehört werden.“ Nun versuchte Stegen, die Aufklärung erneut zu behindern. Stegen fand es nicht notwendig Jannie zu rufen, da er kein Mitarbeiter sei, und sich diese Sache um einen Mitarbeiter drehe. Die Männer aus Tugela konnten darin keine Logik sehen. Schließlich setzten sie sich durch, dass auch eine Person, die kein Mitarbeiter sei, die Gelegenheit bekommen sollte zu bezeugen, was sie weiß. Stegen wirkte nun ziemlich hilflos: „Aber ich habe Angst, dass er alle möglichen, unnötigen Dinge redet.“ Mabaso jedoch bestand darauf, dass Jannie gerufen werden sollte, und ein Treffen wurde für den kommenden Sonntagabend (18. Juni) ausgemacht, an dem Jannie und Justice gerufen werden sollten, um ihre Geschichte zu erzählen. Ein weiteres Treffen, zu dem alle Mitarbeiter gerufen werden sollten, wurde für Montag den 19. Juni geplant.

Am Samstag, den 17. Juni, aber hatte Mabaso genug von den Versuchen Stegens, die Hintergründe der fingierten Entführung zu vertuschen und durch Endlos-Konferenzen die Spur zur Wahrheit immer weiter zu verwischen. Das Vertrauen in Erlo Stegen und die Führung von Kwasizabantu war zerstört. Mitarbeiter von Mabaso schildern, dass er wie krank im Bett lag und betete. Am Nachmittag war es so, als ob jemand zu ihm sagte: „Es ist genug.“ Er selbst schilderte seinen Entschluss später so: „Meine Tränen, die während den vergangenen Wochen nicht versiegten, waren plötzlich weggewischt und ich spürte neue Kraft in meinen Körper fließen. Das war der Moment, als ich beschloss, dass ich nicht zurückgehen werde, um durch dieses Treffen durch zu kämpfen. Ich habe genug davon. Ich werde mich von Onkel Erlo und denen trennen, die diesen Weg mit ihm gehen.“ Mabaso rief Alpheus Mladalose an und teilte ihm seinen Entschluss mit, sich von KSB zu trennen. Er sagte: „Ich komme nicht mehr zurück nach KSB.“ Er bat ihn, die anderen davon zu unterrichten. Sie müssten ihre Treffen ohne ihn fortsetzen.

Am folgenden Tag gab er seine Entscheidung auf der Kanzel bekannt und gab der Gemeinde Zeit bis Mittwoch, den 21. Juni, um nach KSB zu gehen, falls sie wünschen, mehr über die Sache zu erfahren und darüber zu beten, was sie tun sollten.

An diesem Mittwoch hatte jedes Gemeindemitglied eine Gelegenheit und seinen Entschluss bezüglich der folgenden zwei Punkte bekannt zu geben:

Möchten sie noch Mitglied von KSB sein?
Möchten sie mich weiterhin als Gemeindeleiter haben?
Bei dem Treffen entschloss sich die gesamte Gemeinde Tugela Ferry, sich von KSB zu trennen und Mabaso als Gemeindeleiter zu behalten.

Am Montag, den 26. Juni kamen Albu van Eeden, Peet Botha und einige andere Mitarbeiter von KSB nach Tugela Ferry um zu hören, warum Mabaso sich von KSB getrennt hatte. Er schilderte es ihnen.

Am Mittwochmorgen kam eine Gruppe von ungefähr 200 Personen, einschließlich Leuten aus Kapstadt, Johannesburg und auch Leuten, die keine Mitglieder von KSB waren. Erlo Stegen war ebenfalls dabei. Alle zusammengezählt waren mehr als 300 Leute bei dem spontanen Treffen.

Mabaso wurde aufgefordert zu sagen, warum er KSB verlassen hatte. Er berichtete. Er bat dann einen Mitarbeiter, einen Brief vorzulesen, den Erlo Stegen zwischenzeitlich an die Leiter und Verantwortlichen der KSB-Arbeit in Europa geschickt hatte. In diesem Brief standen einige schwere Anschuldigungen gegen Mabaso und einen Mitarbeiter, die völlig aus der Luft gegriffen waren und lediglich Teil einer Desavouierungskampagne waren, mit der Stegen die Glaubwürdigkeit Mabasos herabzusetzen versuchte. Das Treffen dauerte mehr als 5 Stunden, ein Video wurde aufgenommen. Stegen sagte nichts über den Hauptpunkt, die Entführung und die verhinderte Aufarbeitung des Kriminaldelikts.

Verschiedene Leute bekamen die Gelegenheit zu sprechen. Jannie le Roux bekam auch die Gelegenheit zu sprechen. Zwei Mal, während er sprach, versuchte Jeffrey Zikali (Mitarbeiter von KSB) ihn daran zu hindern, Details zu nennen. Die Mehrzahl der Anwesenden bestand aber darauf, dass Jannie die Gelegenheit gegeben würde, alles zu sagen was er sagen wollte, weil ihm diese Gelegenheit schon seit Monaten verweigert worden war.

Unter anderem sagte er:

Er habe Thofozi schon seit 5 Jahren beobachtet, seit er gemerkt hat, dass sie krumme Dinger dreht.
Er hat diese Dinge Erlo Stegen und anderen gemeldet.
Eine Frau habe ihm von den Vorbereitungen der Entführung berichtet. Er sei mit ihr nach Durban gefahren, um die Kontaktperson zu treffen. Als er Thofozi fragte, ob sie entschlossen sei, die Sache mit der Entführung durchzuziehen, sagte sie ja.
Er habe niemanden von der Sache mit der Entführung berichtet sondern das als gering und unbedeutend im Vergleich zu den anderen Dingen betrachtet, die Lydia Dube sonst tat
Andere Dinge, die sie getan hatte, erwähnte er nicht bei dem Treffen. Sie seien zu beschämend. Aber die Leiter wüssten davon, weil er es ihnen erzählt habe.

Schlussbemerkung:

Die Leitung von Kwasizabantu ist nicht ihrer Staatsbürgerpflicht nachgekommen und hat es unterlassen, die Initiatorin der „Entführung“ und das von ihr angeheuerte Überfallkommando wegen schwerer Körperverletzung an Thobekile Mhlongo strafrechtlich anzuzeigen, wie es in einem demokratischen Rechtsstaat Pflicht ist.

Erlo Stegen hat die kriminellen Machenschaften eines der Leitungsmitglieder Kwasizabantus von Anfang März bis zum 21. Juni 2000 seinen europäischen Anhängern gegenüber geheim gehalten.

In einem Schreiben an die Leiter von Kwasizabantu-Vereinigungen in Europa vom 21. Juni 2000, in dem sich Erlo Stegen, wie oben schon berichtet, heftig über Barny Mabaso und einen seiner Mitarbeiter beklagt, schildert Stegen seinen Anhänger seine Sicht der Dinge. Er verliert über die Kriminalgeschichte ganze zwei Sätze. Sie lauten:

„Vor kurzem beichtete Lydia Dube, dass sie etwas verschwiegen hätte im Zusammenhang mit ihrer Entführung vor zweieinhalb Jahren. Sie war mitschuldig an der Sache und hätte es damals ans Licht bringen müssen. Jetzt war sie bereit, es gleich an die Öffentlichkeit zu bringen.“ Das war Stegens eigenartige Wahrheit zu Dubes Lügen und den monatelangen Diskussionen und Vertuschungsversuchen.

Stegen, der „Erweckungsprediger“, rät den Anhängern seiner Mission in dem Schreiben davon ab, die Wahrheit herauszufinden und sich um die Hintergründe des Ausstiegs von Barny Mabaso aus Kwasizabantu nicht zu kümmern. Der letzte Absatz seines Briefes ist die blanke Manipulation:

„Sollten einige noch Fragen haben, bin ich gerne bereit, die zu beantworten. Paulus sagte über Demas jedoch nur, dass er ihn verlassen habe, was vollauf genügte. Sollte es für uns dann nicht auch genügen? Oder ist es noch nötig dass wir auch zu Demas gehen, um seine Seite anzuhören? Dieses schreibe ich Euch als ein Sklave Christi. In Ihm verbunden Erlo Stegen“.