„Wir haben den hohen Maßstab verlassen!“

Gesetzeserlass in der Gemeindeversammlung Mission Kwasizabantu, Lindach, 11.Juni 1998, 20 Uhr.

Die Beziehung zu Gott ist das Ergebnis religiösen Verhaltens – auf diesen Nenner kann die Lehre der Mission Kwasizabantu gebracht werden. Der nachstehende Katalog von Verhaltensnormen für die deutschen KSB-Anhänger wurde am 11. Juni 1998 in der deutschen KSB-Hauptgemeinde Schwäbisch Gmünd-Lindach verlesen. Er macht die geistliche Enge Kwasizabantus deutlich und läßt überdies erahnen, unter welchen Verhaltenszwängen, unter welchem Druck die KSB-Gänger stehen. Für KSB und seine Anhänger ist klar: Wer diese Regeln nicht erfüllt, ist ein Sünder, von dem man sich trennen muß – er geht nicht „den Weg“, erfüllt nicht „den Standard“. Auch klar: er landet in der Hölle . Die selbstgemachten Gebote haben dazu geführt, daß die Gemeindemitglieder sich innerhalb von KSB gegenseitig bespitzeln und die Nicht-Einhaltung in der Seelsorge melden. Danach beginnt ein Prozess der Ermahnung, Demütigung und Bestrafung, was KSB-Gänger das „Ausfegen des Sauerteigs“ nennen .

„Nach den ernsten und eindringlichen Ermahnungen an der Osterfreizeit, alles weltliche und alle Sünde aus unserer Mitte zu entfernen, da sonst weder Gott, noch unsere Geschwister in Südafrika weiter mit uns sein können, hatten wir eine Gemeindeversammlung am 23. April 1998. Aus den allermeisten Zeugnissen der Gemeindeglieder wurde deutlich, daß viele Unter uns entschlossen die Sünde aus ihrem leben entfernen und ein göttliches Leben leben wollen. Nur bei einigen wenigen war es nicht ganz klar.

Die zwei Abende mit Missionar Erlo Stegen hier in Lindach waren ernste Rufe Gottes in unsere Gemeindesituation hinein, wieder Vorbilder zu werden und Gottes Wort nicht nur zu hören, sondern auch zu tun.

Bei dem zurückliegenden Pfingstwochenende schließlich behandelten wir Seelsorger, Prediger, Wortverkündiger, Chormitglieder und Lehrer in den Domino Servite Schulen aus den verschiedenen europäischen KSB-Gemeinden verschiedene Themen wie z.B. „Was ist Weltlichkeit in der Gemeinde“ oder „Verlobung und Heiraten“ in unseren Gemeinden. Durch diese Gespräche haben wir noch deutlicher erkannt, daß wir als Gemeinde Lindach Buße tun müssen und ganz neu den Heiligen Geist bitten müssen, uns zu beleben. Wir haben erkannt, daß wir den hohen Maßstab des Wortes Gottes verlassen haben und nicht mehr den reinen und heiligen Weg gegangen sind. Dies trifft insbesondere auf folgende gebiete zu:

„Wir Wächter haben geschlafen…“

WELTLICHKEIT:

„1.Joh. 2,15: Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist, so jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters…Augenlust, Fleischeslust, hoffärtiges Leben…“ Trotz eindeutiger und ausführlicher Schilderung der Bedeutung von Schlitzen in Röcken und Kleidern durch Bruder Erlo Stegen bei der Einweihungsversammlung von Lindach im Oktober 1996, wo uns die Sprache der Modeschöpfer deutlich zeigte, daß Schlitze sexuelle Anreize darstellen sollen, änderte sich diesbezüglich nur wenig in der Gemeinde. Wir Wächter haben geschlafen und nicht darüber gewacht, daß in unseren Häusern die Weltlichkeit hinausgefegt wird. Wir Männer als Häupter der Familie (Esther 1m,22;1.Mose 3,16, Eph.5,22-23, 1.Tim.2,11-12) haben nicht unsere Pflicht getan. (Vielleicht haben bei uns die Frauen die Hosen an?)

Ebenso bei Schminke, Schmuck wie Halsketten, Ohrringe usw., Haare färben und tönen, eng anliegenden Kleidern (bei Männern und Frauen) haben wir den biblischen Maßstab verlassen, der z.B. in folgenden Bibelstellen deutlich wird:

In Jesaja 3,14-24: „Und der Herr geht ins Gericht mit den Ältesten seines Volks und mit seinen Fürsten; Denn ihr habt den Weinberg verderbt und der Raub von den Armen ist in eurem Hause. Warum zertretet ihr mein Volk und zerschlaget die Person der Elenden? Spricht der Herr Zebaoth. Und der Herr spricht: Darum daß die Töchter Zions stolz sind und gehen mit aufgerichtetem Halse, mit geschminkten Angesichtern, treten einher und schwänzeln und haben köstlich Schuhe an ihren Füßen, so wird der Herr den Scheitel der Töchter Zions kahl machen, und der Herr wird ihre Scham entblößen. Zu der zeit wird der Herr den Schmuck an den köstlichen Schuhen wegnehmen und die Halbmonde, die Spangen, die Kettlein, die Armspangen, die Hauben, die Turbane, die Schrittkettchen, die Schnürlein, die Amulette, die Ohrenspangen, die Ringe, die Haarbänder, die Feierkleider, die Beutel, die Spiegel, die Hemden, die Borten, die Überwürfe; und es wird Gestank für guten Geruch sein und ein Strick für einen Gürtel, und eine Glatze für krauses Haar und für einen Mantel einen Sack; solches alles anstatt deiner Schöne.“

Tim 2,9: „…daß die Frauen in schicklichem Kleide mit Scham und Zucht sich schmücken, nicht mit Zöpfen oder Gold oder Perlen oder köstlichem Gewand, sondern wie sich’s ziemt den Frauen, die da Gottseligkeit beweisen wollen durch gute Werke. Eine Frau lerne in der Stille mit aller Untertänigkeit. Einer Frau aber gestatte ich nicht daß sie lehre, auch nicht, daß sie des Mannes Haupt sei, sondern stille sei. Denn Adam ist am ersten gemacht, danach Eva. Und Adam war nicht verführt, das Weib aber war verführt und hat die Übertretung eingeführt.“

Petrus 3,1-7: “ Desgleichen sollen die Frauen ihren Männern untertan sein, auf daß auch die, so nicht glauben an das Wort, durch der Frauen Wandel ohne Wort gewonnen werden, wenn sie ansehen euren keuschen Wandel in der Furcht. Ihr Schmuck soll nicht auswendig sein mit Haarflechten und Goldumhängen oder Kleideranlegen, sondern der verborgene Mensch des Herzens unverrückt mit sanftem und stillen Geiste, das ist sehr köstlich vor Gott. Denn also haben sich auch vorzeiten die heiligen Frauen geschmückt, die ihre Hoffnung auf Gott setzten und ihren Männern untertan waren, wie die Sarah Abraham gehorsam war und hieß ihn Herr, deren Töchter ihr geworden seid, so ihr wohltut und keinerlei Schrecken fürchtet“.

„Gott legt großen Wert auf unser Äußeres“

Aus diesen Bibelstellen geht klar hervor, daß Gott großen Wert auf unser Äußeres legt, daß wir dadurch auch zu seiner Ehre unseren Mitmenschen ein Vorbild und nicht ein Fallstrick sind. Zur Ehre Gottes trennen wir uns von aller Weltlichkeit wie Schmuck, Haarfrisuren aus Eitelkeit und Hoffahrt, Schminke, Fingerlackieren usw. Ebenso von der weltlichen Mode in der Kleidung bei Männern und Frauen und Kindern. Dies betrifft insbesondere die hautenge Kleidung, auch die eng anliegenden langen Kleider bei Frauen und die Kleider mit Schlitz, wie die gerade Mode sind. Der Prüfstein für unsere Kleidung soll sein, daß wir aufrichtig fragen: „Herr gefalle ich DIR so wie ich gekleidet bin.“

Fernsehen, Videos, Internet, Telefon

Durch die Seelsorge und Gespräche haben wir erkannt, welche große Gefahr ein Fernseher im Hause ist. Wie viele Männer, Frauen und vor allem Kinder haben dadurch schon in ihrem geistlichen leben schweren Schaden erlitten. Wir Väter wollen dieses gerät nicht in unseren Häusern erlauben. Wir sollen nicht schuldig werden an unseren Kindern. Diejenigen die Videogerät haben möchten wir dringend darauf hinweisen, nur gut geprüfte Videos im Hause zu erlauben. Es gibt zahlreiche christliche Videos, die ein gutes Thema haben, aber Szenen beinhalten, die Gift sind oder sein können. Besonders Kinder sind hier wieder gefährdet. Schnell können sie videosüchtig werden.

Wer einen Computer mit Internetanschluß hat, sollte auch unbedingt darauf achten, daß Kinder und Jugendliche keinen unbeaufsichtigten Zugang dazu haben. Welcher Schmutz und furchtbare perverse Bilder und Texte da zu sehen sind, wenn man es sucht, ist kaum zu beschreiben. Sodom und Gomorra ist sicher der richtige Ausdruck. Ebenso ist das Telefon eine Gefahr geworden. Die Sexnummern, die überall erhältlich sind, sind sehr teuer, wenn sie angerufen werden, und vor allem sind sie Gift für die Seele. Es gibt technische Möglichkeiten, diese Nummern zu sperren.

VERLOBUNG/HOCHZEIT

„Wir wollen den Weg über den Seelsorger gehen“

Auf diesem Gebiet hat uns Gottes Wort auch eine klare Richtschnur gegeben. In Hebräer 13,4 heißt es: „Die Ehe sei von allen in Ehren gehalten und das Ehebett bleibe unbefleckt“. Dies bezieht sich nicht nur auf die Zeit ab dem Hochzeitstag, sondern auch vorher. Aus der Bibel erkennen wir, daß Sexualität und Ehe für Gott eine heilige Angelegenheit sind und zusammen gehören. Sexualität ist jedoch nicht nur die Begegnung von zwei Körpern, sondern sie beginnt weit früher. In 2.Tim.2,22 steht: „Flieh vor den Begierden der Jugend; streben unermüdlich nach Gerechtigkeit, Glauben, Liebe und Frieden zusammen mit all denen, die den Herrn aus reinem Herzen anrufen“. In 1. Thess.5,22 heißt es: „Meidet allen bösen Schein“.

Nimmt man nur diese Bibelstellen, so sehen wir klar, daß unsere jungen Menschen in der Gemeinde besonders in der gegenwärtigen bösen, sittenlosen Zeit, diesen heiligen reinen Weg Gottes gelehrt werden müssen.

Wir wollen vor Gott und mit den anderen Gemeinden von KSB eins sein und den köstlichen Weg der Reinheit gehen. Dies bedeutet nicht, daß man sich nicht mehr begrüßen oder sprechen sollte, sondern jeder aufrichtige Christ sollte den göttlichen Rahmen in 1. Tim.5,2 beachten, wo das Verhältnis eines jungen Mannes mit einer jungen Frau in der Gemeinde beschrieben ist. Timotheus wurde ermahnt, den jungen Frauen gegenüber sich wie zu Schwestern in aller Keuschheit zu verhalten. Das gleiche gilt auch für junge Frauen gegenüber jungen Männern.

Erkennt ein junger Mann vor Gott, daß er heiraten soll, so wollen wir hierin den Weg über den Seelsorger gehen, was ein reiner Weg zum Schutz der jungen Menschen ist. Gibt die Braut das Ja, so soll das so bald wie möglich der Gemeinde mitgeteilt werden und ein Verlobungsgottesdienst festgesetzt werden. Verlobung ist nicht Heirat. Daher soll diese einfach innerhalb der Gemeinde abgehalten werden, wenn möglich mit einem allgemeinen Mittagessen ohne eine besondere Feier, da dies sich leicht schon fast zu einer Hochzeitsfeier entwickeln kann. Wir wollen aber klar, schon aus der Natur der Sache, zwischen Verlobung und Hochzeit unterscheiden. In der Verlobungszeit erwarten wir aufgrund der oben angeführten Bibelstellen, daß die verlobten noch entschiedener den reinen Weg gehen. Denn besonders in der Verlobungszeit wird das Brautpaar beobachtet von Gläubigen und Ungläubigen. Außerdem ist durch das Wissen, daß der andere auf einen wartet und der Hochzeitstag bevorsteht, die eigene Gefühls- und Gedankenwelt leicht eine Gefahr, die Verlobten in Versuchung zu bringen. Daher gilt in dieser Zeit erst recht das Wort in 1. Tim. 4,12: „…sein ein Vorbild den Gläubigen in Wort, im Wandel, in der Liebe, im Geist, im Glauben, in der Keuschheit.“ Wer diesen heiligen Maßstab in seinem Leben ansetzt ist nicht zufrieden mit der Einstellung: „Wir haben uns in der Verlobungszeit nie allein getroffen“. Sondern er setzt vielmehr alles daran, sich möglichst gar nicht zu treffen und über die Eltern oder Vertrauenspersonen die Vorbereitungen zur Hochzeit zu regeln.

Gebote Gottes – made by KSB

Bei den Vorbereitungen zur Hochzeit ist es wichtig, sich und andere nicht zu überfordern. Je schlichter und einfacher eine Hochzeitsfeier gestaltet wird, desto leichter sind auch die Vorbereitungem. Das Motiv sollte sein, daß Jesus bei der Feier gegenwärtig sein kann und verherrlicht wird. Bei der Hochzeit zu Kana war die Hochzeit so schlecht geplant, daß sogar der Wein ausging. Aber Jesus war da, und so hatte er eine Gelegenheit sich zu verherrlichen. Damit sollen wir nicht absichtlich etwas versäumen, sondern nach unseren Möglichkeiten alles gut organisieren. Die Erfahrung hat aber gezeigt, daß leicht ein zu großer Aufwand betrieben werden kann, alle Einzelheiten in vielen Stunden, tagen und Wochen und sogar Monaten von einem ausgewählten Kreis vorbereitet werden muß, was zu einer Last und Bürde werden kann. Wir wollen deshalb die ganze Gemeinde bei einer Hochzeitsfeier mit einbinden, so daß jeder auch mithelfen und sich mitfreuen kann. Immer sollte und die Ehre Jesu und nicht des Hochzeitspaares an erster Stelle sein.

Es kann sein, daß diese Ordnungen für unsere Gemeinde dem einen oder anderen zu eng erscheinen. Vielen von uns ist es aber ein Bedürfnis, diesen Maßstab zu leben. Alle diese Gebote Gottes sind uns keine Last, wenn wir voll Heiligen Geistes sind. Vielmehr sagen wir dann mit dem Psalmist: Psalm 40,9: „Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern und Dein Gesetz habe ich in meinem Herzen“. Und mit Johannes: 1.Joh. 5,3: „Denn das ist die Liebe zu Gott, daß wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer.“

Es ist uns bewußt, daß es noch viele andere wichtige Gebiete gibt, die wir aber zu einer anderen gegebenen Zeit ansprechen möchten.

Mit Gottes Gnade, in der Auferstehungskraft Jesu und mit der Leitung des heiligen Geistes wollen wir entschlossen diesen Weg gehen und weder zur Rechten noch zur Linken abweichen. (Jesaja 30,21)“