Beweise für offensichtlichen Missbrauch und Fehlverhalten seitens der KSB-Leiterschaft

von einer Gruppe christlicher (evangelikaler und ökumenischer) Kirchen in Südafrika

Wir, Repräsentanten und Mitglieder christlicher (evangelikaler und ökumenischer) Kirchen, trafen uns am 24.März, 23.April und 23.Juni 2000  in Pietermaritzburg, um uns über Ereignisse im Umfeld von Kwa Sizabantu (KSB) zu informieren und darüber zu beraten. Wir trafen uns auch auf Bitte christlicher Leiter aus Südafrika und dem Ausland, die uns ihre tiefe Besorgnis über angebliche Lehren und Praktiken von KSB zum Ausdruck brachten. Immer wieder hörten wir schockiert und betroffen einem Bericht nach dem anderen zu, Berichten die auf erheblichen geistlichen, physischen und psychischen Missbrauch in KSB hindeuteten. 

Wir erkennen an, dass es Menschen gibt, die bei ihrem Besuch in KSB tatsächlich Gottes verändernde Kraft durch sein Wort erlebt haben, und wir erkennen an, dass viele Christen mit Hingabe dort dem Herrn dienen. Doch mit großer Besorgnis hörten wir etwa zwanzig Zeugnissen zu, Berichten aus erster Hand von Menschen aller Altersstufen und quer durch das kulturelle, sprachliche und Altersspektrum, repräsentativ für Familienmitglieder, ehemalige Mitarbeiter und leitende KSB Mitglieder. Diese Berichte, die aus Zeitgründen aus einer großen Zahl von Zeugen ausgewählt wurden, zeigten solche Übereinstimmung, dass wir sie mit guten Gewissen nicht ignorieren konnten sondern die Notwendigkeit spürten, darauf zu reagieren. Vor allem lag uns aber daran KSBs Antwort auf diese Anschuldigungen zu hören. Falls es keine Antwort von KSB gäbe, wäre es notwendig, die gesamte christliche Gemeinschaft durch eine Erklärung zu informieren. 

Für die Lösung von Problemen dieser Art beachtete das Gremium das biblische Gebot von Matth.18,15-17 und bemühte sich, den Anweisungen Jesu in Bezug auf Heilung, Versöhnung und Korrektur nachweisbarer Fehler zu folgen. Als „Gemeinde“ verstehen wir nach Matth.18 und der vorliegenden Situation die Kirche sowohl auf örtlicher, regionaler, nationaler als auch globaler Ebene. Deshalb kamen wir als Christen verschiedener Kirchen und Gemeinden zusammen, um die Angelegenheiten zu bedenken, die einen Teil dieser Kirche betrifft, nach einer geistlichen Lösung zu suchen und andere Glieder des Leibes Christi, die von den Vorgängen betroffen waren, darüber in Kenntnis zu setzen. 

Bei diesem Vorgehen bemühte sich unser Gremium, die Sache durch Gottes Gnade in selbstkritisch-demütiger Haltung anzugehen und in dem Bewusstsein der drei biblischen Schlüsselfragen, die an KSB und an uns alle gestellt werden: 

1. „Wo bist du?“ (1. Mose 3,9) –  Jeder von uns muss sich ernstlich fragen, wo er vor Gott steht. 

2. „Wo ist dein Bruder?“ (1. Mose 4,9)  –  KSB und jeder von uns, der im christlichen Dienst steht, muss sich fragen: Wo stehen wir in Beziehung zu unseren Brüdern und Schwestern, mit denen wir Gemeinschaft haben sollten? 

3. „Soll ich meines Bruders Hüter sein?“ (1. Mose 4,8)  –  Die Antwort auf diese Frage ist JA. Für unser Gremium bedeutete dies eine große brüderliche Sorge für Kwa Sizabantu selbst und für diejenigen, die nach eigener Aussage durch KSB Schaden genommen haben. KSB muss gleicherweise Mitverantwortung übernehmen für diejenigen, die berichten, von KSB verwundet worden zu sein. 

I. Ereignisse, die dazu führten, dass die Gruppe christlicher Leiter eingeschaltet wurde 

Neue Berichte über Misshandlungen usw. kamen Januar/Februar 2000 über verschiedene Quellen verantwortlichen Christen zu Ohren. Frühere Mitglieder von KSB sprachen Kirchenleiter an und teilten ihnen ihre Erlebnisse in solcher Dringlichkeit mit, dass in dieser Situation etwas getan werden musste. Gleichzeitig wurde über viele Tage in der säkularen Presse über angebliche Missbräuche in KSB berichtet. Diese tragischen Berichte stellte die KSB-Leitung als eine Erscheinung des Bösen dar, was KSB sicher gerne vermieden hätte. 

Die Berichte und Nachweise von Leid und Missbrauch veranlasste einige christliche Leiter,  Verbindung mit dem Leiter von KSB, Herrn Erlo Stegen, mit dem Ziel aufzunehmen, zwischen KSB und den Betroffenen (beachte Matth.5,23) ein Gespräch zu ermöglichen und Versöhnung zu erzielen. Wir wollten auch zu Reformen innerhalb von KSB ermutigen, wo diese nötig wären. KSB lehnte jedoch solche Gespräche ab. Daraufhin wurde – mit dem Wissen von KSB – ein Treffen repräsentativer Kirchenleiter einberufen, bei dem frühere Mitglieder der Mission als Zeugen aussagten. 

Weil diese Berichte so schwerwiegend waren, sah es das Gremium als erforderlich an, diese Angelegenheiten mit Mitgliedern der KSB-Leitung zu besprechen, um deren Standpunkt kennen zu lernen. 

Die KSB-Leitung lehnte es jedoch ab, dieses Gremium christlicher Leiter zu treffen und unterstellte, das Gremium sei von „Dissidenten und Feinden der KSB Mission“ benutzt worden. Jedoch wurde eine Einladung an jeden Einzelnen ausgesprochen KSB zu besuchen, um die Arbeit dort persönlich kennen zu lernen. 

Das Gremium antwortete KSB, um die Wichtigkeit eines Treffens als Gruppe christlicher Leiter mit den Verantwortlichen von KSB zu begründen und bat erneut um ein Treffen bei KSB, um die Angelegenheiten zu besprechen. KSB lehnte aber erneut ab. Die Begründung: die Leitung befände sich gegenwärtig in Übersee. 

Zwei weitere Termine wurden von dem Gremium angeboten und nochmals um ein Treffen gebeten. Doch wiederum lehnte die KSB-Leitung ab. Als Grund wurde diesmal die Behauptung aufgestellt, dass die christlichen Leiter böswilligen Personen zugehört hätten. KSB unterstellte den Zeugen, dass sie Informationen über KSB in den säkularen Medien und im Internet veröffentlicht hätten. KSB schien nicht willens, die Funktion von Matth.18 anzuerkennen, obwohl das Gremium betont hatte, dass dieses Bibelwort sein Leitmotiv in dem ganzen Vorgang war. 

KSBs letztes Wort war eine endgültige Absage, uns als ein Gremium von Kirchenleitern zu empfangen, um die Angelegenheiten zu besprechen. Aber sie luden wieder jedes einzelne Mitglied des Gremiums zu einem individuellen Besuch der Mission ein. Dabei wurde allerdings jede Diskussion über die Angelegenheiten und die Probleme von vornherein ausgeschlossen. In einem Brief vom 13.Juni 2000 heißt es: „Wir laden Sie und Ihre Kollegen erneut ein, die Mission zu besuchen (aber nicht um über die obengenannten Dinge zu sprechen)“. Das Gremium bedauert dies, denn aufgrund dieser Absagen war es nicht möglich nach dem Prinzip zu handeln „audi alteram partem“ (höre die andere Seite). Deshalb fehlt in diesem Dokument eine Stellungnahme von KSB, die wir gern berücksichtigt hätten, wenn wir die Möglichkeit dazu bekommen hätten. 

II. Was das Gremium aus den fehlgeschlagenen Bemühungen um einen Dialog mit KSB lernte 

1. Die Ablehnung von KSB zum Gespräch stellt ihr Bekenntnis zur evangelikalen Bewegung und der Gemeinde Jesu als Ganzes in Frage, und dies zu einer Zeit, wo Offenheit anderen Kirchen gegenüber äußerst wichtig gewesen wäre, um Vertrauen zu gewinnen. 

2. KSBs schriftliche Antworten waren vor allem verteidigend und vermuteten vorschnell eine Verschwörung von  – so die KSB-Leitung – „Feinden von KSB“.  KSB war überzeugt, dass diese das Gremium manipulierten und lehnte ein Treffen ab. Begründung: Die Kenntnisse des Gremiums stammten von Personen, die unfairerweise Informationen in den Medien publiziert hätten. Dabei hatte das Gremium deutlich erklärt, dass nur einer der Zeugen den Medien Informationen geliefert hatte (diese Person spielte jedoch weder bei der Auswahl noch dem Vorgehen des Gremiums irgendeine Rolle). KSBs Absage sich mit den christlichen Leitern zu treffen und dass vorschnell von „Feinden der Mission“ gesprochen wurde, legt den Verdacht einer Vertuschung nahe, was das Gremium mit großer Sorge erfüllt. 

3. Daß KSB die Gespräche mit der Begründung „Es gibt keine internen Spaltungen“ ablehnte, überraschte das Gremium. Denn die Ereignisse innerhalb der KSB-Gemeinden in Deutschland (bestätigt durch christliche Zeitschriften in Europa) und das Ausscheiden von Leitern und Gemeindemitgliedern in den letzten Wochen und Monaten (z.B. die Gemeinde in Tugela Ferry/Südafrika), zeigen deutlich, dass diese Behauptung nicht stimmt. 

4. Fazit: Die Weigerung von KSB, wichtige Fragen zu besprechen, der Ton in den Briefen der KSB Leitung, die Gründe für die Ablehnung von Gesprächen sowie die Beweise, die uns von den Zeugen vorgelegt wurden – das alles überzeugte uns, dass KSB in die Defensive geht. Offensichtlich möchte die KSB Leiterschaft nicht mit den Dingen konfrontiert werden, die wir unter IV aufzählen. Das ist jedoch für die christliche Gemeinschaft als Ganzes nicht akzeptabel. Wir meinen, dass sie ihre Beziehung zu KSB zu diesem Zeitpunkt neu überdenken muss. 

III. Warum das Gremium sich dazu entschieden hat, die Ergebnisse seiner Untersuchungen der christlichen Gemeinschaft mitzuteilen 

1. Wir stellen fest, dass KSB mit der evangelikalen Gemeinschaft und mit anderen Christen durch übergemeindliche Organisationen und Aktivitäten verbunden ist, zum Beispiel Christen für die Wahrheit, Ärzte für das Leben, Wahre Liebe wartet, Radio Khwezi, KSB Chorreisen, jährliche Mitarbeiterkonferenzen, Jugendkonferenzen und häufige Predigtdienste in anderen Kirchen. 

2. Wir sind uns auch bewusst, dass KSB sich öffentlich zur Evangelikalen Bewegung bekennt, wie dies aus ihrer Homepage, verschiedenen Dokumenten und Stellungnahmen der KSB-Leiter im Radio hervorgeht. 

3. Wir wissen auch, dass KSB häufig bekannte Kirchenleiter als Redner nach KSB einlädt. Wer diese Einladungen arglos annimmt, wird von der KSB-Leitung benutzt als jemand, der die Handlungsweisen von KSB gutheißt. 

4. Weil KSB sich zu einem gewissen Grad mit der Evangelikalen Gemeinschaft assoziiert und mit ihr zusammenarbeitet, fanden wir es angebracht, ein bestimmtes Maß an Verantwortlichkeit und Gesprächsbereitschaft von KSB zu erwarten. Diese Verantwortlichkeit ist umso größer, als KSB öffentlich andere zur Umkehr auffordert: die Gemeinde Jesu, die Regierung und die Gesellschaft. Deshalb ist es auch für die Christenheit und insbesondere die Evangelikale Gemeinschaft wichtig zu erfahren, was dort vorgeht. Dies ist umso wichtiger, wenn Berichte über schwerwiegende Misshandlungen innerhalb dieser Organisation ans Licht kommen. Denn weil KSB sich öffentlich mit der Evangelikalen Bewegung identifiziert, können diese Berichte die Glaubwürdigkeit christlicher Leiter und ihrer Organisationen beeinträchtigen. Gleichzeitig müssen christliche Leiter sich fragen, in wieweit sie durch ihre Beziehung zu KSB und ihre Unterstützung der Mission die physische, emotionale oder geistliche Sicherheit derer gefährden, die unter ihrer Obhut sind. 

5. Zudem können unter Berücksichtigung von biblischer Gerechtigkeit, seelsorgerlicher Fürsorge und sozialer Verantwortung Berichte über Misshandlungen nicht unbeachtet bleiben. Es ist wichtig, dass die weltweite Gemeinde Jesu die Wahrheit erfährt über die eigentlichen Ursachen des Konflikts und der gegenwärtigen Krise von KSB. Es ist notwendig für die Geschädigten zu sorgen und sie zu rehabilitieren, Misshandlungen aufzudecken wo immer sie auftreten und zu verhindern dass sie sich wiederholen oder gar zu einer größeren Katastrophe führen. Wir sahen uns durch Gottes Wort und den Heiligen Geist beauftragt die zu verteidigen, die Gott uns anvertraut hat. Deshalb waren wir auch als christliche Leiter der Meinung, dass es weder weise noch richtig sein kann, nur die positive Seite der KSB Mission zu beschreiben und dabei die vielen und wiederholten Beweise von schwerwiegenden Irrtümern und Vergehen zu ignorieren. Viel mehr ist es in unserem Interesse, im Interesse von KSB und der ganzen christlichen Gemeinschaft, das biblische Prinzip von Matthäus 18,15-17 anzuwenden, um Probleme und Konflikte in der Kirche und in der Christenheit zu lösen. 

6. Angesichts der Tendenzen, die wir bei KSB im Blick auf Glaubensaussagen und Praktiken zu beobachten meinen, fühlen wir uns genötigt, ein Wort der Warnung an die Christenheit zu richten. Was einmal als echte Erweckung begonnen hat, kann im Laufe der Zeit entarten und zu einer regelrechten Verzerrung eines echten Werkes Gottes führen. Die christliche Gemeinschaft sollte sich der Gefahren bewusst sein, die herrühren können von: 

i. einem Mangel an Verantwortlichkeit. 

ii. einem Mangel an Offenheit gegenüber dem Leib Christi. 

iii. einem Mangel an Bereitschaft, Probleme wahrzunehmen und über sie zu reden. 

iv. einem Mangel an Bereitschaft, dem Gebot nach Versöhnung zu gehorchen (Matth.5,23). 

v. eine elitäre Geistlichkeit und die fehlende Bereitschaft, als Leiter anderen zu dienen. 

vi. augenscheinliches oder tatsächliches Sympathisieren mit unterdrückenden Systemen. 

 

IV. Beweise für offensichtlichen Mißbrauch und Fehlverhalten seitens der KSB-Leiterschaft 

1. Unbiblische Lehre 

Obwohl dem Gremium bekannt ist, dass Herr Stegen öffentlich erklärt hat, dass „KSB keine neue Lehre verbreitet und nicht glaubt, dass es allein die Wahrheit besitzt“, legen doch viele Zeugnisse den Verdacht auf beträchtliche Widersprüche nahe zwischen dem, was KSB öffentlich behauptet und was im Stillen praktiziert wird. Das Gremium hörte Zeugnisse, die darauf hindeuten, dass Frau Hilda Dube in der Vergangenheit in Trance Botschaften von „Gott“ empfing und an Herrn Stegen weitergab. Diese wurden Berichten zufolge von ihm der Gemeinde als besonders maßgeblich weitergegeben. Das Gremium beurteilt dies, wenn es wahr sein sollte, als unangemessen subjektiv und biblisch fragwürdig. 

Zeugnisse vermittelten einen Einblick in KSBs Selbstverständnis als einem Erweckungszentrum und seiner extremen Betonung von „Erweckungs“-Erfahrungen, die auf Ereignisse zurückgehen, die im Jahr 1966 anfingen. Dies führte bei der KSB Leitung oftmals und in erheblichem Maße dazu, die Autorität der Schrift zu ersetzen und neutestamentliche Einschränkungen seelsorgerlicher Autorität zu umgehen. KSB handelte zu sehr als exklusive Gruppe, mit eigenen „speziellen“ Offenbarungen, aufgrund derer die Leiterschaft ihre Autorität ausübte. Das führte zu Machtmissbrauch und einem Klima von Angst, mit dem Kontrolle ausgeübt und Menschen beeinflusst wurden. 

Ein bekanntes Beispiel hierfür war immer, wenn Menschen sich besorgt oder kritisch über ein bestimmtes Verhalten, Bestimmungen, Sünde, Misshandlungen oder manchmal sogar über offensichtlich kriminelle Aktivitäten seitens der KSB-Leitung äußerten. In solchen Fällen wurden diejenigen, die Probleme sahen und sie ansprachen, von der Leitung in einer Weise verdammt, dass sie sich schuldig fühlen mussten weil „sie das Problem waren“. 

Zeugnissen zufolge bedeutete für den inneren Kern der KSB Gemeinschaft: Wer die Leiterschaft in KSB infrage stellt, der stellt Gott selbst infrage und behandelt IHN respektlos. Das führt jedoch dazu, dass die KSB-Leitung zu oft handeln kann, ohne sich verantworten zu müssen oder hinterfragt zu werden. 

 

2. Unbiblische Rolle der Angst 

Das Gremium kam aufgrund von Zeugnissen zu der Schlussfolgerung, dass Herr Erlo Stegen in einer Struktur arbeitet, in der er sich extremer Verehrung und Unterwerfung seiner Anhänger erfreut, ohne dass er sich geistlich oder sonstwie verantworten müsste. Dies scheint die Tür für Machtmissbrauch geöffnet zu haben. 

Während uns deutlich wurde, dass viele von sich aus Herrn Stegen anvertrauen, legen doch manche Zeugnisse nahe, dass Herr Stegen und andere KSB Leiter zu oft ihre Autorität durch Manipulation ausüben und die Kontrolle von Menschen durch Angst erzielen. Wir hörten den Zeugnissen und Berichten vieler Menschen zu, die über einen Zeitraum von 30 Jahren zu KSB gehörten, und wir waren betroffen über die Beständigkeit, mit der Angst eine Rolle in den Berichten spielte. Es war der Eindruck des Gremiums, dass diese Angst bis heute in geradezu tragischer Weise bei vielen Personen noch vorhanden ist, die Zeugnis gaben. 

Wiederholt hörten wir Aussagen wie: „Erlo hatte die völlige Kontrolle über uns“, „Wenn Erlo glücklich war, dann war alles gut“, „Wenn Erlo nicht glücklich war, waren auch wir es nicht. Wir machten ihn zu unserem Gott“. Das Gremium hörte auch wiederholt Zeugnisse von Menschen, die sich Gott als ewig zürnenden Gott vorstellten, einem „Gott, der immer zornig ist „. Dies bestätigte die Schlussfolgerung des Gremiums über die Bedeutung von Angst bei KSB. Manche von denen, die KSB verließen und eine neue geistliche Heimat fanden, berichteten, wie die Lehre von der Liebe Gottes als eine völlig neue Offenbarung zu ihnen kam. Während sie in KSB waren, war Gott für sie kein liebender Gott. Dies ist als ein schwerwiegender Mangel in der KSB-Lehre über Gott zu sehen. In ihrer Sicht war Gott nur ein zorniger Gott, darauf bedacht, Sünder zu bestrafen. 

 

3. Physische Brutalität 

Das Gremium hörte – was beinahe wie ein Handlungsmuster zu sein scheint –  von harten und brutalen Prügeleien über einen langen Zeitraum (von denen eine angeblich zum Tode führte), angefangen von der Zeit der so genannten „Kranskop-Treffen“ im Jahr 1975 bis in die jüngste Zeit. Es gab Augenzeugenberichte von willkürlicher Züchtigung von Kleinkindern und Jugendlichen, von schweren Verletzungen und seelischen Erschütterungen. Es wurde berichtet von Kleinkindern, die für nur geringe und willkürliche Fehler in Schränke eingesperrt wurden, von um sich greifendem Terror und Brutalität. Diese Erlebnisse wirkten bei vielen Zeugen noch immer stark und schädigend in ihrer Erinnerung nach. Es gab auch Augenzeugenberichte aus jüngerer Zeit von übertriebenem und brutalem Schlagen von Schulkindern in den 80ern und frühen 90er Jahren. Darüber hinaus gab es sogar Zeugnisse darüber, dass Erwachsene in den letzten Jahren in KSB geschlagen wurden. Viele dieser Schläge wurden in Anwesenheit anderer ausgeführt, was die Menschen traumatisierte und sie in Fesseln der Angst hielt. Das Gremium sah, dass es im Leben einiger Betroffener noch bis heute traumatische Folgen gibt. Aus der Sicht des Gremiums zwingt das die KSB Leiterschaft, diese Dinge in Ordnung zu bringen. 

 

4. Psychologischer Missbrauch 

Durch die Zeugnisse wurde deutlich, dass die KSB Leitung durch psychologischen Druck Menschen zu beeinflussen versucht. Das Gremium hörte von Vorfällen, bei denen fürchterliche Flüche von Herrn Erlo Stegen ausgesprochen wurden, oder Verfluchungsdrohungen gegen diejenigen, die Fehler begingen, die seine Autorität anzweifelten oder gegen jene und deren Familienmitglieder, die KSB verließen oder verlassen könnten. Es gab Aussagen wie: „Ich spreche jetzt Gottes Fluch über dein Leben aus“. Einige bezeugten, wie sie ohne Erklärung gemieden oder getadelt wurden.  Andere wiederum wurden angewiesen, sich von der Mission fernzuhalten wobei man ihnen gleichzeitig vorwarf sich der Gemeinschaft zu entziehen. 

Einige andere extreme Ereignisse wurden berichtet, die das Gremium zutiefst schockierten: Dem Gremium wurde bewusst gemacht, dass die oben beschriebene Form von Misshandlung in zwei oder drei Fällen zu Selbstmord führte. 

 

5. Vertrauensbruch 

Es gab Berichte von jenen, deren persönliche und geheime Beichte offen vor der Mitarbeiterschaft mitgeteilt wurde, um dadurch Macht über sie auszuüben. Einige dieser Bekenntnisse wurden der Gemeinschaft aus strategischen Gründen mitgeteilt. Andere sprachen über Taktiken der Schikane und Erniedrigung durch die KSB-Leiterschaft und davon, wie von Mitgliedern erwartet wurde, über andere zu berichten um dadurch ihre Treue zur Leiterschaft zu beweisen. Einige, die Zeugnis gaben, empfanden dies als zerstörerisch, als Verrat und als völligen Vertrauensbruch. 

 

6. Spaltung von Familien einschließlich Ehen 

Das Gremium hörte immer wieder, wie die KSB-Leitung bis in die Gegenwart versucht, Familien zu spalten und Familienglieder zu trennen. Dem Gremium wurde bewusst, welche zerstörerische Folgen es für Familien hatte, wenn plötzlich Personen aus ungenannten Gründen von KSB verbannt wurden. Solche Berichte gab es selbst aus den frühen Dienstjahren Erlo Stegens. Scheinbar endlose Entfremdungen, sogar unter reifen und aufrichtigen Christen, wurden als Folgen dieser Art von Ablehnung und Zurückweisung berichtet. 

In einigen extremen Fällen waren Ehemänner von der Leiterschaft ermutigt worden, sich von ihren Frauen scheiden zu lassen, weil diese sich nicht der Leiterschaft unterordnen wollten. Andere teilten mit, wie von Ehefrauen erwartet wurde, ja, sie geradezu ermutigt wurden, sich von ihren Ehemännern zu trennen. Ein tragischer Fall wurde erwähnt, in dem die KSB-Leitung die Entscheidung einer bestimmten Frau unterstützte, sich von ihrem Ehemann zu trennen und auf der Missionsstation zu bleiben. Schließlich ließ sie sich von ihm scheiden mit der Begründung, er habe „den Weg“ von KSB verlassen – obwohl er ein hingegebener Christ war und geblieben ist und sie ernstlich gebeten hatte, mit ihm zusammenzubleiben und so die Ehe zu retten. Dem Gremium wurde mitgeteilt, dass sich gegenwärtig ein anderes Ehepaar in ähnlicher Situation befindet. 

Es wurde auch über die Praxis des Schulverweises von der Missionsschule berichtet. Bereits für Vergehen wie Briefwechsel zwischen Jungens und Mädchens wurden Kinder der Schule verwiesen,  was dazu führte, dass sie auch von ihrer Familie verstoßen wurden. In einigen Fällen wurden die Kinder von ihren Familien verbannt, verlassen und damit Gefahren ausgesetzt. Es gab Berichte darüber, wie Mitgliedern mit Ausschluss gedroht wurde, wenn sie mit früheren Mitgliedern und Leitern Kontakt pflegten. 

Das Gremium hörte, wie die KSB-Leiterschaft in einigen Fällen sogar verbot, Hochzeiten früherer Mitglieder zu besuchen, auch hier mit der Androhung eines „Ausschlusses“. Ein Fall ereignete sich gerade zu der Zeit, als dieser Bericht erstellt wurde (24.März 2000). 

 

7. Angebliche Unwahrheiten und Täuschung 

Eine Anzahl früherer Mitglieder und einige, die in den vergangenen Monaten KSB verließen, bezeugen eine Praxis der KSB-Leitung, die Lügen und Irreführung als eine Form von „Weisheit“ rechtfertigt. Ein ehemaliger leitender Mitarbeiter zitiert Erlo Stegen: „Eine in Christus ausgesprochene Lüge, mit dem Zweck sein Werk zu schützen, ist keine Lüge.“ Es gab zahlreiche Berichte über die Praxis von KSB, Unwahrheiten und Gerüchte über diejenigen zu verbreiten, die die Mission verlassen haben, sogar in den vergangenen Monaten. 

 

8. Offensichtliches Beschützen eigener Mitarbeiter durch die Leiterschaft – einschließich angeblicher Missetäter 

Das Gremium hörte Berichte über widersprüchliche Handhabung von Disziplin bei KSB. Es gab schwerwiegende Berichte über Mitglieder, die scharf bestraft oder ausgeschlossen wurden wegen relativ geringer Verstöße gegen KSB-Regeln und Bräuche, während andererseits einige KSB-Leiter, die offensichtlich schwerwiegende Sünden – und in einigen Fällen angeblich kriminelle Handlungen – begangen hatten durch die Leiterschaft geschützt und gedeckt wurden, sogar auf Kosten von moralisch gefährdeten KSB Mitgliedern. Eine Begebenheit wurde in zwei übereinstimmenden und sich gegenseitig bestätigenden Zeugnissen berichtet. Es gab den Vorwurf, dass die Leitungsspitze von KSB in unverantwortlicher Weise einem ihrer Leiter für nahezu fünf Jahre erlaubte, in einer Schlüsselposition zu bleiben, obwohl sie wussten, dass er Mädchen sexuell ausnutzte, die ihn als ihren Seelsorger ansahen. 

 

9. Exklusivität – KSB-Praktiken als „der Weg“ 

Am häufigsten wurde bezeugt, dass von Personen, die KSB verlassen, behauptet wird, er oder sie habe „den Weg“ verlassen. Es wurde erklärt, dass „die Erweckung“ zu verlassen für KSB gleichbedeutend damit ist, den Schauplatz von Gottes größtem Segens zu verlassen. KSB zu verlassen oder nicht mit der Organisation überein zu stimmen, bedeutet für KSB dasselbe wie sich von der Erweckung abwenden. Es wurde dem Gremium erklärt, dass die KSB-Leiterschaft Männern erlaubt, Frauen zu heiraten, wenn diese ihre Denominationen verlassen und sich KSB anschließen. In einem oder zwei Fällen in der Vergangenheit schien es Frauen nicht erlaubt zu sein, Männer von außerhalb von KSB zu heiraten, wenn sie sich durch ihre Heirat einer anderen Kirche angeschlossen hätten. Einige, die dies versuchten, wurden von der KSB-Leiterschaft am Heiraten gehindert. Alle diese Vorgehensweisen legen eine unangebrachte Exklusivität seitens KSB nahe, mit dem Resultat dass Personen zu Unrecht ausgegrenzt und gebrandmarkt wurden. 

 

V. Schlussfolgerungen des Gremiums von Kirchenleitern 

1. Die Beweise, die uns in den vergangenen Monaten vorgelegt wurden, überzeugten uns, dass KSB nicht das in Wirklichkeit ist, was es nach außen hin zu sein vorgibt oder was es in den Augen der christlichen Gemeinschaft zu sein scheint. Ausführliche Zeugnisse weisen darauf hin, dass es ein fragwürdiges „internes“ System bei Kwa Sizabantu gibt; ein System das sich in ungesunder Weise um die Leiter und deren exklusiven Glauben zu drehen scheint. 

2. Das Gremium hat diese Schlussfolgerungen nur mit größter Zurückhaltung gezogen und zwar angesichts vieler Berichte von unbiblischer Lehre und schädlicher Praktiken, die viele ehemalige KSB-Mitglieder tief getroffen haben. Das Gremium war in hohem Maße alarmiert und ist tief besorgt, immer wieder von übertriebener Menschenverehrung zu hören, von offensichtlich autoritärem Verhalten und Misshandlungen, psychologischer Manipulation, Vertrauensbruch und schwerwiegender Spaltung von Familien und Beziehungen. 

3. Das Gremium hatte nicht den Eindruck, es könne mit gutem Gewissen zurückstehen und die Situation ignorieren, die sich gegenwärtig in KSB abspielt. 

4. Die überwältigenden Beweise haben uns davon überzeugt, dass Kwa Sizabantu in der Gefahr steht, sektenhafte Verhaltensweisen zu entwickeln, indem es sich selbst als einen exklusiven Weg sieht, indem durch Autoritätsmissbrauch Kontrolle über Menschen angestrebt wird, und indem Menschen durch Bekenntnisse und andere fragwürdige Praktiken beeinflusst werden, so dass diese sich ohne zu hinterfragen der KSB-Leiterschaft unterwerfen. 

5. Wir wissen, dass viele überzeugte und sich aufopfernde Christen zu KSB gehören; diese sollten eher unser Mitleid als unser Urteil empfangen. Aber aufgrund der Anweisungen, die uns Jesus Christus in Matthäus 18 gegeben hat, kommen wir zu dem Schluss: Weil die KSB Leitung „nicht auf die Gemeinde hört“ (Mt.18,17) und einige ihrer Leiter, die diese Zeugnisse gehört haben, hat sie biblische Prinzipien in grober Weise verletzt und bedarf der Korrektur. 

6. Doch dieses Urteil ist angesichts von Gottes Gnade nicht endgültig. Wir rufen die KSB-Leitung dazu auf, diese ausführlichen Anschuldigungen ernsthaft zu prüfen und dort, wo es nötig ist, Buße zu tun und Dinge zu verändern. Das wird nicht nur dazu führen, dass Gott vergibt, sondern es wird bei Christen neues Vertrauen wecken. 

7. Wenn die KSB-Leiterschaft sich den Problemen stellt, sie zugibt, ohne Vorbehalte bekennt und wo nötig Schaden wieder gut macht,  wird sie zur Versöhnung beitragen sowohl in ihren eigenen Reihen als auch in der weiteren christlichen Gemeinschaft einschließlich derer, die die Mission verlassen haben (siehe nochmals Matth.5,23). 

8. Unser tiefes Mitgefühl und unsere pastorale Sorge gilt denen, die körperlich, seelisch und geistlich geschädigt worden sind. Wir meinen damit nicht nur diejenigen, die KSB verlassen haben, sondern auch diejenigen, die noch immer zur Mission gehören. Wir beten besonders für diejenigen in KSB, die aus falscher Loyalität ihr gesundes Urteilsvermögen verloren haben. Es scheint, dass manche sich in unangebrachtem und übertriebenem Vertrauen ihren Leiter unterworfen haben. Das macht unfähig zu Unterscheidung und zum Festhalten an Gottes Wort unter Einbeziehung von gesundem Menschenverstand. Dies scheint die KSB-Leiterschaft zu Selbsttäuschung und Mißbrauch verleitet zu haben. 

9. Wir bitten all jene, die es schwierig finden, die Tatsachen und die in diesem Brief mit Besorgnis mitgeteilten Vorfälle zu glauben, sie trotzdem ernst zu nehmen. Wir haben unser Bestes getan, alles was wir gehört haben zu verifizieren, und wir haben zum jetzigen Zeitpunkt keinen Grund, die obengenannten Dinge in Zweifel zu ziehen. Auch sollten diejenigen, die KSB verlassen haben, nicht dafür verurteilt werden, dass sie nicht länger in etwas leben konnten, was ihnen als eine misshandelnde und sektiererische, wenn nicht kultartige Umgebung erschien. Diese Zeugnisse sollten nicht leichtfertig abgetan werden. 

10. Weiterhin bitten wir die Verantwortlichen aller christlicher Kirchen und Gemeinden dringend, nicht nur für diejenigen zu beten, die KSB verlassen haben und jetzt seelsorgerliche Hilfe und Gemeinschaft brauchen, sondern auch für KSB selbst, damit es aus dem jetzigen Zustand herauskommt und wieder einen neuen und anerkannten Platz im Leibe Christi findet. Durch manche Zeugnisse hörte das Gremium, dass in manchen Dingen noch von höheren Institutionen ermittelt wird. Aber dazu haben wir hier nicht ausführlich Stellung genommen. 

 

Unterschrieben in Pietermariztburg am 23.Juni 2000 von 

Rev. Moss Nthla 

Generalsekretär der Evangelikalen Allianz Südafrika 

Email: TEASA@mailandnews.com 

Im Namen folgender Mitglieder des Gremiums: 

x Dr Michael Cassidy – Internationaler Leiter: African Enterprise 

x Prof Calvin Cook  – Prof Emeritus für Kirchengeschichte der Rhodes Universität und Pfarrer i.R. der Uniting Reformed Church 

x Pastor Martin Frische – Direktor: Trans World Radio – Südafrika 

x Bischof Phillip Le Feuvre – Bischof Emeritus der Anglikanischen Kirche von Südafrika 

x Herr Mike Odell  – Nationaler Leiter: African Enterprise 

x Pastor Daniel Ngubane 

x Pastor Moshe Rajuili – Ehemaliger Leiter des Theologischen Seminars Evangelical Seminary of South Africa, Pastor der Emfuleni Missions Church 

x Herr John Schroeder  – Geschäftsmann und Vorstandsmitglied von ACAT 

x Pastor Sipho Sokhela  – Leiter des Kwa Zulu Natal Christenrates und offizieller Vertreter der KZN Christian Leaders Group 

x Pastor Georg Scriba  – Vertreter der Evangelisch Lutherischen Kirche Südafrikas 

x Herr Abiel Thipanyane  – African Enterprise 

x Pastor Hugh Wetmore  – Vertreter der südafrikanischen Baptisten Union 

x Pastor Noel Wright – Generalsekretär und offizieller Vertreter der Church of England in South Africa  (CESA) 

x Pastor Albert Xaba