Geheimhaltung ist alles

Wie Kwasizabantu mit dem Vorwurf umging, an der DSS-Schule in Kaltbrunn (Schweiz) würden Kinder geschlagen.

Im Herbst 1998 und im Frühjahr 1999 gingen innerhalb von Kwasizabantu Deutschland Gerüchte um, im Internat der „Domino-Servite-Schule“ am Schweizerischen KSB-Zentrum Kaltbrunn würden Kinder geschlagen. Es war nicht schwer herauszufinden, dass und wer geschlagen wurde – es war noch viel leichter herauszufinden, wer geschlagen hatte. Kinder der Schule und des Internats berichteten von regelmäßigen Gesprächen in Schulpausen, in denen sie sich darüber unterhielten, wer und von wem sie Prügel bezogen hatten. Sie zeigten sich dabei gegenseitig ihre blauen Flecken. Unter den Kindern war bekannt, dass eine Frau in Kaltbrunn noch härter zuschlug als ihr Mann. Die Mädchen an der Schule beneideten deshalb die Buben, darum, dass diese stets von dem Mann, sie selbst aber stets von dessen Frau geprügelt wurden. Prügel gehören zur Ideologie Kwasizabantus. Auf etlichen Tonbandkassetten hört man Hinweise von Friedel und Erlo Stegen darauf, dass man Kinder körperlich züchtigen solle. Peter T., ehemaliger Zuhälter in Hamburg-St. Pauli und heute Leiter des KSB-Hauses in Druwald in Bispingen, Lüneburger Heide, empfahl in der „Rübenmühle“ in Wendelsheim/Rhh. während einer „Predigt“ einmal, Kinder mit dem Stock zu schlagen. (An anderer Stelle in den Internet-Seiten wird ausführlich über die Prügel-Praktiken von KSB Afrika berichtet)

Solche Ratschläge und die Schläge in dem Schweizer KSB-Internat waren Thema eines Gespräches von fünf KSB-Mitgliedern am 12. April 1999 mit Erlo Stegen in Schwäbisch Gmünd-Lindach. Dabei wurde Erlo Stegen darauf hingewiesen, es könne nicht angehen, dass KSB in Wort und Tat gegen Gesetze in europäischen Ländern verstößt. Erlo Stegen zeigte sich angeblich erstaunt, hatte aber gegen die Praktiken nichts einzuwenden.

Wenige Tage später geschah folgendes: Am Rande eine KSB-Treffens in Neuenburg bei Pforzheim wurden die Eltern der deutschen Schüler des KSB-Internats versammelt. Ihnen wurde mitgeteilt, dass ihre Kinder so lange nicht in Internat und Schule zurückkehren dürfen, bis sich derjenige meldet, der Informationen über die Prügel-Praktiken weitergegeben habe. Zwar wurde die Ankündigung dann nicht in die Tat umgesetzt, aber die Warnung war deutlich: Verrat wird künftig bestraft – Geheimhaltung ist alles.

Am selben Tag noch setzte sich eine dreiköpfige KSB-Truppe in Bewegung, um auf andere Weise herauszubekommen, wer der „Verräter“ sein könnte. Jürgen S., Albert P. und Helmut B.(selber Väter von Kindern auf der DSS-Schule Kaltbrunn) besuchten – unangemeldet – einen der Gesprächspartner Erlo Stegens vom 12. April in Bietigheim-Bissingen. Fehlanzeige – der Mann war nicht daheim.

Später besuchte die Dreiertruppe auch eine Familie im Württembergischen, von der die KSB-Spitze annahm, dass sie nicht mehr auf KSB-Linie war. Die Leute wurden befragt, es wurde ihnen gedroht – ohne Erfolg, keine Information. Aber: Die Frau war einem Nervenzusammenbruch nahe.

Dann versuchte es die KSB-Recherchetruppe bei einem weiteren Gesprächspartner Stegens vom 12. 4.99. In einem Telefonat wurde der Besuch angekündigt. Nach dem Grund des überraschenden Besuchs gefragt, antwortete Jürgen S. am Telefon geheimnisvoll erst: „Das kann ich am Telefon nicht sagen“ und dann schließlich auf Nachfragen „Es geht um unsere Kinder“.

Die drei kamen an einem Abend mehrere hundert Kilometer herbeigefahren. Dann stellten sie sinngemäß die Frage: „Wer hat Dir von den Schlägen im Internat von Kaltbrunn erzählt“. Die Antwort, das könne ja wohl nicht die Frage sein, sie sollten doch besser herausfinden, ob ihre Kinder geschlagen würden, stellte sie sichtlich nicht zufrieden. Es gab einen Disput, die Standpunkte blieben unvereinbar. Ihr Anliegen war überdeutlich: Sie waren auf der Suche nach einem Verräter.

Einer der Besucher, Helmut B., tauchte dann wenige Tage später wieder bei der Familie im Württembergischen auf und nannte sie „Verräter“ – sie seien die „undichte Stelle“, sie hätten KSB verraten. Die Leute, Eltern einer damaligen Kaltbrunn-Schülerin, waren mit den Nerven völlig fertig und litten wochenlang unter den Erlebnissen. (Sie haben danach KSB den Rücken gekehrt)

Am 21. Mai kam es dann wegen zahlreicher dubioser Vorgänge innerhalb Kwasizabantus zu einer KSB-Sondersitzung in Schwäbisch-Gmünd-Lindach, an der Erlo und Friedel Stegen sowie die Leiter von KSB Deutschland, Schweiz und Frankreich teilnahmen. In dieser Sitzung wurde der Leiter KSB-Schweiz , Hans Koller, gefragt, ob er Kinder in der Internatsschule Kaltbrunn geschlagen habe. Als diese Frage gestellt wurde, ordnete Georg Grau, Leiter des KSB-Hauses Lindach an, die Fenster des Sitzungszimmers zu schließen. Sein Stellvertreter, Albert Penner, nahm es dann ganz genau und verriegelte schließlich auch auch die Tür des Sitzungzimmers mit einem Schlüssel – Geheimhaltung, siehe oben, ist alles.

Eine Antwort auf die Frage kam nicht. Hans Koller, geübt in der KSB-Rhetorik, sagte: „Wir machen es so: Wir erziehen die Kinder so, wie die Eltern es uns sagen“. Und: „Wir halten es so: Strafe ist Sache der Eltern“. Nach Hinweisen, das sei keine Antwort, weil nicht nach Strafe sondern nach Schlägen gefragt worden sei, erfolgte die Frage abermals: „Ich will jetzt wissen: ist da geschlagen worden?“ Koller brauchte nichts zu sagen – es war, als baute sich ein Wall von Verteidigern auf, die sich zu Advokaten der Prügelideologie Sizabantus machten. Klaus W., stellvertretender Vorsitzender von „Christen für die Wahrheit“ Deutschland und Leiter von Kwasizabantu Norddeutschland fragte zurück: „Warum willst Du das denn wissen?“ Nach einer Weile wurde die Frage an den Schweizer KSB-Leiter Hans Koller erneut gestellt: „Hans, hast Du Kinder in Kaltbrunn geschlagen?“, worauf Peter T., KSB-Leiter in Druwald, in den Raum rief: „Hans, sag es nicht!“. Es folgte der Hinweis der Fragesteller, dass hier womöglich Gesetze verletzt würden und dass dies so nicht ginge. Georg Grau an einen der Fragesteller: „Willst Du das dann veröffentlichen?“. Als die Frage an Koller zum wiederholten Male gerichtet wurde, äußerte Albert Penner, Vizeleiter von KSB-Haus Lindach: „Die Frage ist nicht berechtigt“, man greife in Hans Koller einen Leiter an. (Das ist in KSB stets auch ein Angriff gegen Gott, wie an anderer Stelle in den Internetseiten zu lesen ist).

Als Hans Koller schließlich zum neunten Mal gefragt wurde (Erlo Stegen, Friedel Stegen und der Präsident von „Christen für die Wahrheit International“, Fano Sibisi, saßen die ganze Zeit, weit über eine Stunde, wortlos dabei), ob er Kinder in Internat oder Schule geschlagen habe, antwortete Erlo Stegen selbst mit einer Gegenfrage: „Wenn Hans Dir eine Antwort gibt, schreibst Du es dann in die Zeitung?“

Diese Frage macht deutlich:

1. Erlo Stegen wußte, dass an der Schule tatsächlich geschlagen wurde – und auch, wer geschlagen hatte.

2. Erlo Stegen billigte das Vorgehen an der Schule – er hat es ja lange genug gepredigt und in Kwasizabantu praktiziert.

3. Erlo Stegen hatte Befürchtungen, dass über die Schläge etwas an die Öffentlichkeit kommen könnte – es war ihm also bewußt, dass innerhalb KSB etwas gesetzwidriges geschieht und ihn das in Schwierigkeiten bringen könnte. Den Kurs jedoch wollte er nicht korrigieren.

(Die angeführten Zitate wurden in den Zusammenkünften protokolliert)