„Ich habe nie Liebe gefunden…“

Von Alexander Seibel

Aufschlussreich waren die Aussagen etlicher Geschwister über das Missionswerk Kwa Sizabantu, das von Erlo Stegen geleitet wird. Zum Teil war ich erschüttert, was ich da zu hören bekam. Zusammen fassend, als Ergebnis vieler Gespräche, habe ich folgende Notizen bzw. Zitate festgehalten:

„Es wirkt ein anderer Geist, nicht die Gnade ist im Mittelpunkt, sondern die Sünde bzw. der Mensch“. Alle Verkündigung ist sündenzentriert und als Ergebnis eines falschen Sündenbegriffes dreht sich alles um Einzelsünden, die alle bekannt werden müssen. Es wird Gesetzlichkeit und Höllenstrafe gepredigt und es gibt so gut wie keine Heilsgewißheit als Folge einer unbalancierten und nicht christozentrischen Verkündigung. Die Gesetzlichkeit geht bis ins Zwanghafte ebenso wie das Bekennen von Sünden.

Ehemalige Mitarbeiter bzw. solche, die sich vom Missionswerk getrennt haben, nannten vier Punkte, die sie zu beanstanden hatten:

1. Führungsstil, der diktatorische Züge trägt.

2. In Sachen Finanzen soll manches nicht sauber gelaufen sein.

3. Die Beichte wird nicht als Angebot sondern als Zwang empfunden.

4. Bedenken herrschen auch wegen der Visionen von Hilda Dube, Mutter der Lydia Dube, und einiger anderer Frauen, die einen besonderen Stellenwert im Missionswerk einnehmen.

Es hat dies Auswirkungen auf die Verkündigung. So bezeugte jemand wörtlich: „Während meiner zeit auf Kwa Sizabantu hatte ich keine Gewissheit, niemals. Auch heute kämpfe ich noch. Ich weiß die Antworten und bin sogar imstande, anderen zur Heilsgewißheit zu helfen. Aber ich selber kann es nicht für mich glauben. Es ist zu schwer für mich“.

Auch hat man folgendes beobachtet: Leute, die in Sizabantu sind, ziehen sich von Verwandten zurück und kommen in eine negative Haltung – bis dahin, dass alles kritisiert wird. Ein Bruder sagte unumwunden: „Leute, die in Kwa Sizabantu waren, sind für verbindliche Gemeindearbeit nicht mehr brauchbar, weil alles andere fleischlich sei“.

Man beobachtet auch eine gewisse Situationsethik. Beispielsweise erklärt man einem Anrufer, Erlo sei nicht da, obwohl er anwesend ist. Oder Stegen sagt zu seinen Mitarbeitern, „diesen Bruder braucht ihr nicht abholen“. Als er dann kam: „Warum hast du nicht angerufen? Wir hätten dich so gerne abgeholt!“

Für manche Beobachter herrscht eine „aufgesetzte Herzlichkeit“, die nur das Ziel hat, Leute für Sizabantu einzunehmen. Jemand, der jahrelang dort war, sagte wörtlich: „Ich habe nie Liebe gefunden!“ Ein anderer, der drei Jahre in Sizabantu weilte, erklärte: „Ich habe nie ein Heilungswunder gesehen“. Ein weiteres Zitat: „Bevor ich nach Sizabantu kam, war ich ein glückliches Kind und hatte niemals Depressionen. Dann weinte ich den ganzen Tag und wusste nicht einmal warum. Alle scheinen besser als ich zu sein. Vorher hatte ich Heilsgewissheit, danach nicht mehr“.

Wer sich vom Missionswerk trennte, war automatisch auf dem falschen Weg. Das womöglich schlimmste Beispiel war ein junger, begabter Mitarbeiter. Er sah sich von Gott in eine andere Missionsaufgabe geführt. Erlo Stegen sah darin jedoch einen „teuflischen Weg“, was zur Folge hatte, dass sich die junge Frau weigerte, mit ihrem Mann zu ziehen. Obwohl die Frau ihren Mann liebte, konnte sie es nicht über ihr gewissen bringen, von Sizabantu wegzugehen. Sie befürchtete, damit Gott ungehorsam zu sein. Ihr Mann aber konnte nicht mehr dort bleiben. Im waren zu viele Zweifel und Fragen bezüglich Kwa Sizabantu gekommen.

Nun ist es gewiss Gottes Absicht, Ehen zu erhalten und der Platz der Frau und ihrer Kinder wäre bei ihrem Mann gewesen. Da die Frau zwischen Sizabantu und ihrem Mann hin- und hergerissen war, lag der Schlüssel für die Lösung dieses Dilemmas bei Erlo Stegen. Auch anhaltende Gespräche besorgter Geschwister fruchteten nicht.

Anstatt dem Wort Gottes zu gehorchen und die Frau zu ihrem Mann zu schicken, wurde sie um so mehr an Sizabantu gebunden. Die Ehe wurde geschieden, obwohl sich beide liebten. In einem Bericht darüber wurde gefragt: „Was ist schwerer für einen Mann, seine Frau durch Tod zu verlieren oder auf solche Weise? Und die Kinder?“

Ich hatte Gelegenheit, mich einige Zeit mit dem Betroffenen zu unterhalten. Der Aussage des Paulus im Zusammenhang mit einem fremden bzw. knechtischen Geist (2.Kor.11,4), dessen Auswirkungen er in Vers 20 schildert, „Ihr ertragt’s, wenn euch jemand zu Knechten macht, wenn euch jemand schindet, wenn euch jemand gefangennimmt….“, konnte er nur voll beipflichten.

Ich musste feststellen, dass nicht alle glücklich waren, zu viele Details preiszugeben. Auch ich habe längst nicht alles zu Papier gebracht, was mir glaubwürdige Zeugen berichtet haben. Erlo Stegen hat mehrmals Aussagen gemacht, die als Prozessandrohungen verstanden werden mussten. Es wird von Sizabantu alles daran gesetzt, den Schein zu bewahren und wer zu viel von den Vorgängen hinter den Kulissen aufdeckt, muss mit einer Klage rechnen. Ein Bruder meinte: „Ein sachliches Gespräch mit Erlo Stegen ist völlig unmöglich, weil er alles persönlich nimmt und Kritik hinsichtlich der Arbeit nicht gelten lässt“.

Wenn ich meinen persönlichen Eindruck zusammenfassen kann, geschieht in Sizabantu die Verlagerung des heiligen Geistes zu einem animistischen, knechtischen Geist, wie man ihn unter den afrikanischen Stämmen kennt. In diesem Fall tarnt er sich nur als besonders heilig. Dieser Diagnose wurde von den Brüdern, die über die Ereignisse von Sizabantu informiert waren, nicht widersprochen“.