Eine Mission im Diamantenrausch

Millionensummen von  KSB-Anhängern  versickern in einem schrägen Geschäft    

Von J. Nissen 

Am 5. Februar 2000 erschien in der südafrikanischen Tageszeitung „Natal Witness“ ein Artikel über eine Diamantenmine, deren Direktor Friedel Stegen gewesen war. Der Bericht endet mit den Zeilen: „Sie machten Friedel Stegen zum Direktor und zahlten ihm eine riesige Provision, damit er nach Europa fahren und Geld sammeln könnte – und so tat er das, sagt eine Quelle, die der Kranskop-Mission nahesteht. Als er merkte, was los war, ging er vor Gericht – er war für die Liquidation der Mine verantwortlich. Aber alles war schon verloren.“ In der Tat: Es war alles verloren. Nicht nur viele Millionen D-Mark und Schweizer Franken treugläubiger Anhänger, auch das grenzenlose Vertrauen in Friedel Stegen war bei manchem dahin. Doch auch wenn es lange her ist – Friedel Stegen zahlte noch lange hohe Summen an ehemalige Investoren aus Deutschland. Bislang letzter Fall: Im Spätsommer 2010 zahlte er 45 947 Euro an eine ehemalige Investorin aus Bayern zurück, obwohl er eine Rechtspflicht dazu nicht anerkannte. Aber, warum zahlte er? 

Rückblick: So mancher Anhänger der Mission Kwasizabantu erhielt in den späten 80er Jahren Besuch von Friedel Stegen und seinem Geschäftspartner Zirk E.  . Die beiden Herren suchten Investoren für eine Minengesellschaft, die sie „Montrose Mining“ nannten, diese Gesellschaft betrieb angeblich sieben verschiedene Minen für Diamanten und Granit. Und sie hatten Erfolg. Sogar derart, dass Stegen sehr schnell nichts mehr zu tun brauchte – die Investoren nämlich kamen bald wie von selbst. Denn als die Kunde von Super-Renditen zwischen 30 und 100 Prozent die Runde machte, und weil den Stegen-Anhängern klar war, dass da ja ein wahrer „Gottesmann“ aus einer „Erweckung“ ein gutes Geschäft erwartete, erwarteten sie es eben auch. Stegen wurde nun immer wieder von Interessenten angesprochen, ob sie nicht auch in die Mine investieren könnten. Sie konnten – und sie taten es. Das Geld floss in Strömen. Kwasizabantu-Anhänger investierten, nahmen bisweilen hohe Kredite auf, um an dem Glück der Mine mit den tollen Expertisen teilzuhaben. 

Wenn manche der damaligen Investoren heutzutage erzählen, kommt man als Zuhörer aus dem Staunen nicht heraus. Nicht nur KSB-Anhänger investierten zum Teil hohe Summen die bis in die Hunderttausende gingen und riskierten damit Kopf und Kragen, auch deren Bekanntenkreise begannen das Lotteriespiel mit der Mine. Beispiel: Alleine im kleinen deutschen Landkreis Alzey-Worms belief sich die Investitionssumme auf rund 400 000 D-Mark, also etwa 200 000 Euro, nur etwas mehr als ein Viertel der Summe kam dabei aus KSB-Kreisen. Alles ohne Quittung, ohne Netz und doppelten Boden. Ein Bankdirektor aus KSB-Kreisen warnte seinerzeit ohne Erfolg. „Es gibt keine ordentlichen Geschäfte mit solchen Renditen“, sagte er damals – und wurde eher schief angesehen, als dass er gehört wurde – ein Missionar aus der Erweckung, wie sollte der sich denn irren können!!??. Unterdessen lebten die Geldsammler Stegen und E.   auf großem Fuß. Karlheinz W. weiß noch, wie Friedel Stegen aus einem Koffer voller Geldbündel am Frankfurter Airport Flugtickets für 4 Personen – Stegen, Sohn Stegen, Zirk E. und W. – nach Nürnberg bezahlte. W. erinnert sich: „Ich habe mich gewundert, dass eine solch kurze Strecke mit dem teuren Flugzeug anstatt billig mit dem Auto zurückgelegt wurde“. 

Der Banker aus den KSB-Kreisen behielt Recht. Plötzlich nämlich war die Firma „Montrose Mining Ltd“ pleite. Der „Natal Witness“ berichtete: 

„Während die Investoren dachten, sie hätten 50 Millionen Rand in Montrose Mining investiert, war das Ergebnis dieses Geschäftsgebarens, dass nur ein kleiner Teil Montrose Mining erreichte und dass in den zwei Jahren von 1988 bis 1990, solange die Gesellschaft existierte, nur wenige Entwicklungsschritte stattfanden. Die Gesellschaft legte nie Jahresberichte vor. Die Wirtschaftszeitung Finansies & Tegniek benannte eine Gemeinschaft, die insbesondere Ziel der Makler geworden war: „Eine kleine Gemeinde, Kranskop im nördlichen KZN, wurde in der Tat von E. plattgemacht, mit der Unterstützung des wohlhabenden Farmers Friedel Heinrich Stegen“.

Das Blatt weiter: „Herr Stegen kaufte mehr als vier Millionen Aktien für sich selbst und 800.000 für seinen Sohn. Farmarbeiter investierten auch und sogar eine örtliche Missionsstation ist jetzt mit 1,2 Millionen Aktien mit drin.. … .Stegen wurde zum Direktor von „House of Investments“ ernannt. E.  war nicht selbst Direktor, weil er offiziell ein unrehabilitierter Zahlungsunfähiger war.

Bis Juni 1990 versuchte Stegen verzweifelt, Kontrolle über Montrose Minig zu übernehmen, damit die Arbeit in der Mine beginnen konnte. F & T notierte: „Die Tatsache, dass Herr Stegen zu diesem Zeitpunkt selbst nur bereit ist 400.000 Rand für die Gesellschaft zu bieten, ist kein gutes Zeichen für die Kleinanleger. Im November des Jahres ging die Gesellschaft in Liquidation.“

Soweit der „Natal Witness“. 

Nun wurde es hektisch. Unter anderem wurde eine Sitzung einiger deutscher, französischer, holländischer und Schweizer KSB-Anhänger, die in die Mine investiert hatten, im französischen Roufach einberufen, nachdem Friedel Stegen das Scheitern des Minenprojekts bei seinen Besuchen in Europa eingestehen musste. Ungefähr 70 ausgewählte Personen wurden versammelt. Als alle mit dem Erscheinen Friedel Stegens rechneten, betrat indes sein Sohn Arno Stegen den Saal. Er fragte die verdutzten Anwesenden, wie viel ein jeder von ihnen denn in die Mine investiert hätte. Da so mancher der Anwesenden späteren Aussagen zufolge Investitionssummen an Stegen ohne Empfangsbestätigung persönlich übergeben hatte, war das Staunen groß: Offenbar gab es keine Buchführung, keine Liste, kein Gar-nichts – da herrschte eine geschäftliche Ordnung wie bei Hempels unterm Sofa. Seriosität: Null! 

Investiert worden waren von den Anhängern Unsummen, zwischen 15 und 50 Millionen Mark, niemand weiß das so genau. Es gibt verschiedene Listen von Investoren und Summen, niemand kann jedoch feststellen, ob die gefälscht oder nachträglich erstellt wurden, ob sie der Fantasie entspringen oder echt sind. Immerhin festgestellt werden kann aber, dass die Namen diverser Investoren auf den Listen nicht genannt sind. Wie viel Geld also da versickert ist, kann nur grob geschätzt werden. Auf jeden Fall sind es viele Millionen. 

Der Montrose Mining Ltd. folgte dann die Lungisa Mining Ltd. – sie war der Versuch zu retten, was nicht mehr zu retten war, dafür sollten, bitte schön, alle Aktionäre direkt an Friedel Stegen 10 Prozent der eingelegten Summe nochmals entrichten. Besucher der Mission Kwasizabantu konnten , wenn sie von Stegen zu einer Fahrt nach Kimberley eingeladen wurden, nun Augenzeugen werden, wie der Diamanten-Missionar, der inzwischen gegen seinen alten Kumpel Zirk E. in Südafrika – schließlich ergebnislos – prozessierte, auf der Klipdam-Farm zusammen mit anderen Mitarbeitern der KSB-Mission versuchte, die verrosteten Maschinen der Mine flott zu machen um vielleicht doch noch mal einen Diamanten zu fördern. Auf der Klipdam-Farm hatte übrigens auch die „Montrose Mining Ltd“ angeblich schon nach Diamanten gesucht. 

Die Ernsthaftigkeit des Unterfangens allerdings wäre gleich anzuzweifeln gewesen. Denn Stegen, der zu dem Zeitpunkt schon wieder Geld in Europa für die „neue“ Mine sammelte, startete gleichzeitig weitere irrwitzige Unternehmungen: Er ließ einen Winzersohn und dessen Freund aus dem rheinhessischen Alzey einfliegen (auf deren Kosten natürlich), die auf der Klipdam-Farm wochenlang für Gotteslohn Weinreben pflanzten, damit dort eines Tages Weintrauben geerntet werden können – zum Wohle der Mission, wie es immer hieß. Auch tausende Pfirsichbäume wurden in dem steppenartigen Gelände gepflanzt und brachten den gleichen Erfolg wie die Weintrauben – nämlich gar keinen. Der Boden und das Klima in der Gegend waren, was zumindest der deutsche Winzersohn eigentlich hätte wissen müssen, völlig ungeeignet für Wein- und Obstanbau. Wie dem auch sei, auch die erfolglose Lungisa-Mine schloss ihre Tore, der Geschäftsmanns-Diamanten-Missionar Stegen war wieder auf die Nase gefallen. 

War er wirklich?

Elf, zwölf Jahre danach musste man dieses Gefühl nicht unbedingt haben. Denn eines ist klar: Friedel Stegen hat an diverse Investoren deren Einlagen in die Mine ohne mit der Wimper zu zucken zurückbezahlt und zahlte noch lange  Summen, wenn ehemalige Investoren gegen ihn vor Gericht ziehen. Frage: warum eigentlich, wenn er doch immer vorgibt, von einem Geschäftspartner betrogen worden zu sein und den Investoren gegenüber in keinerlei Vertragsverhältnis zu stehen? Warum also hohe Summen zahlen, wenn ihn die Investitionen angeblich nichts angehen, wo er selbst doch auch der Betrogene gewesen sein will? Er, der ahnungslose „Minendirektor“ („Natal Witness“) hat doch laut eigenen Aussagen „keine Gelder in diesem Zusammenhang erhalten“, er hat immer nur „Kontakte zwischen den Investoren und der Montrose Mining Ltd hergestellt“, wie er dem Landgericht Nürnberg-Fürth gegenüber stets behauptete. Frage: Aber warum zahlt er denn hohe Summen, wenn er eigentlich nicht zahlen muss? Und, zahlt man denn hohe Summen mehr oder weniger freiwillig, wenn man nicht auch locker das Geld dazu hat? Merkwürdig: Woher hat denn der Herr Missionar so viel Geld, wenn er, wie er sagt, alle Geschäfte seinen Söhnen vermacht und selbst nichts mehr hat? 

Im Januar 2010 verfasste Stegen`s Rechtsanwalt Dirk Langner aus Bensheim (selbst treuer Anhänger der Mission Kwasizabantu) in einem Rechtsstreit einer ehemaligen Minen-Investorin gegen Friedel Stegen einen Schriftsatz, in dem manche Formulierung mehr Fragen aufwirft als sie beantwortet. 

Langner teilt dem Landgericht Nürnberg-Fürth in diesem Rechtsstreit unter anderem mit, dass „der Beklagte (Anmerkung: Stegen) niemals selbst Vertragspartner der Klägerin in Bezug auf die Investition in die Montrose Mining Ltd. geworden ist“ und schreibt: „Letztlich hat der Beklagte zu keinem Zeitpunkt das Geld (Anmerkung:der Klägerin) erhalten, hatte hierüber zu keinem Zeitpunkt irgendeine Verfügungsmacht oder hat dies weitergeleitet“. Langner weiter: „Der Beklagte stand zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Organstellung zu den das Minenprojekt betreibenden und investierenden Gesellschaften. Er hat diese auch zu keinem Zeitpunkt vertreten, noch in deren Namen gehandelt“. Weiter heißt es in dem Schriftsatz: „Jedenfalls bestand zwischen der Klägerin und dem Beklagten zu keinem Zeitpunkt eine vertragliche Vereinbarung. Es kann damit keine Verletzung einer Vertragspflicht vorliegen. Auch sonstige Ansprüche der Klägerin sind nicht denkbar“. Ja, und nun? Warum geht Stegen dann Vergleiche mit solchen Leuten ein und zahlt hohe Summen an sie? Warum?? 

Personen in Europa, die von dem Millionär-Missionar Friedel Stegen mit tollen Expertisen und Super-Renditen zu Investitionen gelockt wurden und ihm für die Mine Geld bar in die Hand gedrückt haben, wird folgender Absatz des Stegen-Anwalts besonders gefallen: „Der Beklagte hat auch zu keinem Zeitpunkt Freunde, Unterstützer oder sonstige Dritte aufgefordert, ihm kurzfristig Kapital zur Verfügung zu stellen, welches er dann in die Mine investieren wolle. Dementsprechend hat der Beklagte auch zu keinem Zeitpunkt angekündigt, das Geld nach einer relativ kurzen Frist wieder zurückzuzahlen und auch nicht die Rückzahlung mit Aufschlag in Aussicht gestellt“. Das ist Kwasizabantu-Deutsch: „Aufgefordert“ . Das stimmt sogar, er hat niemanden aufgefordert. Doch ist es inhaltlich nicht richtig. Natürlich hat er niemanden aufgefordert, aber er hat die Leute trickreich motiviert, um es mal so auszudrücken. Weiter schreibt Langner: „Auch gegenüber Mitarbeitern der Mission oder Missionaren hat der Beklagte nicht um Beteiligung an dem Minenprojekt gebeten“. Wie immer ist alles eine Frage der Formulierung. Noch mal: Natürlich hat Stegen sie nicht aufgefordert oder um Beteiligung gebeten – aber, so erinnern sich viele, er, der Gottesmann, hat seine Schäfchen zu Investitionen verlockt. 

Die Krönung der gesamten Minengeschichte ist neben der Chuzpe des Diamanten-Missionars und den horrenden Verlusten vieler Investoren ein Absatz in dem Langner’schen Schriftsatz an das Landgericht Nürnberg-Fürth, ein Absatz, den man sich auf der Zunge zergehen lassen muss. Da heißt es unter Punkt h): 

„Richtig ist ebenfalls, dass der Beklagte einzelnen Personen, die wie er in das Minengeschäft investiert hatten, aus privaten Mitteln eine finanzielle Unterstützung hat zukommen lassen. Grund hierfür war jedoch weder eine rechtliche Verantwortlichkeit des Beklagten, noch der Umstand, dass es tatsächlich zu Rückzahlungen aus der Minengesellschaft selbst gekommen war. … Der Beklagte nahm Zahlungen an ehemalige Investoren der Mine vor, die durch den Verlust der Investition in eine persönliche Notlage gekommen waren“. 

Donnerwetter: Es gibt keinen Rechtsanspruch, er hat nie Leute zur Investition bewegt, er hat auch nie Geld persönlich bekommen, also eigentlich geht ihn das alles gar nichts an – aber der gute Mensch Stegen gibt den armen ehemaligen Investoren Geld aus der eigenen Tasche, weil sie in eine Notlage geraten waren. Glaubt Friedel Stegen das eigentlich selber? Wohl kaum. Nochmal: Warum zahlte Stegen denn hohe Summen, wenn er nicht zahlen muss? Aus reiner Menschenfreundlichkeit? Übrigens: mehrere Personen haben, nachdem sie Kwasizabantu den Rücken gekehrt haben, ihr Geld zurück gefordert und dann auch erhalten – obgleich sie NICHT in einer persönlichen Notlage waren. Sie wollten einfach ihr Geld zurück. Und Stegen hat es gezahlt! 

Manchmal ist womöglich die Furcht vor einer gerichtlichen Auseinandersetzung bis zur völligen Aufklärung der Dinge die Triebfeder der Zahlungsbereitschaft des Herrn Missionars. Nachdem Stegen in zwei Verfahren gegen sich vor der 12. Zivilkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth einen Vergleich einging, zahlte er im Frühjahr 2010 jeweils die Hälfte der beanspruchten Investitionssummen, einmal 15 850 Euro, ein weiteres Mal rund 3.800,00 Euro. 

Im Juli 2010 ging seine Zahlungsbereitschaft dann sogar soweit, dass die Anwälte einer ehemaligen Minen-Investorin und Stegen-Anwalt Langner eine Vereinbarung unterzeichneten, die beinhaltete, dass Stegen sich 45 947,70 Euro zu zahlen bereit erklärte – wieder die Hälfte der Investitionssumme. Ein ganz schöner Batzen für einen, den das doch eigentlich alles nichts angeht… 

Frage: Wie viele ehemalige Investoren in die Minen auf der Klipdam-Farm gibt es noch, die durchaus Chancen hätten, einen Teil ihrer verlorenen Gelder vom gescheiterten Diamanten-Missionar Friedel Stegen zurückzuerhalten? Ein Tipp: Sie sollten ihre Ansprüche geltend machen! 

Zur Dokumentation nachstehend die Vereinbarung zwischen der ehemaligen Investorin aus Bayern und Friedel Stegen aus dem Juli 2010: 

Vereinbarung 

Frau S. behauptet unter Beteiligung von Herrn Friedel Stegen, Kranskop 3268 South Africa einen Vertrag geschlossen zu haben. Auf Grundlage dieses Vertrages will sie Herrn Stegen persönlich eine Summe von 91,895,39 Euro für die Investition in eine südafrikanische Gesellschaft, die Montrose Mining Ltd. Zur Verfügung gestellt haben. Das Geld soll von ihr auf das Konto einer anderen Gesellschaft, nämlich der Inversione Mactinas Präsidial Services AG, in die Schweiz überwiesen worden sein.

Die Montrose Mining Ltd. ist danach in Insolvenz gefallen. Unklar ist, wo das Geld von Frau S. verblieben ist. Aufgrund der Insolvenz ist es wohl aber nicht an Frau S. zurückbezahlt worden.

Herr Stegen ist der Auffassung, dass – wenn ein Vertrag überhaupt geschlossen und das Geld gezahlt wurde – er selbst weder mit dem Vertragsverhältnis noch mit der Zahlung in Verbindung steht. Aus seiner Sicht wurde ein eventueller Vertrag mit der Montrose Mining Ltd. bzw. deren Vertreter, Herrn Zirk Engelbrecht, geschlossen. An wen Frau S. Zahlungen geleistet hat, ist ihm nicht bekannt, jedenfalls hat er keine Gelder von Frau S. In diesem Zusammenhang erhalten. Er hat aus seiner Erinnerung heraus lediglich den Kontakt zwischen Frau S. Und der Montrose Mining Ltd. hergestellt. 

Ein Teil der Kinder von Frau S., die gleichfalls in Südafrika investiert hatten und gleiche Rechtspositionen vertreten haben, haben Herrn Stegen bereits gerichtlich in Anspruch genommen. Die Rechtsstreite wurden jeweils durch Vergleich beendet. Im Prozess erhobene Vorwürfe strafbaren Verhaltens gegenüber Herrn Stegen wurden fallen gelassen. Frau S. hat nunmehr angekündigt, Herrn Stegen auf Rückzahlung der Geldsumme zu verklagen. Zur Vermeidung eines Rechtsstreits schließen die Parteien daher den nachfolgenden Vergleich: 

Herr Stegen zahlt ohne Anerkennung einer diesbezüglichen Rechtspflicht an Frau S. einen Betrag in Höhe von 45,947 Euro innerhalb von 6 Wochen. … 

Mit der Zahlung nach Ziffer 1 sind alle Ansprüche aus Investitionen von Frau S. in Südafrika gegen Herrn Stegen, insbesondere aber nicht ausschließlich die in der Einleitung bezeichneten, abgegolten, seien sie bekannt oder unbekannt. 

Frau S. erklärt, dass sie keine Vorwürfe strafbaren Verhaltens gegen Herrn Friedel Heinrich Stegen erhebt bzw. solche fallen lässt. 

Die Kosten, die den Parteien dieses Vergleichs für die Rechtsberatung und den Abschluss dieses Vergleichs entstanden sind, trägt jede Seite selbst. 

Darmstadt, den 22.7.2010.