Der „andere, klarere, reinere Weg“ Kwasizabantus

Der „andere, klarere, reinere Weg“ Kwasizabantus

Der folgende Brief des Leiters von Kwasizabantu (KSB) Schweiz macht den Geist Kwasizabantus plakativ deutlich, lässt die Gesetzlichkeit Kwasizabantus zum Teil erkennen und gibt darüber hinaus einen Überblick darüber, wie die Mission mit Menschen verfährt, die sich nicht an die geschriebenen und ungeschriebenen Regeln der Gruppe halten.

(Zum Verständnis: Der Brief wurde wenige Tage nach einer Auseinandersetzung in einer Zusammenkunft verfasst, in der eine Person dem Leiter von KSB Europa, dem Südafrikaner Friedel Stegen, Methoden der Diktatur vorgeworfen hatte. Wie aus dem Brief zu erkennen ist, wurde der damalige KSB-Deutschland-Vorsitzende M. gedrängt, sich wegen des Lebensstils seiner Kinder sich von diesen zu trennen. Die Lehre Kwasizabantus lautet von jeher: Trennt euch von der Sünde – und den Sündern. Auf diese Weise hat Kwasizabantu zahlreiche Familien zerstört. M., weit über 10 Jahre Leiter der KSB-Gemeinde in Deutschland, hat sich dann aber nicht von seinen Kindern, dafür aber im Sommer 1999 von Kwasizabantu getrennt. Vielfach taucht die Bezeichnung „Onkel“ auf. In KSB-Kreisen nennen selbst ältere Herren sich gegenseitig „Onkel“. Erlo und Friedel Stegen sind stets „Onkel“ Erlo und „Onkel“ Friedel.)

Hier der Brief von Hans Koller, ehemaliges Mitglied der Zeugen Jehovas, später Pfarrer der evangelischen Kirche der Schweiz, jetzt Leiter von Kwasizabantu Schweiz.

Kaltbrunn, den 27.1.1999.

Liebe Brüder,

nun möchte ich mich brieflich an Euch wenden und unsern Standpunkt äussern zu den Ereignissen der letzten Zeit, die mich und die Schweizer Geschwister verunsichern.

Du, lieber Onkel M., bist mir und meiner Familie schon vor Jahren ein grosser Segen gewesen. Ich denke an Mogelsberg, als Du mit Deinen Diensten uns, in unserem damaligen Kampf, zur Seite gestanden bist und uns ein väterliches und gutes Beispiel gewesen bist durch Deinen so klaren Stand. Um so mehr haben uns, mich persönlich und die Schweizer Geschwister, die Geschehnisse der letzten Zeit verunsichert und befremdet, besonders aber die unklare Stellungnahme deinerseits, die wir bisher von Dir nicht gewohnt waren.

Wie Du schon weißt, ging die Kunde davon über die deutsche Grenze und so kamen Geschwister zu mir mit der Frage: „Lässt der Standard nach, wird die Fahne des Evangeliums gesenkt von der Höhe, wie sie uns die Erweckung (Mit „Erweckung“ ist stets Kwasizabantu gemeint, das sich selbst als „Erweckung“ bezeichnet. – Anm. Der Redaktion) gebracht hat“? Diese Fragen, die uns in der Schweiz bewegen, wollen wir Dir Onkel Martin und Euch, die Verantwortlichen der Mission KSB in Deutschland, stellen und um klare Stellungnahme bitten.

Bis dahin bleibt das von mir in Lindach (Schwäbisch-Gmünd, die Zentrale von Kwasizabantu in Deutschland – Anm. d.Redaktion) Gesagte bestehen: „Wir haben uns von Euch getrennt, solange die Betroffenen sich nicht bekehren, umkehren, Buße tun und alles wieder in Ordnung bringen.

Nun zu den Fragen:

Deine Tochter XX wurde während der Verlobungszeit mit YY alleine gesehen. Sie waren in Deinem Haus alleine zusammengesessen und haben alleine zusammen gesprochen. Es war öfters der Fall, dass XX in der Küche während der Freizeiten in Hosen mitgearbeitet hat. Wir haben einen anderen, einen reineren, einen klareren Weg von Gott in der Erweckung gezeigt bekommen und zu diesem Wege bekennen wir uns in der Schweiz und erwarten umso mehr von Dir, Onkel M, als einer, der vorne steht, eine klare Stellung gegen diesen Weg, den XX gegangen ist.

(…)

Die Welt und die Mode im Leben Deiner Söhne und Deiner Schwiegertöchter (schminken, färben, Schmuck, Kleidung, Verhalten in der Verlobungszeit) und Deine briefliche Stellungnahme dazu ist verschwommen und unklar und keineswegs die eines Hauptverantwortlichen der Mission KSB, eines der „die Lehre Bewahrenden“ (Mal.2,7) über dem was Gott durch die Erweckung gezeigt hat, dass so kostbar und wunderbar ist vor unseren Augen.

Nicht zuletzt das Treffen der Mission KSB DEUTSCHLAND in Lindach. Ich hätte von Dir, Onkel M., als Vorsitzender der Mission KSB Deutschland als erster erwartet, dass nach den ersten Sätzen die gegen Onkel Friedel und somit gegen die Erweckung geäußert wurden, diese von jeglicher Ehrfurcht vor Gott und seinem Knechte fehlenden Frechheiten zu stoppen und sofort Dich gegen J. und K.H.W. zu stellen, die keine Ehrfurcht, keinen Anstand und keine Dankbarkeit haben gegen das, was die Erweckung uns gebracht hat. Als ich zurück war in der Schweiz, habe ich meine Geschwister zusammengerufen und ihnen das berichtet. Alle Geschwister in der Schweiz standen wie ein Mann auf und bedankten sich. Das ist ihre Stellungnahme: „Wir stellen uns mit Wort und Tat ganz hinter die Erweckung, ganz hinter Onkel Friedel und ganz hinter den von Gott gezeigten Weg in der Verlobungszeit, den unsere Jugend in Europa geht und trennen und von jedem, der versucht diesen Standard zu senken oder Ausnahmen zu machen“.

Die Äußerungen in Deinem Brief, was Deine Stellung zu den Sündern betrifft, ist hier , angesichts dessen was wir jetzt von Dir erwarten, überhaupt kein Thema. Die Sünde muss gestraft werden und die Stellung muß klar sein gegen den Sünder, der sich nicht bekehren und ändern will und wenn er sich nicht bekehrt, dann soll er nicht mehr aktiv sein in der Gemeinde, bis die Früchte der Buße zu sehen sind.

Lieber G., bitte erlaube mir auch an Dich mit einer Bitte um Klärung zu gelangen. Während der ganzen Sitzung flüstertest Du mit J. und er mit Dir was den Anschein machte, dass Du mit seinen Äußerungen nicht nur einverstanden bist, sondern J. der Sprecher war von dem, was Du auch vertrittst. Da Du ja im Vorstand von KSB Deutschland bist, bitten wir um eine Klärung dieser Flüstereien und Deiner Stellung zu unserem Werk in Europa.

Vielen Dank für den Brief des Vorstandes der Mission KSB Deutschland. Wir freuen uns über Eure Stellungnahme, möge Gott Euch dafür segnen. Nun hoffen wir, dass auf dieses Schreiben auch Taten folgen werden und der Sauerteig ausgefegt wird. Bis dies nicht geschieht, sehen wir da einen Unterschied zwischen Dir Onkel M., Deiner Familie, KSB Süddeutschland einerseits und zwischen der Erweckung andererseits.

Wir hoffen und bitten Euch von unserem ganzen herzen liebe Brüder, dass Ihr Euch bekehrt, dass Ihr Euch klar und sichtbar von diesen Sachen trennt. Möge Gott durch diese Geschehnisse eine größere Einheit schenken können unter uns.

Euch Gottes Gnade und Beistand anbefehlend

Im Namen der Schweizer Geschwister

Mission Kwasizabantu Schweiz

Hans Koller

Für Kwasizabantu war das nicht Demütigung genug. Erlo Stegens Bruder Friedel Stegen, Leiter KSB Europa, in einem am 24.1. 1999 in Kaltbrunn/Schweiz öffentlich verlesenen Brief an M.:

„Ich war enttäuscht, als ich Deinen Brief gelesen habe. … Deine Äußerung … zeigt mir, dass Du immer noch zu Deinen Kindern stehst und damit das Böse unterstützt“. Er fährt fort: „Wir sollen den Sünder lieben, aber die Sünde hassen. Wenn sich aber der Sünder nicht von seiner Sünde trennen will, dann müssen wir uns auch von dem Sünder trennen“.

Eine Jeans, ein Halskettchen, ein Gespräch mit dem Verlobten ohne anwesendes Aufsichtspersonal – für Kwasizabantu eine Sünde, ein Vergehen gegen Gott , gegen „den Standard“, gegen den „anderen, den klareren, den reineren Weg“ der Mission Kwasizabantu.