Offener Brief an Prinz Mangosuthu Buthelezi 

Vorsitzender der Zulupartei Inkatha Freedom Party (IFP) von 1975 bis 2019 und Südafrikas Innenminister von 1994 bis 2004

4.10.2020

Sehr geehrter Prince Buthelezi, 

ich habe mit großem Respekt und Interesse Ihr Statement zu den Vorgängen um die Mission KwaSizabantu gelesen. Ihre offenen Worte waren für mich erfreulich, anders als andere Politiker bekennen Sie sich zu Ihrer Freundschaft zu der Mission und ihrem Leiter Erlo Stegen.

Menschlich berührt hat mich, wie Sie vom Tod von fünf Ihrer Kinder und dem Tod Ihrer Frau berichten und wie sie Trost auch durch Gespräche mit Erlo Stegen gefunden haben. 

Sehr geehrter Prince Buthlezi, ich will mich ihnen vorstellen und ihnen den Grund für meinen offenen Brief an Sie nennen.

Ich heiße Jens Nissen, ich bin Journalist seit 1969, ich war tätig als Politikredakteur einer großen deutschen Tageszeitung und Reporter eines in Deutschland bekannten Nachrichtenmagazins. Heute bin ich freier Mitarbeiter einiger namhafter Publikationen im Land.

Ich schreibe Ihnen diesen Brief vor allem wegen einiger Sätze ihres Statements, die ich von vielen verschiedenen Menschen in ähnlicher Form seit drei Jahrzehnten immer wieder lese und höre. Es sind Aussagen der Sympathie für die Mission und ihre Leiter und der Bewunderung für die auf der Mission erbrachten sozialen und wirtschaftlichen Leistungen sowie der christlichen Botschaften.

Sehr geehrter Prince Buthelezi, ich kann Ihre Sympathie für die Mission und ihren Leiter  sehr gut nachvollziehen. Sie, als bedeutender Politiker Ihres Landes, als weltweit bekannter Führer  einer wichtigen Partei Südafrikas, sind auf der Mission KwaSizabantu  der mit großem Abstand prominenteste Besucher und Freund des Leiters von KSB, Erlo Stegen, gewesen. Frage: Wie verhalten Sie sich gegenüber sehr prominenten Menschen aus der Gesellschaft? Antwort: sehr höflich, zuvorkommend, sie zeigen ihr bestes Gesicht. Also: KwaSizabantu hat dem großen Mangosuthu Buthelezi gegenüber immer das schönste Gesicht gezeigt, ihn mit Ehrerbietung überhäuft, ihm jene Privilegien eingeräumt, die ihm zustanden. Sie schreiben in Ihrem Statment, und es ist der Kern ihrer Verteidigung der Mission: „In all den Jahren, in denen ich Gottesdienste in KwaSizabantu besuchte, hatte ich nie Anlass, die biblischen Lehren, die Motive oder den Dienst der Mission in Frage zu stellen“. 

Nein, hatten Sie nicht. Weil sie nur das Bild der Mission sehen konnten, das Ihnen präsentiert wurde.

Bitte lassen Sie mich, verehrter Prince Buthelezi, Ihnen folgendes erklären:  Sie und ich, wir sind aus einem anderen Stall. 

Ich habe in meinen journalistischen Leben von Willy Brandt über Helmut Schmidt, Helmut Kohl, Gerhard Schröder und Angela Merkel fünf Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschlands aus direkter Nähe erlebt – mitunter, als die noch nicht in dieser Position waren, sogar sehr nah – und ich habe bei diesen Gelegenheiten  stets die Menschen beobachten können, die sich einmal im Glanz dieser Prominenz sonnen konnten. Es gab dabei immer dieses peinliche Schauspiel, bei dem sich alle umso mehr verstellten, je mehr sie für einen Moment die Gunst der Prominenz erheischen wollten um für die Zeit eines Wimpernschlags das Gefühl zu haben, einmal in ihrem Leben selbst bedeutend zu sein, obwohl sie es nicht waren. 

Das ist die Umgebung, aus der Sie, verehrter Prince Buthelezi kommen. Alle wollten ihre Gunst – KwaSizabantu auch. Sie sind der prominente Politiker, in dessen Licht auch KwaSizabantu immer gerne glänzte, dem, wo immer er erscheint, ein schönes Bild gezeigt wird, auf dessen Fragen oft die einseitigsten, gezieltesten und schön-malerischsten Antworten gegeben werden. Dem dieses Bild mitgegeben wird, dessen Anblick die Grundlage seiner künftigen Bewertung sein wird. 

 Ich, der Journalist, bin überhaupt nicht prominent, ich kann mich, von niemandem bemerkt, unter das Volk mischen und ein ganz anderes Bild erkennen. Ich bin der, auf dessen Fragen ganz andere, vielschichtige Antworten gegeben werden und für den ganz besonders auf der Mission anderes, viel realistischeres Bild entstand. 

Und jetzt schildere ich Ihnen, wie ich KwaSizabantu kennen gelernt habe. Sehr gut kennen gelernt habe. Weil ich eben nicht prominent, aber ein Sammler von Mosaiksteinen bin. 

Während meines ersten von insgesamt zehn mehrwöchigen Aufenthalten in der Mission, es war im Mai 1991, erlebte ich, wie eine privilegierte, sehr wichtige Person dort emporgehoben wird. Ich war ein Nobody. Aber erstaunlicherweise kam Erlo Stegen  höchstselbst in das Haus seines Bruders Friedel, in dem meine Frau und ich ein Zimmer hatten. Sie gaben dort nur besonderen Gästen ein Zimmer.  Offensichtlich war ich ein besonderer Gast. Der Leiter der Mission suchte mich – und nahm sich Zeit für ein langes, sehr nettes Gespräch. 

Am Abend desselben Tages, wohlbemerkt am zweiten Tag meines Aufenthaltes, kam er noch einmal und frage mich: „Wie lange brauchst du, um deinen Koffer zu packen“? Wir fuhren am selben Abend noch mit ihm und seiner Frau Key zu seiner  Wohnung am Strand von Umhlali, meine Frau und ich hatten eine ganze Wohnung für uns mit einem wunderbaren Blick auf den Indischen Ozean. Den ganzen nächsten Tag hatte er Zeit für uns, wir waren am Strand, führten lange Gespräche auf seiner Terrasse, wir lachten viel. Er war liebenswürdig und äußerst  freundlich. Aber, er lieferte mir 

Mosaikstein Nummer 1: Die Schwarzen, so behauptete er, hätten ein viel kleineres Gehirn als die Weißen, deshalb seien sie auch nicht fähig zu deren intellektuellen Leistungen. Über Winnie Mandela machte er Witze, und an Nelson Mandela, damals noch im Gefängnis,  ließ er kein gutes Haar. Er sei ein Verbrecher und ein Kommunist. 

Mosaikstein Nummer 2 sammelte ich am Abend desselben Tages. Ich erfuhr, dass auf der Mission Menschen waren, die tagelang auf einen kurzen Moment warteten um mit Erlo Stegen zu sprechen, darunter Touristen aus Deutschland wie ich. Er ließ sie tagelang in offensichtlichen Seelenqualen warten, während er sich am Strand vergnügte.

 Mosaikstein Nummer 3  fiel mir am nächsten Abend sozusagen in den Schoß: Sie hieß Heike, war etwas über zwanzig, und sie machte ein trauriges Gesicht nach der Abendpredigt in der kleinen Halle mitten auf der Missionsstation. Ich fragte sie, was los sei und sie antwortete mir mit den Tränen kämpfend, die Predigt mache sie völlig fertig. Die Bedingungen, die von der Kanzel herabgebrüllt würden, könne sie niemals erfüllen. Ich, der erst drei Jahre zuvor zu dem befreienden Glauben an die Vergebung der Sünden durch Jesus gekommen war, versuchte sie damit zu trösten, dass es keine Bedingungen für die Erlösung durch Jesus gebe außer durch Glauben. 

Herr Buthelezi, wussten Sie, dass Sie ein viel kleineres Gehirn haben als Erlo Stegen? Natürlich ist es nicht so – aber Ihnen hätte Erlo Stegen nicht zu sagen gewagt was er wirklich dachte, Ihnen hat er nicht gezeigt, wie rassistisch er war. Bei mir aber hat er sich verplappert – weil ich wissen wollte wer da vor mir sitzt und ein  Journalist  ein Gespräch in eine Richtung bringen kann, in der Meinungen plötzlich ganz  offen transportiert werden.  Zwei Tage, drei Mosaiksteine.  

Und das ging so weiter. Die Mosaiksteine wurden immer zahlreicher. Alle auf der Mission  behandelten mich, den Journalisten aus Germany, fast so, wie sie Mangosuthu Buthelezi behandelt haben – ich war ein VIP! Diese Freundlichkeit, diese Aufopferung, diese Demut, diese fantastischen wirtschaftlichen und sozialen Leistungen, in dieser Umgebung hatte ich, wann immer ich dort war, den Himmel auf Erden. Auch ich hätte sagen können: „In all den Jahren, in denen ich Gottesdienste in KwaSizabantu besuchte, hatte ich nie Anlass, die biblischen Lehren, die Motive oder den Dienst der Mission in Frage zu stellen“.  Aber ich hatte Heike kennen gelernt und immer mehr  andere Deutsche, die merkwürdige Geschichten zu erzählen hatten, die so gar nicht mit diesem Himmel auf Erden zusammen passten. Lieber Prince Buthelezi, haben Sie – im übertragenen Sinne – Heike und andere kennen gelernt und ihre Geschichten gehört? Nein, haben Sie nicht – Sie haben nicht den Blick auf zwei Seiten der Medaille haben können wie der unbekannte Journalist – Sie konnten nur   auf eine Seite blicken.

Sehr geehrter Prince Buthelezi, ich will nicht alle Mosaiksteine aufzählen die ich in den acht Jahren meiner Bekanntschaft mit KwaSizabantu gesammelt habe, dafür sind es zu viele. Ich habe sie zum Teil auf der Webseite ksb-alert.com veröffentlicht.  Aber so viel kann ich sagen: Sie stimmen weitgehend  mit den Vorwürfen überein, die jetzt wieder einmal gegen KwaSizabantu erhoben werden. Ich habe in den Reihen der Mission KwaSizabantu in Südafrika, in der Schweiz, in den Niederlanden und in Deutschland so viele ähnlich klingende Erzählungen über so viele furchtbare Erfahrungen mit der Mission von so vielen Menschen gehört, dass die Indizien gegen KwaSizabantu erdrückend sind.

Ich schreibe Ihnen jetzt einen für die meisten Deutschen bekannten Satz, den ich Ihnen trotz allem Verständnis für Ihre Position gegenüber KwaSizabantu  als ein Deutscher einfach schreiben muss. Sie kennen die Geschichte meines Heimatlandes. Und in meinem Heimatland gibt es bis heute Menschen, die nur eine Seite der Medaille eines Teils unserer Geschichte wahrnehmen wollen. Der Geschichte des Dritten Reichs. Trotz Nationalsozialismus, trotz der Ermordung von sieben Millionen Juden, trotz des Todes von 50 Millionen Menschen in Europa im von Deutschland verursachten Zweiten Weltkrieg gibt es Menschen, die vor allem nur eine Seite der Medaille sehen WOLLEN, die andere Seite aber lieber nicht. Ihr Argument dafür, dass in Hitlers tausendjährigem Reich doch so vieles gut war, heißt es immer wieder: „Er hat die Autobahnen gebaut“. Es ist die Psychologie der Verdrängung, des Nicht-zur-Kenntnis-nehmen-Wollens der anderen Seite einer Medaille die dazu führt, Tatsachen besser beiseite zu schieben als ihren Wahrheitsgehalt für möglich zu halten. Es ist der mangelnde Wille zur Differenzierung, der es einem bequemer macht in dieser Welt zu leben.  

Ja, lieber Mangosuthu Buthelezi, lieber Bruder im Herrn, auch KwaSizabantu hat sozusagen Autobahnen gebaut. Nicht alles ist schlecht dort. Es gibt und gab dort wunderbare Menschen. Sie leisten Großes, besonders wirtschaftlich, (wobei die Grundlagen für die wirtschaftlichen Fortschritte  bis Ende der 90er Jahre vor allem von Europäern finanziert wurden), aber es gibt und gab dort schon immer eine Kulisse hinter dem Theater, das vorne gespielt wird. 

Zum Schluss möchte ich kurz noch auf einige Ihrer Bemerkungen eingehen.

Die Anschuldigungen, die gegen die KwaSizabantu-Mission in Kranskop, KwaZulu Natal, erhoben werden, sind ein verheerender Schock.  

Wieso ein Schock? Sie kennen solche Vorwürfe seit vielen Jahren und haben nie etwas für eine Aufklärung getan, weil ihnen Freundschaft zur Mission wichtiger war als die Wahrheit. Tun Sie doch nicht so, als seien Sie nun schockiert über etwas, was sie seit Jahrzehnten wissen können, es aber immer erfolgreich verdrängt haben.

Und nie habe ich gehört, dass auch nur eine einzige Besorgnis darüber geäußert wurde, dass das, was in KwaSizabantu gelehrt wird, von den biblisch-christlichen Lehren abweicht.

Das stimmt nicht. Sie kennen die Stellungnahme der Ev. Allianz zu den Vorwürfen auch über  Missbrauch auf KwaSizabantu aus dem Jahr 2000.  In ihr wird auch ausführlich über unbiblische Lehre auf KwaSizabantu berichtet.

Was ich vorfand, war ein Ort, der frei von der Rassentrennung und Unterdrückung der Apartheid war. Menschen aller Rassen lebten, arbeiteten, aßen, lernten und beteten zusammen.

Offenbar sind sie nie mit offenen Augen über die Missionsstation gegangen: haben Sie nicht gesehen, in welchen Behausungen manche schwarze Arbeiter dort leben mussten – ich hätte meinen Hund nicht in solchen Hütten leben lassen.

Ich komme nicht umhin, zu denken, dass, wenn es irgendwelche Anzeichen von Kultismus gäbe, dies irgendwann in den letzten 50 Jahren von jemandem bemerkt worden wäre. 

Lieber Herr Buthelezi, so viele Menschen haben diese Anzeichen bemerkt, so viel wurde darüber geschrieben, gesendet und gesprochen. In welcher Welt leben Sie, wenn Sie jetzt so etwas sagen?

Stattdessen ist sie völlig selbsttragend und finanziert sich selbst durch intensive landwirtschaftliche Aktivitäten. Auf diese Weise bietet KwaSizabantu mehr als tausend Menschen eine Lebensgrundlage.

Was nennen Sie Lebensgrundlage? Hungerlöhne? Nur ein geringes Taschengeld? Haben Sie niemals jemanden gefragt, was er dort für einen Lohn für seine Arbeit erhält? Auch Ihre  Zahl ist übertrieben – sagen Sie Hunderte und nicht Tausende…

Dementsprechend zahlen diejenigen, die sich in der Mission aufhalten, weder für Unterkunft, Wasser noch für Strom.

Stimmt. Aber diese Menschen haben nur das Nötigste zum Leben, ihre Arbeit wird so gut wie nicht bezahlt. Siehe oben.

Ich sage nicht, dass wir wegschauen müssen. Und in der Tat schaut niemand weg, denn KwaSizabantu ist jetzt Gegenstand intensiver Untersuchungen. 

Nein, lieber Prince Butheletzi, Sie haben nicht weggeschaut – sie haben nicht hingeschaut! Haben Sie nicht deswegen sogar einen Anteil an Mitschuld an all dem Elend?

Wir müssen die Frauen unterstützen, die mit News24 gesprochen und herzzerreißende Zeugenaussagen über sexuellen und körperlichen Missbrauch gemacht haben. Wir beten, dass die volle Wahrheit durch die Ermittlungen aufgedeckt wird…

Sorry, das ist Politikersprache – ohne Inhalt. Wie wollen Sie denn nun diese  Frauen unterstützen – Beten? Ist das alles?

Ich sage das nicht leichtfertig.  Meine Frau und ich schickten die meisten unserer Enkelkinder auf die Domino-Serviteschule, um in KwaSizabantu ausgebildet zu werden. Die Schule hat den Ruf, ausgezeichnete akademische Ergebnisse zu erzielen und verständlicherweise streng zu sein. Genau aus diesen Gründen haben wir uns für diese Schule entschieden. Zwei unserer Enkelkinder wurden sogar wegen Verstoßes gegen die bekannten Regeln von der Schule verwiesen.

Das klingt wie eine Empfehlung, es vielleicht auch mal mit einer Schule in Nordkorea zu probieren – die sind auch streng und haben den Ruf, ausgezeichnete akademische Ergebnisse zu erzielen.

Und bevor jemand fragt: nein, das IFP erhält keine Mittel von der Mission. 

Das mag für heute stimmen. Aber die Mission KwaSizabantu hat der IFP große Geldsummen gestiftet, Erlo Stegen selbst hat mir das bestätigt. Ganz besonders in der Zeit des Übergangs von der Apartheid zur Republik Südafrika. Die Missionsleitung war beseelt davon alles zu tun um nicht den ANC an die Regierung kommen zu lassen.

Meine Familie und ich haben geistliche Unterstützung und Ratschläge zum Anbau unserer eigenen Gemüsekulturen erhalten, denn Reverend Stegen und sein Team sind erfolgreiche Landwirte mit viel Erfahrung.

Schön, dass bei Ihnen Gemüse wächst – aber das hat nichts mit den Vorwürfen zu tun, die seit mindestens 20 Jahren belegt und die Sie offenbar noch immer nicht akzeptieren wollen.

Die Wahrheit wird ans Licht kommen.

Ich stimme hier mit Ihnen überein. Bedauerlicherweise mussten erst Journalisten dafür sorgen, dass daran nun offiziell gearbeitet wird. Sie haben dafür nichts getan.

Meine letzte Bemerkung. Sie haben auch vor zwanzig Jahren schon versucht, das Elend auf KwaSizabantu zu übersehen als Sie es hätten sehen müssen. Ich zitiere den Natal Witness: 

„Der Vorsitzende der Inkatha Freedom Party, Mangosuthu Buthelezi, sagte am Donnerstag in Kapstadt, dass Jungfräulichkeitstests und das Schlagen von Kindern akzeptierte Praktiken der Zulu-Tradition seien.

Buthelezi reagierte damit auf jüngste Vorwürfe, dass Jungfräulichkeitstests und das Schlagen von Kindern in einer christlichen Missionsstation in KwaZulu-Natal stattfinden. Der IFP-Leiter ist bekanntlich ein regelmäßiger Besucher der Mission und ein Freund ihrer Leiter. Kürzlich nahm er an der Hochzeit der Tochter eines Leiters teil, wo er eine Rede hielt.

Als der Zeuge von Natal nach einem Treffen mit dem britischen Afrikaminister Peter Hain an der Tür klopfte, sagte Buthelezi, er wisse nichts von Jungfräulichkeitstests oder Schlägen, die in der Mission stattfinden.

Er sagte jedoch, beides gehöre zur Zulu-Tradition. „Ich wurde als Kind selbst geschlagen“, sagte er. „Ich habe ein paar Kratzer dafür vorzuweisen.“

Buthelezi bestätigte, dass er „seit sehr langer Zeit“ ein „sehr gutes Verhältnis“ zum Leiter der Mission habe. „Aber ich bin nie über solche Dinge informiert worden“, sagte er.

Schläge, also Gewalt, ist Tradition. Meine letzte Frage an Sie: Ist die Flucht vor der Wahrheit auch Tradition?

Mit freundlichen Grüßen aus Deutschland

Ihr

Jens Nissen