Offener Brief an Friedel Stegen

21.5.2002

Lieber Friedel,

Als ich am Sonntag, den 19. Mai 2002 nach einer Urlaubswoche nach Hause kam, hattest Du mir zwei Mal auf meinen Anrufbeantworter gesprochen. Du hattest

1. um Rückruf gebeten und
2. erwähnt, Du wollest meiner Frau und mir die „Hand des Friedens ausreichen“.

Der genaue Wortlaut Deiner Anrufe war:

„Jens, es ist Friedel hier. Ich hätte gerne mal ein Gespräch mit Euch übers Telefon, und wenn Du mich…Du kannst mich erreichen in der Schweiz bei 552933727. Herzlichen Dank …wenn es möglich ist, dass Du mich zurückrufen kannst. Danke.“

Der zweite Anruf lautete wörtlich:

„Jens, es ist Friedel wieder. Ich hatte schon einmal angerufen. Ich möchte Euch nur , Dir und Doris, die Hand des Friedens ausreichen. Und sagen, Hans, äh Jens, wir wollen doch nicht so in den Himmel hineingehen, wir wollen doch in ein und denselben Himmel gehen. Und ich möchte nicht, dass da etwas zwischen uns ist. Danke.“

Lieber Friedel, ich hätte Dich sehr gerne angerufen, aber die Erfahrungen mit Dir, Deinem Bruder Erlo und der Mission Kwasizabantu zwingen mich zur Vorsicht. Ich habe Eure Täuschungsmanöver und Eure Winkelzüge noch in genauer Erinnerung – da ist mir die Gefahr, dass Ihr meinen Anruf zur Rechtfertigung Eurer Machenschaften missbraucht, zu groß. Deshalb wähle ich den Weg, Dir einen offenen Brief zu schreiben – einen Brief also, den jedermann lesen kann und darf. Deshalb werde ich ihn auch auf der Webseite www.ksb-alert.com öffentlich machen.

Lieber Friedel, es ist schön, wenn Du mir die Hand des Friedens reichen willst – aber: habe ich denn Krieg mit Dir? Ich weiß von vielen Menschen, denen Du entsetzliche Wunden zugefügt hast, ich kenne Menschen, die Du seelisch furchtbar gequält hast, ich kenne Menschen, die Du so behandelt hast, dass mir die Worte dafür fehlen. Aber ich gehöre nicht dazu – ich habe mich von Euch abgewandt, weil ich Erlo und Dich dabei ertappt habe, wie ihr andere Menschen gequält habt und nicht mich. Ich habe entdeckt, mit welcher Raffinesse und Durchtriebenheit ihr Euer Reich baut und jeden eiskalt aussortiert, der sich Euch nicht absolut unterordnet. „Diese Menschen müssen aus dem Weg geräumt werden“ hast Du mir einmal gesagt, als Du nach „Verrätern“ gesucht hast, die Euren Weg in Frage gestellt haben. Nun, ich bin gegangen, weil ich das alles nicht mehr mit ansehen konnte und mein Gewissen mir klare Signale gegeben hat. Aber habe ich Krieg mit Euch, nur weil ich zu denen gehöre, die Eure Machenschaften ans Licht bringen? Friedel, nur die Wahrheit macht uns frei!!

Lieber Friedel, ich erinnere mich an eine Begebenheit zur Zeit meines Weggangs von Kwasizabantu. Ich habe damals Trevor, Deinen Schwiegersohn und Erlos Schwager, angerufen, der sich mit seiner ganzen Familie drei Jahre zuvor von Euch getrennt hatte. Wir haben ein sehr langes, von großer Traurigkeit durchzogenes Gespräch geführt in dessen Verlauf er mir berichtete, dass er Deinen Bruder Erlo seinerzeit darum gebeten hatte, ihn in Frieden gehen zu lassen. Erlo verneinte mit der Bemerkung: „There will never be peace“ – „da wird niemals Friede sein“. Der große Erweckungsprediger Erlo Stegen also sagt seinem eigenen Schwager und langjährigen treuen Mitarbeiter, da werde es niemals Frieden geben, obwohl dieser ihn um Frieden bittet!! Ungeheuerlich!! Und jetzt willst Du mir die Hand des Friedens ausstrecken? Wie soll das gehen, wo Dein Bruder unter anderen mich öffentlich im holländischen Urk als einen „Diener des Satans“ bezeichnet hat – Du kannst doch nicht mit einem „Diener des Satans“ Frieden schließen – oder?

Ich weiß, dass Du Menschen aus Deiner eigenen Familie furchtbare Verletzungen zugefügt hast. Wieso sendest Du Deine Friedensbotschaft ausgerechnet an mich? Ist es, weil das Fundament Eures Reiches Risse bekommt? Und Du bei den derzeitigen Entwicklungen in Eurem verquasten Gottesstaat momentan nichts mehr fürchten musst, als dass nun noch mehr Ungeheuerlichkeiten über Euch an die Öffentlichkeit kommen? „There will never be peace“ – habt Ihr Eure Strategie wieder einmal geändert, Kwasizabantu, das Chamäleon, dass je nach Notwendigkeit die Farbe wechselt? Jetzt plötzlich ein Friedensangebot – warum? Sorry Friedel, ich würde Dir so gerne vertrauen – es geht aber nicht.

Lieber Friedel, ganz ehrlich: kaum etwas hätte ich lieber, als eine wirkliche und herzliche Versöhnung mit Dir und manchen anderen von KSB. Aber: Über einen großen Misthaufen hinweg kann Deine Hand des Friedens niemanden erreichen. Da muss erst der Misthaufen weg, der zwischen Dir und unzähligen anderen steht. Zum Frieden gehört die Aufarbeitung der Geschichte. Zur Versöhnung gehören Erkenntnis, Reue und Buße. – Ein Redakteur einer namhaften niederländischen Zeitung hat kürzlich in einem Gespräch mit einigen der in den letzten Jahren weit über 1000 KSB-Aussteiger die Frage gestellt: „Ist Versöhnung zwischen Ihnen und Kwasizabantu möglich?“ Übereinstimmend antworteten wir sinngemäß: „Wir hätten gerne Versöhnung – aber sie wird wohl nicht kommen, weil Kwaziabantu das Unrecht und die schweren Vergehen gegen die vielen Menschen bekennen und sich ändern müsste. Dann aber wäre Kwasizabantu nicht mehr Kwasizabantu. Zu viele würden dann ihre Macht verlieren, ihre Position, ihre ehrenvolle Stellung im KSB-System, weil sie Opfer UND Täter waren. Und deshalb scheint uns eine Versöhnung ausgeschlossen zu sein“.

Lieber Friedel, Du hast die Hand des Friedens ausgestreckt und ich kann und will sie nicht gänzlich zurückweisen. Doch wenn Dein Anruf ehrlich war, wenn Du wirklich Frieden, wirklich Versöhnung willst, schaff den Misthaufen beiseite, den Du errichtet hast. Beginne in Deiner Familie. Mach, dass durch Dein Erkennen, Deine Reue und Deine Buße mit Christi Hilfe dort zuerst die klaffenden Wunden heilen können, die Du mit Deinem Bruder Erlo so zahlreich geschlagen hast. Deine Töchter und Deine Schwiegersöhne, die Kwasizabantu verlassen haben, lieben Dich, Deine Enkel, die mit ihnen gegangen sind, lieben Dich, Deine Brüder, Deine Schwester, die KSB den Rücken kehrten, sie alle lieben Dich. Auch ich hab Dich gern. Nur, weil ich Dir persönlich vergeben habe, nur deshalb lieber Friedel, kann ich Dich herzlich bitten, worum so viele Dich auch schon gebeten haben: Bitte, Friedel, kehr um.

Mit herzlichen Grüßen

JD