Missionswerk Kwa Sizabantu: „Kritiker wollen uns unterwerfen“

Organisation weist alle Vorwürfe zurück – Immer mehr Anhänger wandern ab

K r a n s k o p (idea) – Das südafrikanische Missionswerk Kwa Sizabantu (KSB, Kranskop) hat sämtliche Vorwürfe, die in den vergangenen Monaten von Evangelikalen erhoben wurden, zurückgewiesen. Die Organisation, die weltweit rund 40.000 Anhänger hat – darunter 1.000 in Deutschland und 600 in der Schweiz -, war beschuldigt worden, sie betreibe „geistlichen Mißbrauch“ ihrer Mitglieder, entwickle sektenähnliche Tendenzen, verletze das Seelsorgegeheimnis und zerstöre Familien. Anfang Juli hatten 14 prominente evangelische Theologen, darunter der Generalsekretär der Südafrikanischen Evangelischen Allianz, Moss Nthla, öffentlich vor KSB gewarnt. Damals wollte die Organisation nicht zu den Vorwürfen Stellung nehmen. In der nun veröffentlichten Erklärung wird betont, das Missionswerk habe sich zu einer evangelischen Freikirche entwickelt, die auftretende Probleme intern regele. Deshalb habe man ein Treffen mit den Kritikern abgelehnt. Der 14köpfige Ausschuß sei augenscheinlich als Mittel gebraucht worden, „um Kwa Sizabantu zu zwingen, sich den Ex-Mitgliedern und anderen Forderungen zu unterwerfen“.

Hat Missionsleitung Familien zerstört?

Weiter heißt es in der Stellungnahme, daß kein Fall bekannt sei, in dem die Missionsleiter Ehepaaren zur Scheidung geraten hätten oder Mitglieder wegen familiärer Entscheidungen aus der Mission ausgewiesen worden seien. Die Leitung der Mission werde auch nicht nur von Erlo Stegen und seinem Bruder Friedel, sondern von über 400 Personen wahrgenommen. Zu den Finanzen wird erklärt, jedes Mitglied könne zu jeder Zeit Einblick in die geprüften Buchungsunterlagen nehmen. Wer sich in der Vergangenheit durch KSB verletzt gefühlt habe, solle mit den Verantwortlichen über den Fall sprechen. „Wir werden ihnen im Geist der Versöhnung begegnen.“

Vorwurf: Stegen hat Schwarze für Spendenwerbung missbraucht Unterdessen hat sich die Abwanderungsbewegung aus dem Missionswerk verstärkt. Nachdem sich Mitte Juni der schwarze Pastor Barney Mabaso (Tugela Ferry) mit seiner 450 Mitglieder zählenden Gemeinde von KSB losgesagt hat, laufen auch kritische KSB-Anhänger aus den Gemeinden Mtunzini, Ulundi, Claridge und Amersfort zu Mabaso über. Darüber berichtet die Tageszeitung „Natal Witness“ (Pietermaritzburg). Mabasos Sohn Desmond (Durban) kritisiert
in dem Artikel, daß Erlo Stegen nun durch seine Partner in Übersee finanziellen Druck auf die abgespaltene Gemeinde ausübe. So habe eine deutsche Organisation gestiftete Tische
und ein Fahrzeug zurückverlangt, eine Gruppe in der Schweiz die Rückgabe von Geldspenden gefordert. Mabaso wirft Stegen vor, schwarze Gemeindemitglieder für die Spendenwerbung in Europa mißbraucht zu haben. In Deutschland haben vor einem Jahr rund 130 KSB-Mitglieder – darunter mehr als ein Drittel des Leitungsteams – dem Werk den Rücken gekehrt. Anfang August ist nun auch die russische Ärztin Ludmilla Plett (Schwäbisch Gmünd) nach 16 Jahren ausgestiegen, durch die die Mission in der ehemaligen Sowjetunion bekannt wurde. Frau Plett will die evangelistische und seelsorgerliche Arbeit mit dem Verein „Wasser des Lebens“ fortführen.

(idea-Presseausgabe 21.8.00// 101/2000/ Seite 7)