Sektiererische Gruppe tritt jetzt mit der unverfänglichen Bezeichnung „FEG“ auf

TOPIC Nr. 9/2008

In evangelikalen Kreisen des deutschsprachigen Europas ist die Abkürzung „FEG“ vielen bekannt. Sie steht für die „Freien ev. Gemeinden“. Nun ist eine weitere Gruppierung im evangelikalen Lager unterwegs, die sich ebenfalls mit „FEG“ kennzeichnet. Doch dieses Kürzel steht für „Freie Evangelische Gemeinschaft“ und dahinter verbergen sich Gemeinden des südafrikanischen Misionswerkes Kwasizabantu (KSB).

KSB war im Jahr 2000 schwer in die Kritik geraten, als TOPIC, IDEA-Spektrum und andere Publikationen über Psychoterror und sektiererische Tendenzen bei KSB berichteten. Etliche Zeugnisse von Aussteigern, die diese Vorwürfe belegen, finden sich im Internet unter .

Kwasizabantu wurde in der 1960er Jahren ins Leben gerufen und wird von den Brüdern Friedel und Erlo geleitet. Seit den öffentlich gewordenen Vorwürfen hat sich die weltweite Anhängerschaft von etwa 40 000 auf geschätzte 10 000 reduziert, da scharenweise Aussteiger die Organisation verlassen haben. Um neue Anhänger zu gewinnen, tritt KB mit einer Reihe von Initiativen an die Öffentlichkeit. Es wird nicht auf Anhieb deutlich, wer sie tatsächlich steuert. Es sind zumeist stramme Anhänger von KSB, die in den Organisationen die Fäden in der Hand haben. Zu den KSB-Initiativen gehören „Christen für die Wahrheit“ (Christians for Truth/CFT), der „Eurochor“, „Wahre Liebe Wartet“ (WLW), die „Sunnyway“-Kinderinitiative, die „Bibel- und Schriftenmission Dr. Kurt Koch“ oder die „Freie ev. Schule Lindach“.

Etliche theologische Aussagen und ethische Schwerpunkte aus den Programmen von z.B. „Wahre Liebe Wartet“ oder der „Sunnyway“-Kinderinitiative würden viele bibelgläubige Christen sofort unterschreiben. Doch was „Wahre Liebe Wartet“(deutscher Zweig) z.B. unter dem Appell zur „sexuellen Reinheit vor der Ehe“ wirklich versteht, ahnen Außenstehende nicht.

Der Journalist und KSB-Aussteiger Jens Nissen schreibt dazu: „In Kwasizabantu sind junge Leute nämlich angehalten, ihre Heirat über einen Mittelsmann, einen Seelsorger zu organisieren. Das heißt: dass ein junger Mann, der eine Frau heiraten will, diese vor der Ehe überhaupt nicht kennen darf. Jedenfalls insofern, als dass er sich mit ihr niemals treffen, keine Gespräche ohne Beaufsichtigung führen darf… Nach der Lehre der Mission Kwasizabantu, der die „Wahre-Liebe-Wartet“-Manager allesamt unterworfen sind, dürfen nicht einmal Verlobte miteinander ausgehen, geschweige denn, sich berühren, z.B. Händchen halten. Das wäre nach der ehre von Kwasizabantu „unrein“…Das Ja-Wort geben sich vor dem Traualtar bei Kwasizabantu Männer und Frauen, die sich weder kennen noch lieben, die niemals über ihre Lebensziele gesprochen oder irgendwelche gemeinsamkeiten haben – außer der Zugehörigkeit zu Kwasizabantu und „Wahre Liebe Wartet“.