Was hinter „Wahre Liebe Wartet“ steckt (e)

„WLW“  ist „umgezogen“ – und   CfT hat seinen Namen geändert / Wenn Wildfremde heiraten

Von Jens N.

Die Organisation Wahre Liebe wartet (WLW) wurde in den Neunziger Jahren im schwäbischen Kirchenkirnberg auf einer Jahreshauptversammlung der Vereinigung „Christen für die Wahrheit“ (cft) gegründet. „Christen für die Wahrheit“  besteht ausschließlich aus Mitgliedern und Anhängern der „Mission Kwasizabantu (KSB), die Führungskreise der europäischen Ableger von KSB und cft sind weitgehend kongruent. Die Verantwortlichen und Repräsentanten von „Wahre Liebe Wartet“   in Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz, Belgien, Frankreich, Rumänien und Südafrika waren zu 100 Prozent Mitglieder der „Mission Kwasizabantu“. Inzwischen ist „Wahre Liebe Wartet“ „umgezogen“, die Organisation „Weisses Kreuz“ hat den Grundgedanken übernommen – und, wie es heißt, auch einige Aktivisten aus Kwasizabantu gleich dazu. Wahre Liebe Wartet wurde in den 1980er Jahren im schwäbischen Kirchenkirnberg auf einer Jahreshauptversammlung der Vereinigung Christen für die Wahrheit (Christians for Truth, cft) gegründet, die als politische und kulturelle Organisation der Mission Kwasizabantu (KSB) angesehen werden kann und personell mit ihr identisch ist.[4] Die in der Schweiz ansässige Organisation, die im Oktober 2018 in Christianity for Today umbenannt wurde,[5] setzt sich unter anderem in der Lebensrechtsbewegung, gegen Gender Mainstreaming und für die Bewahrung und Förderung christlicher Werte im Allgemeinen ein.[6][7] Auch andere evangelikale oder freikirchliche Vereinigungen unterstützten die Aktion Wahre Liebe Wartet, wie zum Beispiel das Jugend-, Missions- und Sozialwerk Altensteig.   

Ausdrückliches Ziel von WLW Deutschland war seit der Gründung in Kirchenkirnberg die Rekrutierung junger Menschen für die Mission Kwasizabantu. Das galt  ebenso für die WLW-Bewegungen in den anderen genannten Ländern.  Die Idee der Rekrutierung junger Leute für Kwasizabantu hat sich allerdings bei weitem nicht in dem Maße erfüllt wie dies anfangs erhofft war.

„Wahre Liebe Wartet“ war/ist selbst für konservative christliche Kreise nur auf den ersten Blick eine unterstützenswerte Initiative. Denn auch wenn das vordergründige Anliegen, aktiv gegen die totale Sexualisierung der Gesellschaft und für eine christliche Sexualmoral einzutreten positiv ist, so ist unbedingt der Hintergrund der Aktion „WLW“ zu beachten.

Die Tatsache nämlich, dass WLW in den genannten Ländern für „sexuelle Reinheit“ vor der Ehe eintritt, lässt noch nicht erkennen, was die Vertreter von WLW   unter „Reinheit“ vor der Ehe tatsächlich verstehen – und wofür sie also wirklich einstehen. Die „Reinheit“ vor der Ehe, wie die WLW-Initiatoren in den genannten Ländern sie verstehen, geht nämlich über das christliche Verständnis von Reinheit weit hinaus, ist moralisch extremistisch und typisch für die Sekte „Mission Kwasizabantu“. 

In Kwasizabantu sind junge Leute nämlich angehalten, ihre Heirat über einen Mittelsmann, einen Seelsorger zu arrangieren. Das heißt, dass etwa ein junger Mann, der eine Frau heiraten will, diese vor der Eheschließung überhaupt nicht kennen darf. Jedenfalls insofern nicht kennen darf, als dass er sich mit ihr niemals treffen, keine Gespräche ohne Beaufsichtigung führen, keinen Spaziergang mit ihr unternehmen und nicht einmal unbeaufsichtigt gemeinsam eine Tasse Kaffee mit ihr trinken darf. Nach der Lehre der Mission Kwasizabantu, der die „Wahre-Liebe-Wartet-Manager“ allesamt unbedingt unterworfen sind, weil sie mit ihrer WLW-Tätigkeit gewissermaßen bereits eine Führungsposition in der Mission bekleiden, dürfen nicht einmal Verlobte miteinander ausgehen oder ohne Aufsicht miteinander Pläne für die Zukunft schmieden, geschweige denn sich berühren, z.B. Händchen halten. Das alles wäre nach der Lehre von Kwasizabantu „unrein“. Selbst wenn die Verlobung bereits abgehalten ist, dürfen die künftigen Eheleute bei der Mission Kwasizabantu (und damit auch die WLW-Aktivisten)  nicht einmal ohne Beaufsichtigung ihre Ehezukunft planen: Wohnung suchen, Möbel kaufen, Hochzeit- bzw Hochzeitsreise vorbereiten bzw. planen.

 

Schriftlich niedergelegt wurden diese Regeln für alle Mitglieder der Sekte KSB und erst recht für die Aktivisten von WLW am 11. Juni 1998. In dem Schreiben an alle Verantwortlichen der „Mission Kwasizabantu“ heißt es:

VERLOBUNG/HOCHZEIT 

„Wir wollen den Weg über den Seelsorger gehen“ 

Auf diesem Gebiet hat uns Gottes Wort auch eine klare Richtschnur gegeben. In Hebräer 13,4 heißt es: „Die Ehe sei von allen in Ehren gehalten und das Ehebett bleibe unbefleckt“. Dies bezieht sich nicht nur auf die Zeit ab dem Hochzeitstag, sondern auch vorher. Aus der Bibel erkennen wir, daß Sexualität und Ehe für Gott eine heilige Angelegenheit sind und zusammen gehören. Sexualität ist jedoch nicht nur die Begegnung von zwei Körpern, sondern sie beginnt weit früher. In 2.Tim.2,22 steht: „Flieh vor den Begierden der Jugend; strebe unermüdlich nach Gerechtigkeit, Glauben, Liebe und Frieden zusammen mit all denen, die den Herrn aus reinem Herzen anrufen“. In 1. Thess.5,22 heißt es: „Meidet allen bösen Schein“. 

Nimmt man nur diese Bibelstellen, so sehen wir klar, daß unsere jungen Menschen in der Gemeinde besonders in der gegenwärtigen bösen, sittenlosen Zeit, diesen heiligen reinen Weg Gottes gelehrt werden müssen. 

Wir wollen vor Gott und mit den anderen Gemeinden von KSB eins sein und den köstlichen Weg der Reinheit gehen. Dies bedeutet nicht, dass man sich nicht mehr begrüßen oder sprechen sollte, sondern jeder aufrichtige Christ sollte den göttlichen Rahmen in 1. Tim.5,2 beachten, wo das Verhältnis eines jungen Mannes mit einer jungen Frau in der Gemeinde beschrieben ist. Timotheus wurde ermahnt, den jungen Frauen gegenüber sich wie zu Schwestern in aller Keuschheit zu verhalten. Das gleiche gilt auch für junge Frauen gegenüber jungen Männern. 

Erkennt ein junger Mann vor Gott, dass er heiraten soll, so wollen wir hierin den Weg über den Seelsorger gehen, was ein reiner Weg zum Schutz der jungen Menschen ist. Gibt die Braut das Ja, so soll das so bald wie möglich der Gemeinde mitgeteilt werden und ein Verlobungsgottesdienst festgesetzt werden. Verlobung ist nicht Heirat. Daher soll diese einfach innerhalb der Gemeinde abgehalten werden, wenn möglich mit einem allgemeinen Mittagessen ohne eine besondere Feier, da dies sich leicht schon fast zu einer Hochzeitsfeier entwickeln kann. Wir wollen aber klar, schon aus der Natur der Sache, zwischen Verlobung und Hochzeit unterscheiden. In der Verlobungszeit erwarten wir aufgrund der oben angeführten Bibelstellen, daß die Verlobten noch entschiedener den reinen Weg gehen. Denn besonders in der Verlobungszeit wird das Brautpaar beobachtet von Gläubigen und Ungläubigen. Außerdem ist durch das Wissen, daß der andere auf einen wartet und der Hochzeitstag bevorsteht, die eigene Gefühls- und Gedankenwelt leicht eine Gefahr, die Verlobten in Versuchung zu bringen. Daher gilt in dieser Zeit erst recht das Wort in 1. Tim. 4,12: „…sein ein Vorbild den Gläubigen in Wort, im Wandel, in der Liebe, im Geist, im Glauben, in der Keuschheit.“ Wer diesen heiligen Maßstab in seinem Leben ansetzt ist nicht zufrieden mit der Einstellung: „Wir haben uns in der Verlobungszeit nie allein getroffen“. Sondern er setzt vielmehr alles daran, sich möglichst gar nicht zu treffen und über die Eltern oder Vertrauenspersonen die Vorbereitungen zur Hochzeit zu regeln. 

Bei den Vorbereitungen zur Hochzeit ist es wichtig, sich und andere nicht zu überfordern. Je schlichter und einfacher eine Hochzeitsfeier gestaltet wird, desto leichter sind auch die Vorbereitungem. Das Motiv sollte sein, dass Jesus bei der Feier gegenwärtig sein kann und verherrlicht wird. Bei der Hochzeit zu Kana war die Hochzeit so schlecht geplant, dass sogar der Wein ausging. Aber Jesus war da, und so hatte er eine Gelegenheit sich zu verherrlichen. Damit sollen wir nicht absichtlich etwas versäumen, sondern nach unseren Möglichkeiten alles gut organisieren. Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass leicht ein zu großer Aufwand betrieben werden kann, alle Einzelheiten in vielen Stunden, Tagen und Wochen und sogar Monaten von einem ausgewählten Kreis vorbereitet werden muss, was zu einer Last und Bürde werden kann. Wir wollen deshalb die ganze Gemeinde bei einer Hochzeitsfeier mit einbinden, so dass jeder auch mithelfen und sich mitfreuen kann. Immer sollte und die Ehre Jesu und nicht des Hochzeitspaares an erster Stelle sein. 

Es kann sein, dass diese Ordnungen für unsere Gemeinde dem einen oder anderen zu eng erscheinen. Vielen von uns ist es aber ein Bedürfnis, diesen Maßstab zu leben. Alle diese Gebote Gottes sind uns keine Last, wenn wir voll Heiligen Geistes sind. Vielmehr sagen wir dann mit dem Psalmist: Psalm 40,9: „Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern und Dein Gesetz habe ich in meinem Herzen“. Und mit Johannes: 1.Joh. 5,3: „Denn das ist die Liebe zu Gott, daß wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer.“ ….Ende der Gesetzesverkündigung!.

Wer diesen Text liest, dem fällt  womöglich das Wichtigste kaum auf: Nämlich, dass die Mission Kwasizabantu die  von ihr aufgestellten Regeln für Gottes Willen hält und als Gottes Gebote bezeichnet (siehe letzten Absatz der Erklärung). Auch das ist typisch für die Erlo-Stegen-Sekte: Was immer ihnen einfällt um ihre Anhänger in ein Regelkorsett zu zwängen – stets sind ihre Gesetze Gottes Gesetze..

Das Ergebnis dieses moralischen Rigorismus:  Das Ja-Wort geben sich vor dem Traualtar bei Kwasizabantu alias Wahre Liebe Wartet Männer und Frauen, die sich weder kennen noch lieben, die niemals miteinander über ihre Lebensziele gesprochen haben oder irgendwelche Gemeinsamkeiten haben – außer der Zugehörigkeit zu Kwasizabantu und „Wahre Liebe Wartet“. Auch Michael Müller, von Beginn an der Leiter von WLW in Deutschland, hat seine Frau 2006 auf die KSB-Weise geheiratet. Auch vor  anderen Eheschließungen heutiger WLW-Aktivisten kam es vor, dass die Verlobung an zwei Orten gleichzeitig geschah – einmal stand der künftige Ehemann in Australien vor dem Prediger, seine Braut  wegen der Zeitverschiebung ein paar Stunden später in Lindach/Germany vor der Gemeinde von KSB. Da versprachen sich Menschen die Ehe, die sich ein paar Monate zuvor bei dem Besuch des Mannes in Deutschland in der KSB-Gemeinde nur ein paar Mal gesehen hatten.   

Das unbiblische Eheverständnis bei KSB ist die Ursache, warum es viel Not in den Ehen der KSB-Anhänger gibt. Die Frau muss sich in absolutem Gehorsam dem Mann unterwerfen. In einer Predigt sagte Erlo Stegens Frau Kay (inzwischen verstorben) einmal wörtlich: „Eine Frau hat keine Rechte vor ihrem Mann und vor Gott. … Wenn Du heiratest, sei bereit, ein Türvorleger zu sein. Eine Fußmatte reagiert auch nicht, wenn Leute darauf herumtrampeln.“

 

Damit ist klar, welche Art von „Reinheit“ WLW tatsächlich vertritt. Interessant ist es, dass  diese Form der „Reinheit“ von den „WLW-Machern in der Öffentlichkeit natürlich  nicht angesprochen oder empfohlen wird, weil sie ihre wahre Intention verbergen müssen – wer würde sich ihnen anschließen bei solch rigorosen „Reinheitsmethoden“? Die  WLW-Vertreter in den genannten Ländern vertreten also in der Öffentlichkeit nicht das, was sie wirklich denken, meinen und leben. 

Die Macher von WLW sagen Kritikern und allen anderen, so wie es die Mission Kwasizabantu tut, seit sie existiert: „Kommt zu uns, seht wie es bei uns ist“.   Das aber ist sozusagen die „Falle“: In einer Zeit, in der christliche Gemeinschaften vielfach zerrissen oder ethisch-moralisch orientierungslos sind, finden die Besucher hinter den WLW-Aktivisten eine (KSB-) Gemeinde, die nach außen absolut einig ist. Dort sind die Menschen außergewöhnlich freundlich, und der Eindruck großer Offenheit führt  oft zu dem Schluss, dies sei eine Gemeinschaft, in der alles stimmt. Wer jedoch erlebt, mit welchen Psychotricks die Einheit hergestellt wird, mit welch abstruser Theologie die Mission ihren „Standard“ schafft und begründet, der sieht, dass dies eine Sekte ist.

Der Leiter von WLW, Michael Müller, Autor des „Ehe-Reinheitsbuches mit dem schönen deutschen Titel  „Be different“, ist seit Ende der 80er Jahre Anhänger der Mission Kwasizabantu.  Er hat unzählige Reisen zu der Mission Kwasizabantu in Südafrika gemacht und war dort unlängst annähernd ein halbes Jahr persönlicher Gast des Sektenführers Erlo Stegen. Müller hat nachweislich bei verschiedenen Gelegenheiten seine Verbindungen mit KSB dementiert. Er hat Gemeinden, die im Rahmen einer Vortragseinladung seinen geistlichen Hintergrund erfragten, schriftlich erklärt, dass er von WLW zufällig durch die Zeitung erfahren habe und dass er zur evangelischen Landeskirche gehört und in einen Bibelkreis an der Bergstraße geht. Der „Bibelkreis“ ist ein direkter KSB-Ableger in Bensheim/Bergstraße, der von seiner Mutter, Waltraud Müller, geleitet wird, deren Seelsorger seit vielen Jahren Erlo Stegen ist.

Zielgruppe von Kwasizabantu sind konservative Kreise aus dem evangelikalen Lager. Es ist die Absicht von KSB, durch die Initiativen WLW, cft, Eurochor, Schifra und Pua, Sunnyway ihre Leute mit etwas Sinnvollem in fröhlicher Gemeinschaft zu beschäftigen. Dabei werden diese bis zur Erschöpfung eingesetzt und durch die Lande geschickt.

 

 

2007