Vortrag vor Gericht durchsetzen

Missionswerk KSB legt Widerspruch ein

Das Missionswerk Kwasizabantu (KSB), dessen Gründer Erlo Steger am Donnerstag, 26. April, einen Vortrag im Kurpfalzsaal halten will (die RHEINPFALZ berichtet gestern), hat durch einen Anwalt gegen die von der Stadt Edenkoben widerrufene Reservierung Widerspruch eingelegt.
Stadtbürgermeister Werner Kastner wurde aufgefordert, den ausgesprochenen Widerruf zu überdenken. Der vom Edenkobener Roland Nold, dem Ansprechpartner für die Veranstaltung, beauftragte Anwalt will notfalls die Überlassung des Kurpfalzsaales vor dem Verwaltungsgericht Neustadt durchsetzen.
Nachdem der Sektenbeauftragte der evangelischen Kirche der Pfalz bestätigt hatte, dass Erlo Stegen wie ein Sektenführer zu behandeln sei, sagte die Stadt die Veranstaltung ab, weil eine Schädigung des Ansehens der Stadt Edenkoben und des von ihr verwalteten Kurpfalzsaals zu befürchten sei.
Nolds Anwalt schreibt, die angeführten Gründe würden den Widerruf nicht rechtfertigen und „entsprechen darüber hinaus nicht der Wahrheit“. Die Kommune habe sich kraft Verfassung in Glaubensfragen neutral zu verhalten und dürfe sich nicht zum verlängerten Arm der protestantischen Kirche machen lassen.
Der Sektenvorwurf sei schnell gemacht, aber Beweise würden fehlen, sagte Roland Nold gestern. Man sei schon häufiger vor Gericht gezogen, um Veranstaltungen durchführen zu können, die von den Kommunen verboten worden seien, erklärte Nold. Sein Rechtsanwalt weist drauf hin, dass er für „Evangelisationsveranstaltungen“ Stegens 1989 gegen die Stadt Mannheim und 1993 gegen die Stadt Langenfeld in Eilverfahren vor Verwaltunggerichten Baden-Würrtembergs und Nordrhein-Westfalens den Zugang zu städtischen Sälen erstritten habe. Es könne kein Zweifel darüber bestehen, dass die Verwaltungsgerichte in Rheinland-Pfalz ebenso entscheiden werden, so der Anwalt. (jpa)