Hand in Hand mit dem Geheimdienst des Apartheid-Regimes

Koos Greeff

Ich begann im Mai 1977 damit, Kwa Sizabantu zu besuchen. Bis Dezember 1977 war ich der erste afrikaans-sprechende Mitarbeiter auf der Mission geworden. Im April 1978 heiratete ich Estelle Stegen, eine der Töchter von Friedel Stegen.Wir lebten in KSB bis zum 14. Januar 1994, als wir KSB verließen. Seit 1994 bin ich ein Mitglied der Reformierten Kirche, und ich diene jetzt als Pastor der Reformierten Kirche im Teilzeit-Dienst in Klawer. Ich habe an verschiedenen Universitäten studiert und arbeite als pastoraler Seelsorger. Ich werde bezüglich meiner Verwicklung mit dem militärischen Geheimdienst (MI = Military Intelligence) offen und ehrlich sein. Im Mai 1981 nahm ich an einem gewöhnlichen Militärlager auf der Luftwaffenbasis in Durban teil. Ich schlief im selben Raum mit André und Phillip Joosten. Während ich dort war, kam einer der Offiziere zu mir und sagte, er habe gehört, ich sei ein Missionar, und er fragte, ob ich bereit sei, für die schwarzen Arbeiter der Basis eine Andacht zu halten. Ich tat dies. Ich versuchte auch, einigen Arbeitern mit ihren Problemen zu helfen. Offenbar war man beim ständigen Personal der Basis der Meinung, ich hätte es gut gemacht, und so rief mich der diensthabende Offizier in sein Büro und gratulierte mir. Dort war auch ein junger Leutnant des Geheimdienstes (ich erinnere die Namen dieser Offiziere nicht). Dieser Geheimdienstoffizier erzählte mir, daß sich in der Gegend von Weenen und Muden gerade ernsthafte Probleme entwickelten, wo einige der weißen Farmer bedroht würden. (Damals hatten mein Bruder und seine Familie eine Farm in jener Gegend). Er fragte mich, ob ich bereit sei, ihm jegliche Informationen über diese Angelegenheiten zukommen zu lassen, und ich stimmte dem zu. Zurück auf KSB rief ich ihn ein oder zwei Mal an und gab ihm kleinere Informationen (Ich kann mich hier nicht an etwas Spezifisches erinnern). Zu diesem Zeitpunkt war KSB ein eher seltsamer Ort, denn wir hatten nur wenig oder gar keine Apartheit. Wenn die Sicherheitsabteilung der SAP (South African Police) in Greytown KSB gegenüber mißtrauisch wurde, kamen sie jede Woche auf die Mission und belästigten uns. Sie fragten nach dem Woher und Wohin von Reverend Stegen und waren einfach eine Plage. Ich erinnere, daß einige von uns über diese „Inspektionen“ richtig nervös wurden. Eines Tages kam ein Leutnant Hans de Lange aus dieser Abteilung direkt zu mir. Er sagte mir, daß er darüber informiert sei, daß ich in Durban Kontakt zum MI hätte. Er fragte, ob ich bereit sei, lieber mit ihm persönlich zu sprechen, weil er für unsere Gegend zuständig sei. Ich bat ihn um Bedenkzeit. Ich teilte dies Onkel Erlo und den Mamas mit (ich weiß nicht mehr, ob alle Mamas anwesend waren). Sie hatten das Gefühl, dies sei eine gute Idee und würde KSB „Freiraum“ verschaffen. Ich kontaktierte Hans de Lange und sagte zu, ihm die Informationen direkt zu geben. Wir bekamen mit der Zeit eine freundliche und gute Beziehung. Dies muß Anfang 1982 gewesen sein. Während ich so in Natal und Kwa-Zulu herumfuhr, schnappte ich hier und da kleinere Informationen auf und gab sie an Hans weiter. Nichts Größeres oder Spezielles. Aber die Belästigungen hörten auf, und wir konnten unsere Arbeit in Frieden tun.

Ich war der erste afrikaans-sprechende Mitarbeiter in KSB und fühlte mich ein wenig wie ein Außenseiter. Durch diese „Zusammenarbeit“ mit der SAP und weil ich gut damit umging, wuchs mein Ansehen in KSB.

Der Tod eines jungen Mannes

Eines Tages rief mich Frau Nsibande (eine der Mamas – d.Red.). Sie führte mich in den sogenannten „Bhutis Schlafraum“ (Das ist der Raum, worin normalerweise die jungen schwarzen Arbeiter leben). Es war nur ein junger schwarzer Mann in diesem Raum, und er lag auf dem Fußboden. Er war nur mit seinen Unterhosen bekleidet. Sie erzählte mir, daß er gerade gestorben sei. Ich kniete mich neben ihn und sah ihn mir genau an (ich hatte einige Erste-Hilfe Kenntnisse). Er war ein gutgebauter junger Mann und in guter physischer Verfassung. Er hatte keine offenen Wunden oder Blut, das ich hätte sehen können. Ich fragte sie, was hier vorgegangen sei. Sie sagte mir, daß er einen Brief an ein Mädchen geschrieben habe, und daß sein Onkel, Reverend Mpangeni Mabaso, ihm eine Tracht Prügel verabreicht habe. Nach ungefähr einer Stunde war er dann einfach gestorben. Sie fragte mich, ob ich versuchen könnte, diese Sache mit der Polizei in den Griff zu bekommen. Ich war völlig benommen und sehr schockiert. (Der Vater dieses Jungen war ein Bauarbeiter und lebte in der Gegend von Nkankhala zwischen KSB und Mapumulo. Er war mit Rev. Mabaso verwandt. Ich glaube, der Vater hieß Philemon). Ich rief in der Sicherheitsabteilung in Greytown an und erzählte ihnen mehr oder weniger die folgende Geschichte: „Ein junger Mann in KSB hat einem Mädchen Gewalt angetan und sie beinahe vergewaltigt. Wir faßten ihn und sein Onkel gab ihm eine Tracht Prügel. Er starb einfach.“ Ich erinnere nicht, mit wem in der Sicherheitsabteilung ich damals sprach, aber mir wurde zugesichert, ich müsse mir keine Sorgen machen und ich solle mich an Dewald van der Spuy wenden – den Stationskommandanten von Kranskop. Ich fuhr persönlich nach Kranskop und erzählte Dewald genau dieselbe Lüge. Dewald bat um den Stock, mit dem der Junge verprügelt worden war, und sagte, er würde sich später melden. Ich fuhr zurück nach KSB und berichtete der Leiterschaft. Dann ging ich zu dem Raum und half der SAP, den Leichnam wegzuschaffen. Etwas später traf ich Rev. Mabaso. Er war sehr, sehr zerbrochen und weinte. Nach einigen Tagen meldete sich Dewald van der Spuy und sagte mir, daß wir den Leichnam abholen könnten. Der Junge sei an „Blutungen im Gehirn“ gestorben. Es war das Ende dieser Geschichte. (Ich kann hier keine genauen Daten angeben).

Ein „Terrorist“ wird bespitzelt

Miss Lydia Dube begann damit, mir alle dann und wann einige Informationen zu geben, die ich Hans de Lange in Greytown weitergeben konnte. Eines Tages während der Jugendkonferenz im Dezember (wir lebten zu dieser Zeit noch in Raum 44 – also muß es vor 1986 oder 87 gewesen sein), rief mich Miss Dube und erzählte mir, daß unter den jungen Leuten ein „Terrorist“ sei. Sie zeigte ihn mir. Ich kontaktierte Hans sofort und sie schickten eine ganze Mannschaft nach KSB. Die Sicherheitsabteilung stattete mich mit einem Funksprechgerät aus und ich bekam eine schwarze Aktentasche mit einem Tonbandgerät darin. Sie „installierten“ auch einen jungen, schwarzen Polizisten, der sich des „Terroristen“ annahm. Dieser Polizist kam in einem roten Ford Granada an (er kaufte auch zwei Reifen von mir, die er mir nicht bezahlte!). Miss Dube nahm sich des „Terroristen“ an und begann, ihre Gespräche mit ihm auf Tonband aufzuzeichnen. Der junge Polizist kümmerte sich auch um ihn und berichtete mir jeden Tag. Ich kontaktierte die SAP über Funk und wirkte als Mittelsmann. Nach einigen Tagen entschieden sie, „ihn hochzunehmen“. Das geschah wie folgt: Der junge Polizist schlug dem „Terroristen“ vor, nach Kranskop zu fahren um Bier zu kaufen. Als sie losfuhren, stand ich am Tor und funkte ihnen, daß er definitiv im Auto war und an der linken, hinteren Tür saß. Die SAP hatte ungefähr 7 km entfernt eine Straßensperre errichtet und handelte, als ob sie diesen „Terroristen“ erkannten. Er wurde inhaftiert. Was danach mit ihm geschah, weiß ich nicht. Ich glaube, sein Name war Senzo und er kam aus der Gegend von Josini/Pongola. Ich wüßte nicht, daß wir „Geschenke“ von der SAP bekommen hätten. Nach dieser Zeit hatte ich mehr mit dem MI (Geheimdienst) zu tun, und Jannie le Roux wurde die Kontaktperson der Sicherheitspolizei. Im September oder Oktober 1984 kam der Generalkaplan und besuchte KSB. Ich weiß nicht wie oder warum. In seiner Begleitung waren Major Pieter von der Watt (Luftwaffe) und Kommandant Tobie Vermaak (Armee). Tobie und ich wurden sehr gute Freunde – wir haben später sogar den Urlaub gemeinsam verbracht. Eines Tages erzählte ich Tobie, daß ich für die SAP in Greytown „arbeitete“. Er sagte mir, daß ich lieber mit ihm arbeiten solle, denn er war jetzt beim Geheimdienst. Tobie ist ein hervorragender Arbeiter – ein Mann mit außergewöhnlichem Tatendrang, und wir „stachelten“ einander zu allen möglichen „Aktionen“ an. Ich konnte damit beginnen, zu den verwundetet Soldaten im Militärhospital in Voortrekkerhoogte zu predigen. Dies geschah immer mal wieder und ging über Jahre. Ich wurde besonders von dem Elend der Soldaten vom 32. Bataillon berührt. Schließlich brachte Tobie es fertig, daß wir die Heimat des 32. Bataillons in Baffalo am Okavango Fluß besuchen konnten. Herr Mario Rochas aus Pretoria, Rev. Joseph Sishange aus KSB und ich gingen im September 1988 dorthin. Wir predigten viele Male zu verschiedenen Gruppen (Fotos vorhanden). Ich glaube, es war 1984, als wir einige der Militärstützpunkte im nördlichen Transvaal besichtigten. Der Hauptchor von KSB und ich selbst, begleitet von Major Pieter van der Watt, besuchten unter anderem die „Reccie“ Basis in Phalaborwa und einige andere an den Ufern des Letaba-Flusses – (es gibt Fotos davon). 1985 wurden der Hauptchor, ich selbst und manchmal auch Rev. Stegen nach Voortrekkerhoogte eingeladen. Wir wurden an einem piekfeinen Ort untergebracht, der „Wildebeest Club“ hieß, und wir wurden wie VIPs behandelt. Wir hatten Versammlungen in vielen Militärstützpunkten und in der Gegend um Pretoria (Fotos vorhanden). 1986 besuchten der Hauptchor und ich, und manchmal auch Rev. Stegen, East London, Port Elizabeth und Kapstadt. Wir hielten viele Gottesdienste ab, besonders in illegalen Siedlungen und sozialen Brennpunkten wie Neads Camp, New Brighton und Cross Roads. Wir wurden von Militär in Zivilkleidung begleitet, und wann immer wir in diese sozialen Brennpunkte kamen, von bewaffneten Soldaten in Uniform. (Fotos vorhanden). 1987 oder 1988 hatten wir eine „Friedenskundgebung“ im Ellispark in Johannesburg. Rev. Erlo Stegen und einige „bekehrte“ ex-ANC Prediger waren die Hauptsprecher. Dies wurde im nationalen Radio angekündigt, und es wurde eine Menge Werbung für diese spontane Versammlung von Christen gemacht. Vor dem Beginn der „Friedenskundgebung“ verbrachte ich ungefähr eine Woche in Pretoria bei Colonnel Vermaak (Tobie war inzwischen befördert worden). Wir planten diese Operation zusammen. An diesem Punkt hatte Tobie einige Front-Operationen geplant, und er operierte von Büros auf dem „Verwoerdburgmeer“ (Ich glaube, jetzt wird es Lake Centurion genannt). Diese „Friedenskundgebung“ war ein totaler Reinfall. Tausende „spontaner Christen“ wurden von KSB nach Johannesburg gebracht. Als wir uns versammelten, brach ein Gewitter los, und wir – pitschnaß – konnten die Prediger nicht einmal sprechen hören. Bei allen diesen „Aktionen“ wurden wir von der SADF (South African Defence Force) transportiert, untergebracht und sehr gut versorgt. Für eine kleine „Aktion“ mit nur wenigen Leuten, gaben mir Tobie oder Major Pieter van der Watt das Geld, um meine Unkosten zu decken. Ich weiß nicht, woher dieses Geld kam. Zu diesem Zeitpunkt waren sowohl Tobie wie auch Pieter gute Freunde von Rev. Stegen und den meisten Leitern in KSB. Ich weiß nicht, wie oder von wem die großen „Aktionen“ gesponsort wurden (1989 wurde ich dafür verantwortlich) Namibia 1989 – Im Januar dieses Jahres kehrte Rev. Stegen von einer Predigtreise aus Europa zurück. Kurz nachdem er in KSB angekommen war, rief er mich zu sich und sagte mir, daß er Tobie am Jan Smuts Flughafen getroffen habe. Tobie wollte, daß wir in Namibia eine „Aktion“ durchführten, denn der Tag der Unabhängigkeit kam näher, und sie hofften, daß wir das Ergebnis der Wahlen beeinflussen könnten. Rev. Stegen wies mich an, alles dafür Nötige zu planen und zu tun. Sofort kontaktierte ich Tobie. Er sagte mir, ich hätte völlige Freiheit, zu tun, was ich wolle, und er bat mich, einen größeren Einsatz im Norden Namibias zu planen – besonders in Ovamboland.

„Wir erzählten eine Menge Lügen…“

Ich habe ja viele Verwandte in Namibia und ich habe oft dort gepredigt. Aber ich war niemals in Ovamboland gewesen und hatte deshalb keine Kontakte dorthin. Tobie bot mir an, mit mir zu kommen und mich einigen Leuten vorzustellen. Nach einigen Tagen flogen Rev. Kjell Olsen, Colonnel Tobie Vermaak und ich nach Windhoek. Wir übernachteten im Kalahari Sands Hotel. An diesem Abend trafen wir uns mit einem Kaplan Visser, der uns anwies, was zu tun sei. Ich hatte einen Freund in Okahandja, Namibia; sein Name ist Eddie van der Merwe und er arbeitete als Missionar für die Reformierte Kirche von Okahandja. Ich rief Eddie an und bat ihn, uns zu begleiten („Tut mir leid, Eddie – ich habe Dich betrogen“). Sehr früh am nächsten Morgen trafen wir uns am Flughafen in Windhoek. Wir stellten Tobie als „Mike de Villiers“ vor und erzählten Eddie eine Menge Lügen. Dann flogen wir mit Eddie zusammen nach Oshakati in Ovamboland. Als wir auf dem Flughafen landeten, erwartete uns ein junger Offizier in einem blauen Land Cruiser. Er wollte wissen, wer denn Colonnel Vermaak sei, denn er solle ihm das Fahrzeug übergeben. Wir sagten ihm, daß kein Col. Vermaak mit uns gekommen sei. Er war völlig verwirrt, bestand aber darauf, daß er die Leute aus diesem Flugzeug mit einem Fahrzeug ausstatten solle. Er fragte uns, wer von uns vom Militär sei. Schließlich sagte Eddie van der Merwe, daß er ein Soldat gewesen sei und daher einen Militärführerschein besäße. Also gab der Offizier Eddie die Schlüssel uns verließ uns (Fotos vorhanden). Tobie führte uns zu einem gewissen Chief Albert Nuele in der Nähe von Oshakati. Er stellte uns dem Chief Nuele vor, und wir begannen damit, unser Lügennetz zu spinnen. Von dort fuhren wir zu einem Rev. George Hikumah und wiederum stellte Tobie uns vor. Sie alle kannten ihn als Mike de Villiers. Wir kehrten wieder heim. Innerhalb weniger Tage konnte ich den Kontakt mit Rev. Efraim Angula von der Lutheranischen Kirche herstellen, der anbot, uns dem Bischof vorzustellen. Wir kehrten nach Ovamboland zurück. Dieses Mal waren es Rev. Fano Sibisi, Rev. Muzi Kunene und ich (Ich habe ein Foto von uns, wie wir gerade im Restaurant in Namatoni essen). Ich mietete in Windhoek einen Wagen und wir fuhren nach Ovamboland. Wir trafen uns mit dem Bischof und Rev. Angula.

Sechsstellige Summen vom Geheimdienst

Wir kehrten wieder heim. Tobie wies mich an, auf meinen Namen Konten in irgendwelchen Banken zu eröffnen, dabei aber ordentliche Buchführung zu betreiben. Ich eröffete ein Girokonto bei der Trust Bank Pietermaritzburg unter meinem eigenen Namen (Mein Privatkonto war bei der Volkskas, Greytown, Nr. 1910 – 350 – 400). Über einen Zeitraum verteilt, gab Tobie mir ungefähr 265.000,00 Rand in bar, und sagte mir, wie ich dieses Geld „legal“ auf das Konto einzahlen könne. Es funktionierte wie folgt: Ich würde zu einem der reichen Mitglieder der Gemeinde von KSB fahren und es fragen, ob es mir einen Scheck gegen Bargeld tauschen würde. Ich hielt die Summen unter 20.000,00 Rand. Mit diesem Geld kaufte ich zwei Autos auf meinen eigenen Namen und ließ sie in Kranskop zu. 1: Ein Toyota double cab 4×4. NKK 1169 2: Ein Toyota Hi-ace Bus. (Der Bus war blaugrau und auch auf meinen Namen in Kranskop zugelassen) Als wir KSB verließen, habe ich diese Autos „gespendet“ . Gegen Ende Mai begannen wir mit der Arbeit in Namibia. Wir mieteten eine Unterkunft in Oshakati und besuchten Rev. Jakob Schoeman in Opuwa und betrogen auch ihn mit all unseren Lügen („Tut mir leid, Jakob“). Wir besuchten all unsere „Kontaktpersonen“ und machten neue Bekanntschaften: Rev. Paulus aus Italien und chief Gabriel Kautima. Wir erzählten all diesen Leuten von dieser wunderbaren Erweckung in Kwa Sizabantu und daß Gott uns zu ihnen geführt hätte, um ihnen zu helfen. Das Team bestand aus Fano Sibisi, Mpangeni Mabaso, Joseph Sishange, Jeffrey Sikhali, Boy Nkala und mir. Gegen Ende August kehrten wir nach Namibia zurück. Dieses Mal mit dem Hauptchor, Rev. Stegen, Rev. Joe Newlands, Rev. Waldemar Engelbrecht und mir. Wir haben sogar einige Leute aus Übersee derart betrogen, daß sie uns begleiteten: Beatrix Masuch aus Deutschland, Hans Koller aus der Schweiz und Mr. Trinkle aus Australien. Der größte Teil der Gruppe flog vom Luftwaffenstützpunkt Durban in einer Maschine der SAFAIR. Ich mietete in Windhoek einen Bus, und wir trafen am Luftwaffenstützpunkt Ondangua zusammen. Wir verbrachten ungefähr einen Monat in Namibia und besuchten dabei Kaokoland, Ovamboland, Otjiwarongo, Okakarara, Okahandja, Windhoek und Gobabis. Wir konzentrierten uns auf die schwarze Bevölkerung, nahmen jedoch jede Einladung an. Rev. Stegen übernahm die meisten der Predigten. Wir flogen vom Flughafen Windhoek zurück, wiederum in einer Maschine der SAFAIR. (Ich habe wunderschöne Fotos von diesem ganzen Einsatz).

„Ich habe diese Missionare belogen“

Ich möchte kategorisch feststellen, daß ich all diese Pastoren und Missionare aus Namibia belogen und betrogen habe, und daß keiner von ihnen jemals für mich gearbeitet hat oder mein Informant gewesen ist. Ein letzter Punkt, bevor ich mit meinem Bekenntnis fortfahre. Im Juni 1990 ging ich mit meiner Familie nach Namibia. Während wir dort waren, kam jemand mit einem R1 halbautomatischen Gewehr zu mir, das zum Militär gehörte. Als die SADF (South African Defence Force = Militär der Rep. Südafrika) sich 1989 aus Namibia zurückzog, war es zurückgelassen worden. Ich brachte dieses Gewehr nach Südafrika zurück und sprach bei zwei Gelegenheiten mit sehr hohen Mitgliedern der Sicherheitsstreitkräfte über diese Waffe. In beiden Fällen wurde mir gesagt, ich solle warten. Ich behielt das Gewehr noch eine Weile, habe es aber schließlich selbst zerstört, weil ich nicht wußte, was ich damit tun sollte. Grünes Licht für einen krummen Deal Zu dieser Zeit ging Namibia auf die Unabhängigkeit zu. Col. Tobie Vermaak rief mich eines Tages an und machte mir den folgenden Vorschlag: Es gab da eine sehr gute Druckerpresse, die der SADF gehörte und im Militärhauptquartier in Windhoek benutzt wurde. Die Südafrikanische Regierung hatte beschlossen, diese Druckerpresse dort sozusagen als „Geschenk“ für die Namibische Regierung dort zu lassen. Wenn wir das Geld für den Umzug der Presse aufbrächten, könnten wir sie nehmen, ohne daß jemals jemand davon wüßte. Ich ging zu Rev. Stegen und sagte ihm dies. Er stimmte zu und ich gab Tobie „grünes Licht“ für die Aktion. Tobie arrangierte alles mit einer privaten Umzugsfirma – Ich erinnere den Namen dieser Firma nicht. Was ich erinnere, ist, daß der Besitzer dieser Firma ein portugiesisch-sprechender Mann war, und daß er zwei Scania LKWs dafür benutzte, die Presse von Windhoek nach Kwa Sizabantu zu bringen. Wir benutzten den folgenden Deckmantel, um unsere Sünde zu verbergen: Ich war Treuhänder eines Christlichen Entwicklungs Fonds in Namibia. Ohne daß es das Personal oder einer der anderen Treuhänder gewußt hätte, schrieb ich in ihrem Namen einen Brief, in dem diese Presse an Kwa Sizabantu „verkauft“ wurde. Wenn ich mich recht erinnere, war der Betrag 60.000,– Rand. Sie haben das Geld nie bekommen, weil die Presse ihnen nie gehört hatte. Rev. Stegen bezahlte diesen Betrag, und wir nutzten ihn dafür, all die Umzugs- und weiteren Kosten abzudecken. Ich glaube, die Presse war mindestens 2.000.000,– Rand wert. Dann begannen wir mit dieser Presse einen Druckereibetrieb in Kwa Sizabantu. Ich habe dem Personal, das dort arbeitete, damals persönlich die Anweisung gegeben, die Presse auseinanderzunehmen und alle Erkennungsmerkmale der SADF zu entfernen. Ich erinnere mich so gut daran, wie Marius Cilliers, der Mann, der die Presse noch immer bedient, mich erstaunt anschaute und fragte, warum. Ich erzählte ihm eine Lüge und sie gehorchten meiner Anweisung.

Ich bin jetzt mehr oder weniger am Ende mit unseren „Aktionen“ und würde gern zu unseren generellen Verwicklungen mit der SADF und der Regierung kommen.

Nach dem Besuch des Generalkaplans hatten wir dan Leiter der Medizinischen Abteilung und schließlich General George Meiring zu Besuch in Kwa Sizabantu (Ich habe noch immer einiges von der gesamten Planung in meinem Besitz). Schließlich begann sogar Minister Adrian Vlok uns zu besuchen. Ich möchte betonen, daß dies gut geplante „Besuche“ waren. Col. Vermaak und ich haben Stunden und Tage daran gearbeitet, diese Besuche vorzubereiten. Dies fand auch einen Höhepunkt in den vielen Besuchen von Rev. Stegen und anderen leitenden Mitgliedern von Kwa Sizabantu bei allen möglichen militärischen Gremien. Ich war normalerweise dabei, weil ich vom Zulu ins Afrikaans übersetzte. Während das „alte“ Südafrika unter unseren Füßen zerfiel, war dieses leitende Militärpersonal wirklich am Ende seiner Weisheit angekommen, und sie fragten uns in vielen Dingen um Rat. (Ich höre hier mal auf, weil ich Sie nicht mit vielen kleinen Details langweilen möchte).

Die „Bekehrung“ zweier Terroristen

Parallel zu dem oben Beschriebenen, hatten wir einige andere Händel mit dem Militär. Gegen Ende 1989 ließ Tobie ein ganz spezielles Telefon in meinem Büro in Kwa Sizabantu installieren. Es war ein Telefon mit einer Verschlüsselungsfunktion. Tobie bezahlte die Telefonrechnung in meinem Namen. Ich sammelte noch immer Informationen, gab sie aber jetzt an Tobie direkt weiter. Ich erinnere mich sehr gut an die „Bekehrung“ von zwei „Terroristen“. (Es gab noch andere außer diesen zweien). Der eine war Bongani aus der Gegend von Hammersdale und der andere war Daniel aus dem Transvaal. … Diese „Terroristen“ wurden in dem Moment, wo ihre politische Zugehörigkeit bekannt wurde, sofort an Miss Lydia Dube verwiesen. Sie nahm sich dann ihrer an und begann, über sie Bericht zu erstatten. Sie kontaktierte mich, und ich rief dann Tobie an. Nun war ein ganzer Prozeß in Gang gesetzt, der zu ihrer Identifizierung führte. Tobie muß hunderte Male nach Kwa Sizabantu gefahren sein. Er übernachtete gewöhnlich in unserem Haus, und alle meine alten Freunde können diese Tatsache bezeugen.

Nachdem Daniel als wirkliche „Bedrohung“ identifiziert war, entschied Tobie, daß wir sehr sorgfältig Bericht erstatten mußten. Zu diesem Zeitpunkt sprach Daniel sowohl mit mir als auch mit Lydia Dube, aber er redete im Kreise herum und sagte Halbwahrheiten. Tobie stattete mich mit einigen Medikamenten aus, die wir Daniel geben sollten. Wir taten sie in sein Essen, und er wurde sehr krank. Er wurde in das Haus von Rev. Erlo Stegen gebracht, um dort sorgfältige Pflege zu erfahren. Aber wir taten weiterhin die Medikamente in sein Essen und es ging ihm immer schlechter. Schließlich gab ich ihm zu bedenken, er hätte vielleicht eine ernsthafte Erkrankung nach so vielen Jahren des Lebens „im Busch“. Er stimmte zu, daß dies der Fall sein könne. Ich bot ihm an, ihn nach Pretoria ins Militärkrankenhaus bringen zu lassen, wo man sich wirklich gut um ihn kümmern würde. Er hatte schreckliche Angst und lehnte ab. Aber sein Gesundheitszustand wurde immer schlechter und Miss Lydia Dube – seine Seelsorgerin – versicherte ihm, ich sei ein guter Mensch und dies ein guter Vorschlag. Schließlich gab er nach. Tobie holte ihn sofort ab. Was in Pretoria geschah – das weiß ich nicht. Er kehrte nach etwa drei Wochen nach Kwa Sizabantu zurück. Ich weiß, daß Tobie mich manchmal nachts anrief, und dann nur sagte daß sie „die Waffen jetzt erheben“ oder daß Spezialkräfte jetzt „einmarschierten“. Ich möchte mich bei Tante Kay (Erlos Frau) und all ihren Töchtern entschuldigen. Ich habe Eure Gastfreundschaft mißbraucht und Euch zu Komplizen meiner üblen Taten gemacht. Die Situation in Südafrika verschlechterte sich jetzt schnell. Dr. Kurt Koch besuchte KSB und wollte Informationen über die Gewalt, die im Lande ausgeübt wurde. Ich rief Tobie an, und innerhalb von ein paar Tagen kam ein privates Piper Cherokee Flugzeug in KSB an. Es wurde von einem jungen Offizier der zivilen Streitkräfte aus der Gegend von Eshowe geflogen. Das Flugzeug war weiß und rot. Als er in KSB landete, hatte er Probleme mit einem seiner Räder, und Johan Neethling, der in KSB Mechaniker war, mußte es reparieren, bevor wir abheben konnten.Wir – Rev. Erlo Stegen, Dr. Kurt Koch und ich – wurden zum Swartkops Luftwaffenstützpunkt in der Nähe von Pretoria gebracht. Tobie erwartete uns am Flugplatz, und wir wurden zu einem unterirdischen Militär-Hauptquartier irgendwo in Pretoria eskortiert. Er stellte uns Brig. Ferdi van Wyk und einem gewissen General vom Geheimdienst vor, dessen Namen ich nicht mehr erinnern kann. Wir wurden in einen Unterrichtsraum gebracht, wo wir mit Fotos, Videomitschnitten, Tabellen, Statistiken und so weiter umfassend informiert wurden. Einiges von diesem Material wurde Dr. Koch überlassen, und er schrieb über diese Informationen ein kleines Büchlein, das auf Deutsch veröffentlicht wurde und einige sehr sprechende und aufrüttelnde Bilder der Gewalt in Südafrika enthielt. Ich erinnere mich nicht an den Namen und das Erscheinungsdatum dieses Buches.

Waffen für die Mitarbeiter von Kwasizabantu

Bei diesem Treffen – während des Mittagessens und in Gegenwart von Rev. Stegen – bat ich persönlich den General um die Erlaubnis, eine militärische Truppe in KSB zu – beginnen. Er stimmte dem zu unter der Bedingung, daß wir dem Umvoti-Kommando angehören und unter dessen Oberaufsicht arbeiten sollten. Einige Tage später hatte ich ein Treffen mit Kommandant Billy Fourie – Befehlshabender Offizier des Umvoti Kommandos. Er erzählte mir, daß er offiziell über diese Sache benachrichtigt worden sei, und das wir wie geplant vorgehen könnten. Innerhalb weniger Tage wurden an viele der weißen Mitglieder von KSB halbautomatische R1 Feuerwaffen ausgegeben. Mr. Bruno Engelbrecht diente zu diesem Zeitpunkt als Quartiermeister des Umvoti-Kommandos und gab persönlich all diese Ausrüstung aus – inklusive tausender Schuß Munition (vielleicht sogar hunderttausende über die Jahre).

Die „Gruppe 8“

Ich installierte in KSB ein sehr gut geplantes und strukturiertes Sicherheitsteam. Die meisten der weißen Mitarbeiter, viele der Schwarzen und viele der Frauen waren in diesen Plan eingebunden. Wenn man die Situation in Südafrika zu diesem Zeitpunkt betrachtet, taten wir nichts Illegales. Wir begannen zu planen – Training, Erste Hilfe, Evakuierung, Training an den Feuerwaffen etc. ABER: Es gab da eine sogenannte GRUPPE 8. Die Leiterschaft von KSB hat mich als den Mann genannt, der diese Sicherheitsgruppe initiiert hat. Dies ist die Wahrheit und ich übernehme dafür die Verantwortung. Gruppe 8 wurde die „Einsatzgruppe“ genannt. Die ursprünglichen Mitglieder dieser Gruppe waren: Koos Greeff, Jannie le Roux, David Jaca, Thomas Maphanga, Bruno Hlongwane, Justice Cele, Mandla Makhanya. Über die Jahre veränderte sich die Gruppe hinsichtlich ihrer Mitglieder und der Gruppengröße. Wir sollten eine besondere Einsatztruppe sein, die in „speziellen“ Situationen ihre Pflicht tat, d.h. VIP-Personenschutz, Aufklärungseinsätze in ganz Natal, sehr spezielle Schutzeinsätze, wenn es einen sogenannten „spontanen“ Friedensmarsch gab usw. usw. Wir wurden von einem gewissen Johan im Nahkampf ausgebildet. Wir wurden von Joe Johnson im Kampfschießen ausgebildet. Wir bekamen die Ausbildungshandbücher des CIA, Fitness Handbücher, und sogar Handbücher über die Herstellung selbstgemachter Bomben. Über die Jahre haben wir eine umfangreiche Bibliothek von Büchern, Videos und anderem Material aus aller Welt angesammelt. Wir trainierten wirklich hart: Abseilen, Nachtmärsche, Scharfschießen, Umgang mit der Pump-Action, Umgang mit halbautomatischen und vollautomatischen Waffen. Ich kann aufrichtig bekräftigen, daß es meine Gruppe zu dieser Zeit mit jeder anderen irgendwo vorhandenen speziellen Einsatztruppe aufnehmen konnte. Wir eröffneten unter dem Namen SABRA ein Girokonto bei der Volkskas, Greytown. Rev. Stegen spendete etwas Geld auf dieses Konto. Wir kauften verschiedenste Feuerwaffen, sehr teures Nachlade-Gerät, Radios usw. Schließlich hatten wir unser eigenes Einsatzfahrzeug, es war ein Nissan Safari, den die Zulus „Mathambo“ nannten, die Schulkinder nannten ihn „David“.Wir bekamen von Rev. Stegen die Erlaubnis, Rundhütte 99 als unser Hauptquartier zu benutzen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren wir wie Kinder, die Räuber und Gendarm spielten. Aber ich fürchte, das dies vollständig aus dem Ruder lief. Am 12. Dezember 1991 schrieb ich einen Brief an Rev. Stegen, in dem ich ihn darüber informierte, daß ich nur für die Einsatzgruppe 8 allein 90.000,– Rand ausgegeben hatte. (Einiges davon war für Munition, die uns die SADF überlassen hatte). Es war, als ob ein militanter Geist von Aggression und Gewalt in uns gefahren war. In den ersten zwei Jahren waren wenigstens zwei Menschen von Mitgliedern dieser Gruppe erschossen und getötet worden. Es geschah immer auf „legale“ Weise, denn wir kannten ja das Gesetz auswendig. Wir bildeten viele andere Leute aus, hauptsächlich in Selbstverteidigung. Ich kann mich nicht an all ihre Namen erinnern – es waren zu viele. Einige der Leute waren: Miss Lydia Dube, Miss Dorothy Newlands, Rev. Barney Mabaso, Rev. Kjell Olsen, Rev. Fano Sibisi. Dieses Training begann im Januar 1991 und ging bis Dezember 1993 – als ich aus dieser Gruppe zurücktrat. Im Oktober 1993 kam Rev. Dietmar Joosten zu mir. Er leitete die Sicherheitsabteilung von KSB, und er war Strohmann und Mittelsmann für das Umvoti-Kommando, denn er war Leutnant der Nationalen Armee. Er bat mich, zwei oder drei Mitglieder der speziellen Truppe zu bestimmen, die mir bei der Stärkung und Verbesserung der Effizienz meiner Gruppe helfen sollten. Zu diesem Zeitpunkt zweifelte ich an meinen eigenen Handlungen und an der Integrität von Rev. Stegen, Miss Lydia Dube und der „Mamas“ und ganz allgemein an der Lehre von KSB. Ich lehnte es ab, seinen Vorschlag anzunehmen und auszuführen. Er kam noch mehrmals (Ich habe diese Gespräche sehr sorgfältig in meinen Tagebüchern festgehalten). Ich lehnte weiter ab. Gegen Ende 1993 trat ich als Mitarbeiter von KSB zurück und brach alle Verbindungen und Kontakte zu Tobie Vermaak, der Sicherheitspolizei und meiner eigenen Gruppe 8 ab.

Ich verkaufte die meisten der legalen Waffen, die ich von meinem eigenen Geld gekauft hatte, und ich zerstörte die eine illegale Waffe, die ich hatte. Ich weiß, daß Jannie le Roux die Leitung der Gruppe übernahm und die Gruppe noch immer leitet. Verschiedene und viele Menschen, die seitdem die Mission verlassen haben und mit denen ich Kontakt habe, können diese Tatsache bestätigen. Ich kann auch bestätigen, daß irgendwann 1995 ein leitender Offizier der Spezialtruppe der neuen Südafrikanischen Verteidigungskräfte mir zuflüsterte, daß in KSB und in der Gegend von Tugela Ferry hochgeheimes Training abgehalten wurde. Er bat mich, doch bitte Kontakt mit der Leiterschaft von KSB aufzunehmen und sie zu bitten, dies sofort zu stoppen, denn die SANDF (South African National Defence Force) würden dieses Verhalten nicht länger durchgehen lassen, und wenn sie mit ihren Aktionen so weitermachten, würden sie „hochgenommen“.

Sofort kontaktierte ich KSB und sprach mit einem der Leiter. Ich weiß nicht, was dabei herauskam. Ich habe das starke Gefühl, daß die Existenz der Gruppe 8 ein sehr einschüchternder Faktor für jeden war, der mit KSB zu tun hatte, auch für die Öffentlichkeit in der Umgebung. Manchmal gingen wir in Tarn-Uniformen in die Schwarzengebiete in der Umgebung von KSB und gaben aus halbautomatischen Waffen Gewehrsalven in die Luft ab. Dies geschah auch bei Nacht. Ich kann mich nicht erinnern, daß ich jemals persönlich jemanden getroffen oder irgendwelche Gewalt angewandt hätte, aber falls ich das getan habe – ich bin bereit, dafür die Verantwortung zu übernehmen. Ich kann nicht die Verantwortung für die Handlungen der anderen Mitglieder meiner Gruppe übernehmen, aber wann immer wir als Gruppe unter meinem Kommando operierten, habe ich darauf geachtet, daß wir in den Grenzen des Gesetzes blieben, und NIEMAND wurde in meiner Gegenwart körperlich mißhandelt. Aber ich weiß von vielen Gerüchten von körperlicher Mißhandlung durch Mitglieder der Gruppe 8. In meinem Besitz befinden sich die folgenden Dokumente: Ein Brief an Erlo Stegen, datiert vom 12.12.1991, der ihm detailgenau die Ausbildungsstundenpläne der Gruppe 8 erläutert und die genaue Aufstellung der ausgegebenen Gelder. Ein Zertifikat, ausgestellt für die Ausbildung von Rev. Barney Mabaso. Sicherheitsplan für Kwasizabantu. Ein Gesuch – geschrieben von Jannie le Roux – an die Zulassungsbehörde, mit der Bitte um Erlaubnis, noch eine Feuerwaffe anschaffen zu dürfen. Ich habe die vollständigen Planungsunterlagen für den Besuch von General George Meiring in KSB – datiert 15. Mai 1990 Ich habe den Bericht, den ich an Brig. Chris Wehrman über die Situation in Namibia geschrieben habe – datiert 19. Juli 1990 Ich habe die original Planungsunterlagen des Proag-Trusts – einer internationalen „Wohltätigkeitsorganisation“ – datiert 12. Juli 1990. Ich weiß nicht, ob dieser Trust noch arbeitet. Ich habe die Kopie eines Briefes, den ich an Tobie Vermaak geschickt habe, vorin die Entwicklung einer „Dritten Streitkraft“ diskutiert wird – datiert 8. September 1990. Ich weiß nicht, ob dies jemals weiterentwickelt wurde. Ich habe einen Brief, der von Rev. Alpheus Mdlalose an unsere Freunde in Europa geschrieben wurde, worin ihnen ein genereller Überblick über die Situation in Namibia gegeben werden sollte. – datiert 15. Oktober 1990 (Wir hatten unter dem Namen G.F.N. eine …….organisation in Europa begonnen) Rev. Mdlalose hat im wesentlichen um Unterstützung für GFN geworben. Ich habe das Originalfax, daß ich an Jürgen Schlicksupp geschrieben habe – Vorsitzender der GFN in Europa, in dem ich ihm generelle Informationen über Namibia gebe. Ich habe das Originalschriftstück, das ich am 22. März 1994 an Tobie Vermaak gefaxt habe, in dem ich aussage, daß ich alle Berichte unserer „Aktionen“ in Namibia vernichtet hatte (Ich habe sie tatsächlich vernichtet, aber ich habe nicht meine Tagebücher vernichtet, und ich konnte auch mein Gewissen nicht umbringen. Einige der Schriftstücke sind mir wirklich entgangen) Ich habe das Original des handgeschriebenen Faxes an eine gewisse „Peggy“ in Durban, das ihr bestätigt, daß der Toyota Double Cab NKK 1169 tatsächlich mir gehörte, daß ich ihn aber an KSB gespendet hatte (KSB wollte diese beiden Fahrzeuge verkaufen, brauchte dafür aber meine Unterschrift. Ian Engelbrecht hat mich deshalb angerufen). Dieses Fax ist datiert mit 17. April 1996.

Freunde, dies ist das Ende meiner Geschichte. Ich habe das alles wirklich satt. Ich bin tief beschämt, und ich erbitte all eure Vergebung. Ich bin bereit, die volle Schuld für die Dinge, die ich irrtümlicherweise tat, auf mich zu nehmen. Schließlich möchte ich noch all den verletzten Menschen dort draußen sagen, daß ihr mich wirklich sehr gern kontaktieren könnt. Vielleicht können wir einander helfen, ermutigen und aufbauen mitten in unserem Schmerz.

Um diesen Teil meines Bekenntnisses abzuschließen möchte ich das Folgende zu all den Angestellten des Militärs, der Polizei und anderen Behörden des sogenannten „Apartheid-Regierung“ sagen: „Ich klage euch nicht an. Ich möchte nicht, daß dies als ein Bemühen gesehen wird, euch zu diskreditieren. Ihr habt eure Arbeit getan, und ich habe kein Problem damit, daß ihr es getan habt. Aber es war falsch von mir, dabei so sehr mitzumachen. Ich bin ein Diener des Evangeliums des Friedefürsten, und ich habe meine Stellung mißbraucht. Ich habe den Namen meines Herrn verunehrt und habe dabei Sein Volk verletzt – besonders „diese Kleinen“ , von denen die Bibel in Matthäus 18 spricht.“

Klawer im Februar 2000

Jacobus Willem Greeff