„Die Regierung soll KwaSizabantu übernehmen“

Eine Antwort auf Ruth Combrink / Der öffentliche Indizienprozess beginnt

Das Video auf der Webseite der Mission KwaSizabantu ist düster, strahlt eine bleierne Atmosphäre aus und ist alles andere als aufregend. Doch für die über den Skandal um die Mission KwaSizabantu schockierte südafrikanische Öffentlichkeit ist es richtig spannend. Eine blasse, müde wirkende Frau, deren Ausstrahlung Lebensfreude nicht zu erkennen gibt, liest  mit  emotionsloser Stimme ein Statement ab, das inhaltlich ebenso trist ist wie der graue Hintergrund im Bild. Die Frau,  Ruth Combrink, 43 Jahre alt, eine Tochter von Erlo Stegen, wirkt angespannt und unbeteiligt. Ob   ihre Worte auch ihre Ansicht widergeben, ist nicht zu erkennen. Das Video, auf der webseite ksb.org zu sehen, ist der Versuch der Mission KwaSizabantu, es auch mal mit einer anderen Verteidigungsstrategie gegen die erneuten massiven Missbrauchsvorwürfe zu versuchen als bisher. 

Aggression aus, Empathie an: In dem Video  ist, wie wir berichteten, einmal nicht von „Schmierkampagne“ die Rede, von „Alles Lüge, sondern von „Mitgefühl“ mit Menschen, die Gewalt und Missbrauch erlebt haben. (Siehe: https://www.ksb-alert.com/in-einer-schweren-krise/?lang=de ) „Das geht unseren Herzen näher als man es sich vorstellen kann“, sagt sie und „wir bieten ihnen Unterstützung“ an. Sie beteuert auch: „Es ist unsere unbedingte Absicht, daran zu arbeiten, erwiesenes Unrecht zu berichtigen, und wir verpflichten uns, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, solche Dinge wieder gut zu machen“.  Sie erwähnt die von KwaSizabantu eingesetzte 2-Mann-Kommission zur Aufklärung der Vorwürfe und fordert die Opfer auf, diese Kommission zu kontaktieren. Doch bei aller angestrengt vorgetragener Empathie, was Ruth Combrink sagt ist technokratisch, ist strategisch, ein verzweifelter, aber durchschaubarer Versuch der Mission KwaSizabantu, sich anders darzustellen als bisher. Die Video- und Textanalyse macht klar: Der ist gescheitert. Denn  Von Betroffenheit über das Schicksal offenbar Hunderter, wenn nicht Tausender Opfer der Mission, ist bei Ruth Combrink nichts zu sehen. Eine Entschuldigung oder so etwas Ähnliches kommt ihr nicht über die Lippen, in dem Video spricht sie nicht einmal einen Halbsatz darüber, ob die Missbrauchsvorwürfe möglicherweise doch berechtigt sind. Nicht ein einziges Bekenntnis – aber die Aufforderung an die Opfer die Mission, vor einer von ihr bestimmten Kommission in Einzelverhören die Vorwürfe zu behandeln und zu beweisen. Frage: Wie beweistman als Opfer nach Jahren oder Monaten eine Vergewaltigung durch einen leitenden Mitarbeiter, wie beweist ein Geschundener nach längerer Zeit Schläge in dunklen Kammern durch gewalttätige Missionsangehörige? Ruth Combrink macht mit unbeweglicher Mine zwar schöne  Worte, aber sie hat offensichtlich nicht verstanden, dass eine christliche Mission anders handeln muss als eine juristische Instanz und ihren Missbrauchsopfern nicht die alleinige Bringschuld für Beweise auferlegen, sie sozusagen zum Rapport vor  gekauften Rechtsanwälten auffordern und selbst jegliche Schuld pauschal von sich weisen kann. Sie und ihre Hintermänner und – frauen haben nicht verstanden, dass die Vorwürfe gegen KwaSizabantu zuerst nur in einem öffentlichen  Meinungsbildungsprozess anhand von Indizien  und später erst womöglich auch vor Gericht aufgeklärt werden können. Ruth Combrink und Co haben noch nicht verstanden, dass dieser Prozess begonnen – und KwaSizabantu das Heft des Handelns nicht mehr in der Hand hat. Und:  dass die Indizienlast gegen KwaSizabantu erdrückend ist.

Dass solche Art Statements von KwaSizabantu jedes Mal wieder ein Schlag ins Gesicht der zahlreichen Opfer der Mission sind und wegen ihrer inhaltlichen Substanzlosigkeit und der leicht erkennbaren Täuschungsabsicht von den Geschädigten stets als pure Arroganz einer brutalen, unbeugsamen Machtmaschine wahrgenommen werden, dürfte verständlich sein. Das drückt auch ein Statement aus, das News 24 am 3. Oktober ausführlich dokumentiert. 

Es ist eine persönliche Stellungnahme von Koos Greef, einem ordinierten Pfarrer und ehemaligen KSB-Mitarbeiter, der die Mission 1993 verlassen hat. 

Hier ihr Text: 

Eine Antwort auf die „Entschuldigung“ von Ruth Combrink

Es war Montagmorgen sehr früh, als ich eine Nachricht über unsere Familie, die What’s App-Gruppe, erhielt. Es ist seltsam, denn die Kinder wissen, dass wir früh zu Bett gehen. Es war Markus, unser 40 Jahre alter Sohn. Er ist ein gebildeter und erfolgreicher Geschäftsmann in Namaqualand und Namibia. Seine Stimme brach, als er uns von den Schlägen erzählte, die er als Kind bei KSB erhielt. Nicht von mir oder seiner Mutter oder von Großeltern. Sondern von Mitarbeitern der Mission. Wie sie sich bis zu den Unterhosen ausziehen, sich auf den Boden legen mussten und wütend attackiert wurden, wegen der simpelsten  Verfehlung. Markus gehörte zu einem kleinen Chor, und einmal nahm ich den Chor  mit auf eine Wanderung. An jenem Nachmittag gingen wir alle baden, und einer der Jungen konnte nicht richtig schwimmen und kämpfte ein wenig. Ich half ihm aus dem Wasser und wir lachten alle und gingen zurück zu KSB. Einige Tage später wurden sie vor einer großen Zahl von Schulkindern aufgerufen und wegen eines Badens mit Oom Koos – dem Sicherheitschef – beschimpft.

Heute Morgen war ich überwältigt von Anrufen und Nachrichten von überall her über die „Entschuldigung“, die Ruth im Namen von Kwasizabantu (KSB) veröffentlichte. Menschen werden von Emotionen überwältigt. Nicht wegen der eigentlichen „Entschuldigung“, sondern wegen der absurden Natur von Ruths Erklärung. Ich nenne es Augenwischerei, um Woolworths, Massmart und andere zu beeindrucken, wieder zur Tagesordnung überzugehen. KSB will nur, dass die „Geldhähne“ wieder geöffnet werden. 

Warum sage ich das? Lassen Sie uns einen kurzen Blick auf die Realität werfen. Ich beginne mit mir selbst. Kurz nachdem ich KSB verlassen hatte, schrieb ich drei Briefe an Erlo Stegen persönlich und rief ihn bei sechs Gelegenheiten an und bat ihn um die Gelegenheit, vor der ganzen Gemeinde bei KSB darüber zu sprechen, was ich im Namen des Militärgeheimdienstes getan habe. Erlo lehnte ab und schrieb mir einen Brief, in dem er mir Dinge vorwarf, von denen ich keine Kenntnis hatte. Ich hatte keine andere Wahl, als zum SAPD in Klawer zu gehen und in Anwesenheit von zwei weiteren Zeugen mit dem Stationskommandanten zu sprechen und alles offenzulegen. Er riet mir, einen Brief an die TRC (Wahrheitskommission zur Aufarbeitung der Verbrechen des Apartheidsystems in Südafrika)  zu schreiben, den er selbst an die TRC weiterleiten würde. Ich tat dies und veröffentlichte ihn auch auf der Website www.ksb-alert. Jetzt will KSB, dass ich mich bei ihrer „Untersuchung“ melde, als ob dies nicht allen bekannt wäre?

Als langjähriger Sicherheitschef bei KSB wurden mir viele Dinge berichtet. Als solcher wurde ich bereits Anfang 1982 auf die sexuellen Ausschweifungen von Muzi Kunene aufmerksam gemacht, und ich berichtete dies Erlo Stegen persönlich. Ich ging so oft zu ihm wegen des Verhaltens von Muzi Kunene zu Erlo gegangen, dass er schließlich wütend wurde, sobald ich ihm gegenüber Muzi’s Namen erwähnte. Nun soll ich dies ihrer „Untersuchung“ melden?

Ich wusste seit Mai 1986 von den sexuellen Ausschweifungen  von Pieter van der Walt und habe Pieter persönlich damit konfrontiert. Er schimpfte mich aus und jagte mich aus seinem Haus. Ich fuhr zurück zu KSB und informierte sowohl Erlo als auch die Prophetin Hilda Dube en Josephina Nsibande sofort darüber. Ich kehrte persönlich zu Erlo zurück, um ihn über weitere Vergehen Pieter’s zu informieren, bis ich im Dezember 1993 aus KSB austrat. Nun soll ich dies ihrer „Untersuchung“ melden?

Ich wurde über die Entführung von Lidia Dube informiert und begann sofort mit den Ermittlungen. Innerhalb weniger Stunden wurde mir klar, dass sie inszeniert worden war. Jannie le Roux war für diese „Entführung“ verantwortlich, die so drastisch schief ging, dass Thobekile Mhlongo bleibende und schwere psychische Schäden erlitt. Ich rief Jannie an und sagte ihm, er solle seinen Schlamassel bereinigen und Erlo Stegen persönlich berichten, was sie getan hatten. Diese „Entführung“ flog KSB ins Gesicht, und Lidia wurde öffentlich aufgefordert, für viele Jahre wegzubleiben.  Nur um nach einer erzwungenen Entschuldigung von Jannie le Roux wieder eingestellt zu werden.  Jetzt soll ich dies ihrer „Untersuchung“ melden?

Letztes Jahr erhielt ich die rechtliche Befugnis oder Vollmacht, die Geldangelegenheiten des Trusts sowie aller Unternehmen, die im Namen von KSB registriert sind, zu untersuchen. Nach mehr als einem Jahr, in dem wir Hunderttausende von Rand mit Hilfe eines hochprofessionellen Ermittlungsteams ausgegeben haben, hatten wir handfeste Beweise dafür, dass Lidia Dube, Eunice Ngcamu und Erlo Stegen illegale Transfers in Höhe von 137 Millionen R-137 Millionen Rupien genehmigt haben. Diese ungesicherten Darlehen wurden Lidia Dube und später Moses Ndlela ohne jegliche Form rechtsverbindlicher Vereinbarungen gewährt. Zusammen mit einer Reihe anderer habe ich mich dazu geäußert, und es wurde in den Medien weit und breit darüber berichtet. Dennoch soll ich diese nun ihrer „Untersuchung“ melden? 

Hinzu kommt, dass Eunice Ngcamu und Lidia Dube erst vor drei oder vier Tagen Anklage gegen mich und Prof. Peet Botha erhoben haben. Was für eine Farce! „Ich soll also auf Ihre Ehrlichkeit vertrauen, Ruth?“

Zu Erika. Ihre Mutter hat erst vor wenigen Tagen in der Öffentlichkeit gesprochen und sie angeschwärzt  und beschämt, damit die ganze Welt davon erfährt. Danach ging ihre Schwester Hannah Pretorius noch weiter. Am Sonntag haben Sie ihren Namen als Teil Ihrer Rufmordanschläge auf Ihrer Website veröffentlicht. Und Sie erwarten, dass Erika sich jetzt bei Ihrer „Untersuchung“ meldet? 

Die tragische Geschichte der Vergewaltigung im KSB- Krankenhaus wurde der Polizei in Kranskop gemeldet und scheinbar untersucht, aber es kam nichts dabei heraus. Das SAPD Kranskop hat seit meiner Zeit bei KSB aktiv mit KSB zusammengearbeitet, und dies ist noch nicht abgeschlossen. Warum soll sie die Vergewaltigung Ihrer „Untersuchung“ melden? Sie wussten seit letztem Jahr davon. Der junge Täter dieser schrecklichen Anschuldigung ist uns bekannt, und doch erlauben Sie ihm, von Ihrer Kanzel aus weiter zu predigen?

Die tragische Geschichte von Chantal reicht so viele Jahre zurück und hat viele Familienbande zerstört. Dennoch verleumden und verunglimpft   KSB sie und David und unternehmen nichts dagegen. Sie nennen es „einvernehmlichen Sex“, aber sie war ein minderjähriges Kind. Sie sind auch darüber informiert worden, dass dieser Täter seine schrecklichen Taten fortsetzt, und doch gestatten Sie ihm eine hohe Position in Ihrer Mitte. Liegt es daran, dass er reich ist und Ihnen viel Geld gibt? Sie bitten Chantal, Ihre Bitte zu respektieren und auf Ihre Ehrlichkeit zu vertrauen, doch Sie haben mehr als 35 Jahre lang nichts dagegen unternommen?

Muzi Kunene hat eine Reihe von Mädchen bei KSB vergewaltigt. Mir sind mindestens drei bekannt. Diese Vergewaltigungen wurden Erlo Stegen persönlich angezeigt, aber er schimpfte die Mädchen aus, nannte sie Huren und befahl ihnen zu schweigen, „um die gute Arbeit bei KSB zu schützen“.

Eine von ihnen ging vor etwa fünf Jahren zu KSB zurück und hatte ein Treffen, an dem Oberst Tobie Vermaak , Kjell Olsen, Jan Pienaar, Jabulani Dube und andere teilnahmen. Sie berichtete genau über ihre lebenszerstörende Erfahrung. Kjell Olsen gab zu, dass sie von den Vergewaltigungen von Muzi wussten, aber Jabulani verbot dem Mädchen, weiter zu sprechen, da „Tante Kay jetzt tot ist und man nicht über eine Person sprechen kann, die nicht anwesend ist“. Was für ein Witz! Jetzt wollen Sie, dass diese Person, die immer noch leidet, vor Ihrem „unabhängigen Gremium“ spricht? Warum fragen Sie nicht Jabulani und Jan und Tobie danach und klären es so, wie es echte Christen tun würden? Sie machen nur Augenwischerei, um die Geldhähne zu öffnen. 

Sie ernennen einen gewissen Michael Ngubane zum Reverend, der in Ihrem Namen sprechen soll. Dieser Mann hat die Schule nicht abgeschlossen und hatte nie eine theologische Ausbildung, und dennoch beschmutzen Sie den Namen der wahren Kirche, indem Sie ihm die hohe Position des „Reverend“ geben. Dieser Schurke war persönlich dafür verantwortlich, dass er Massen von Kindern – darunter zweimal meinen eigenen Sohn – schwer geschlagen hat. Und das für absoluten Unsinn, ohne die Erlaubnis der bei KSB lebenden Eltern einzuholen. Er ist ein selbsternannter Mörder, vielleicht leidet er noch an psychologischen Überresten dieses Mordes; ich würde gerne in der seelsorgerlichen Beratung mithelfen. Aber Sie erwarten von meinem Sohn und den Hunderten von anderen Kindern, dass sie Ihrer „Untersuchung“ vertrauen, und doch erlauben Sie Michael, in Ihrem Kuratorium mitzuarbeiten? Sie alle wissen, was für ein gewalttätiger und mürrischer Mensch er ist. Wo sind seine eigenen Kinder? Haben Sie noch nie gehört, dass ein Führer in der Kirche jemand sein muss, der sich gut um seine Angelegenheiten kümmert Muss ich den Tausenden von verletzten Kindern raten, auf Ihre Ehrlichkeit zu vertrauen, obwohl Michael Ihr Sprecher ist, der sich als ein gottesfürchtiger Reverend ausgibt?

Ich möchte KSB und Ruth Combrink sagen, dass wir nicht daran interessiert sind, KSB zu übernehmen. Es geht nicht darum, dass die Weißen die Kontrolle über die Mission nicht loslassen wollen. Ich für meinen Teil erkläre hier und jetzt offen, dass ich niemals dorthin zurückkehren möchte und dass ich niemals in irgendeiner Funktion in einer Ihrer Firmen arbeiten  möchte und dass ich nichts von Ihrem Geld haben möchte. Ich flehe die Regierung an, KSB zu übernehmen, unabhängige Verwalter zu ernennen, um den ganzen Ort umzustrukturieren und sicherzustellen, dass er dem Wohl der ganzen Gemeinschaft dient.  

Sie kennen unsere Namen. Sie haben unsere Kontaktdaten, und wenn Ihnen irgendwelche Einzelheiten fehlen, wenden Sie sich an mich, und ich werde Ihnen helfen, die Tausenden Verletzten in der ganzen Welt zu finden. Sie müssen jetzt und persönlich damit beginnen, mit den Menschen Kontakt aufzunehmen, und zwar offen und ehrlich. Wir warten auf echte Zerbrochenheit und echte Beichte – so wie Sie es uns gelehrt haben.

Nur ein weiterer Punkt für Ruth. Sie behaupten, der Name des Grundstücks sei „Silverstreams“. Bitte prüfen Sie die rechtlichen Registrierungen. Der Hof heißt „Jammerdaal“ Wahrlich, KSB ist ein Ort der Trauer und des Weinens.

Übersetzt mit DeepL.com